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Nicht von dieser Welt (1999)

Darsteller: Margherita Buy, Silvio Orlando, Carolina Freschi
Regisseur: Giuseppe Piccioni
Längst vorbei sind die Zeiten des italienischn Neorealismus und der "com­media all’italiana", des populären nationalen Genres der 50er und 60er Jahre. Trivialkomödien dominieren heute das italienische Kino.
Giuseppe Piccioni versteht sich als Alternative zu diesem Mainstream. In sei­nem Film "Nicht von dieser Welt" (Fuori dal mondo) widmet er sich dem realen Leben und den realen Menschen Italiens.
In diesem sehr poetischen Film gibt es keine effekthascherischen Szenen, sondern nur eine sehr leise und langsam mit unspektakulären, altmodischen Bildern erzählte Geschichte, die jedoch aufgrund dieser Zurückhaltung um so stärker berührt. Es ist ein kleines Kino-Wunder.
Leise und betulich erzählt Piccioni mit unspektakulären, altmo­dischen Bildern die Geschichte von vier Menschen. Vier Menschen, vier Schicksale in Mailand.
In elf Monaten will die OrdensschwesterFuori dal mondo Caterina (Margherita Buy) ihr end­gültiges Gelübde ablegen und nach Kolumbien in die Mission gehen. Die Oberin ermahnt sie und andere über­eif­rige Novizinnen aber, nicht dem un­er­reichbaren Ideal einer Heiligen nachzu­eifern, sondern sich mit der Rolle einer Nonne zu bescheiden. Caterinas Mutter (Giuliana Lojodice) ist sowieso dagegen, dass ihre Tochter ins Kloster gegangen ist.
Der etwas lethargische Ernesto (Silvio Orlando) ist Besitzer einer Wäscherei. Er ist nicht sehr glücklich, denn er hat das Geschäft nur auf Wunsch seines Vaters übernommen. Ständig nörgelt er an der Arbeit seiner Büglerinnen herum und verwechselt sogar immer wieder ihre Namen.
Teresas (Carolina Freschi) Leben verläuft Richtungs- und Ziellos, sie jobbt als Kellnerin. Sie zieht endgültig aus der Wohnung ihrer Mutter aus und sieht sich nach Bekannten um, wo sie mal für eine Nacht schlafen kann. Darunter ist auch der idealistische Polizist Gabriele (Alessandro di Natale), der hofft, dass sie bei ihm bleibt.
In einem Park übergibt ein Jogger Caterina einen zwei oder drei Tage alten Säugling, den er gerade gefunden hat. Caterina bringt das ausgesetzte Baby sofort in ein Krankenhaus. An dem Pullover, in den das Kind eingehüllt war, entdeckt sie die Marke einer Reinigung.
Der Pullover gehört Ernesto selbst. Er überließ ihn vor einer Zeit einer damaligen Mitarbeiterin namens Teresa, als er sie nach Hause begleitete und ihr kalt war. Widerwillig hilft er der Nonne bei der Suche nach dem Mädchen.
Ohne der Oberin etwas zu verraten, läuft Caterina täglich ins Krankenhaus, um das Kind zu sehen und auf den Arm zu nehmen. Sie hätte nie gedacht, dass sie sich nach einem Kind und einer Familie sehnen könnte. Sie fängt an, an ihrer Berufung zu zweifeln. Ihre naive Bitte, den Säugling für ein paar Tage mit ins Kloster nehmen zu dürfen, wird von der Krankenschwester abgelehnt. In etwa drei Wochen soll das Kind ohnehin Adoptiveltern übergeben werden. Caterinas wohlgeordnetes Leben droht durch die Konfrontation mit ihr bis dahin fremden Gefühlen aus der Bahn zu geraten.
Das gilt auch für Ernesto, der durch die Nachforschungen der Nonne aus seiner Niedergeschlagenheit erwacht. Zuerst kommt er gar nicht auf den Gedanken, dass er der Vater des Kindes sein könnte, doch allmählich gewöhnt er sich an den Gedanken und fängt sogar an, es zu wünschen. Immer eifriger begleitet er die Ordensschwester bei der Suche nach Teresa. Caterina ist irritiert, nicht nur über ihre mütterlichen Gefühle, sondern auch über die menschliche Nähe zu Ernesto. Bevor sie wieder einmal zu Ernesto in den Wagen steigt, wechselt sie die Ordenstracht gegen Alltagskleidung.
Sie finden Teresa in einem Tanzlokal. Ernesto wagt nicht, das Mädchen anzusprechen. Caterina übernimmt die Aufgabe. Teresa ist tatsächlich die Mutter des ausgesetzten Kindes. Ernesto, versichert sie aber, habe damit nichts zu tun. Sie wollte ihre Schwangerschaft vor Gabriele verheimlichen.
 

Giuseppe Piccioni

Giuseppe Piccioni, 1953 in Ascoli Pi­ceno (Marche) ge­boren, erntete 1987 mit seinem Debütfilm "Il grande Blek" große An­erkennung. Noch im gleichen Jahr erhielt er den "Premio De Sica" für das beste junge ita­lie­ni­sche Kino.
Sein Film "Nicht von dieser Welt" (Fuori dal mondo) gewann 1999 fünf David di Donatello und war für vier weitere nominiert. Im Jahr 2001 lief "Licht meiner Augen" (Luce dei miei occhi) im Wettbewerb der Inter­na­tio­nalen Filmfestspiele von Venedig

Sein Film von 2009 "Giulia geht abends nie aus" (Giulia non esce la sera) gelangte am 1. September 2011 in die deutschen Kinos.


Nicht von dieser Welt
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Giulia geht abends nie aus ()
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Luce dei miei occhi
Luce dei miei Occhi ()
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