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Der Zauber von Malèna (2000)

In nostalgischen Bildern erzählt der Film die Geschichte einer sizilia­ni­schen Jugend während der Kriegswirren.
Im Provinznest Castelcutò kümmert sich der 13-jährige Renato (Giuseppe Sulfaro) wenig um die Begleitumstände des gerade ausgebrochenen 2. Welt­krieges. In seinem Leben gibt es viel wichtigere Dinge: ein aus Ersatz­teilen zusammengeschraubtes Fahrrad, die Clique Halbstarker, der er an­gehören möchte, und natürlich seinen überstrengen Vater (Luciano Federico), der als einziger im Dorf kein Sympathisant der Faschisten ist. Doch wenn Renato, bei dem es zum Tragen langer Hosen oder zum Rasieren noch nicht reicht, bisher von einer schönen Welt des Erwachsenseins geträumt hat, so ändert sich diese Welt von einem Tag auf den anderen, als sein Blick zum ersten Mal auf die schöne Malèna (Monica Bellucci) fällt. Eine zu­ge­zo­gene Schönheit, die sich um ihren Vater, den tauben Professor Bonsignore (Pietro Notarianni) kümmert, während ihr Mann an der Front in Nordafrika gegen die Engländer kämpft.
In Castelcutò ist die begehrenswert schöne Malena der Blickfang für alle Männer, ob jung oder alt, ob verheiratet oder ledig. So begehrenswert und fraulich, so nah und doch so unsagbar fern ist die stolz und ernst wirkende Malèna für den jungen Renato, dass sie ihm nicht aus dem Kopf geht - was kaum kontrollierbare, juvenile Hormonwallungen auslöst. Aber im Gegensatz zu den Männern des Dorfes, die Malena lediglich als ein Objekt betrachten, weiß Renato, der mitten in der Pubertät steckt, seit dem Tag, an dem er sie das erste Mal sah, dass er sie liebt.

Während Malènas Aussehen bei den Männern Lust erzeugt, erweckt er bei den Frauen ausschließlich Neid.

Renato folgt Malèna unauffällig, wohin sie auch geht, und träumt von einer unmöglichen Liebe. Denn sie beachtet ihn kaum und eine Beziehung wäre gesellschaftlich ohnehin unmöglich.
Der Zauber von MalènaAls die Nachricht das Dorf er­reicht, dass Malenas Mann an der Front ge­fal­len sei, lässt das schie­re Er­scheinen Malenas bald kei­nen mehr kalt in dem Städtchen, das sonst kaum Ablenkung bietet.
Die Männer be­gin­nen Malèna nun unverhohlen hin­terher zu starren und ein Schwarm von halbwüchsigen Verehrern haftet sich an ihre Fer­sen, sobald sie das Haus verläßt. Währenddessen steigert sich der Neid und die Eifersucht der Frauen. Wurde sie bisher von Castelcutòs Frauen zwar kritisch und ängst­lich beäugt, aber wenigstens in Ruhe gelassen, so ändert sich jetzt für sie alles: Das Misstrauen der Frauen schlägt in blanken Hass um. Sie zerreißen sich die Mäuler über die viel zu attraktive Witwe. Bald macht schlimmer Klatsch über Malènas angebliche Affären die Runde.
Renato beobachtet die sich zuspitzende Situation, kann jedoch nicht eingrei­fen und Malèna vor der immer feindseeliger werdenden Dorfgemeinschaft beschützen. Er hält aber in bedingungsloser Treue und Liebe zu ihr, auch wenn er es bislang nicht gewagt hat, auch nur ein einziges Wort an den Traum seiner schlaflosen Nächte zu richten.
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Malèna wird schließlich wegen Ehebruchs vor Gericht gestellt. Eine Farce von Gerichtsprozeß beraubt Malèna endgültig ihres Ansehens und man weigert sich sogar, ihr weiterhin Lebensmittel zu verkaufen. Ihr Vater verliert auch noch seine Stelle als Lehrer. Schließlich bleibt Malèna nichts anderes übrig, als ihr gutes Aussehen einzusetzen und sich von einem hochrangigen deut­schen Soldaten als Geliebte aushalten zu lassen.

Beim Einmarsch der Amerikaner entlädt sich der aufgestaute Hass auf grau­same Weise. Von den Dorfbewohnern, die bis vor kurzem noch fa­schistische Parolen skandierten, wird Malèna als Verräterin aus dem Ort gejagt. Fassungslos muss Renato ansehen, wie der Mob auf sie losgeht, ohne dass er ihr beistehen und sie beschützen kann.
Das überraschende Finale möchte ich an dieser Stelle den Lesern aller­dings vorent­halten.

Der Film „Der Zauber von Malèna", für den es zwei „OSCAR"-Nominierungen gab, ist großes Kino der Emotionen mit viel Sinnlichkeit und Humor.
Er vereinigt gekonnt den historischen Hintergrund und die Beschreibung der von Vorurteilen beherrschten Kleinstadt mit einer herzergreifenden Außen­seitergeschichte und den Erfahrungen eines Jungen am Scheideweg zwischen Kindheit und Erwachsenwerden mit der ersten Liebe.

Alle Darsteller brillieren in ihren Rollen, so dass man über eineinhalb Stunden hinweg vollkommen in eine andere Welt entführt wird. Tornatores Bildsprache ist virtuos und kombiniert mit der brillianten Melancholie der Musik von Ennio Morricon ergibt sich ein Filmgenuss, der Verstand und Gefühle gleichermaßen anspricht.




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Giuseppe Tornatore
Tornatore, am 27. Mai 1956 in Bagheria (Sizilien) geboren, gehört zu den talentiertesten europäischen Filmemachern. Bereits mit seinem zweiten Film Cinema Paradiso erhielt er im Alter von nur 33 Jahren den Oscar für den besten fremd­spra­chigen Film. Er gewann Preise für seine Filme auf den Filmfestivals in Cannes und Venedig.

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