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Der Tag der Eule (1968)
Originaltitel: Il giorno della civetta
Frankreich, Italien
Länge: 104 min.
Regie: Damiano Damiani
Drehbuch: Damiano Damiani, Ugo Pirro, Leonardo Sciascia
Darsteller: Claudia Cardinale, Franco Nero, Lee J. Cobb, Tano Cimarosa, Nehemiah Persoff
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des sizilianischen Schrift­stel­lers Leonardo Sciascia (1921-1989) [ ]. Seine bekanntesten Bücher sind Mafia-Romane wie Der Tag der Eule und Tote auf Bestellung.
In den Werken Sciascias werden neben gesellschaftlichen Strukturen ins­be­sondere politische Machtsysteme beschrieben, vom faschistischen bis zum christdemokratischen Italien, von den italienischen Machtverhältnissen und gesellschaftlichen Verhältnissen der Macht im allgemeinen. Justiz, Richteramt und Kommissäre bilden häufige Charaktere. Die Frage der Schuld und Un­schuld nimmt ebenso wie überhand nehmende Verstrickungen in den Er­zähl­ungen und Romanen eine zentrale Position ein.
Die Handlung
Im kleinen Ort S. auf Sizilien wird ein Mann, als er den Morgenbus besteigen will, erschossen. Ein brutaler Mord, und auch noch am hellichten Tag und vor Zeugen ausgeführt. Aber keiner will etwas gesehen haben - Mafia-Alltag auf Sizilien.
Hauptmann Bellodi (Franco Nero), frisch aus dem Norden nach Sizilien gekommen, übernimmt die­sen Fall, der sich bald als schier unlös­bar darstellt. Bei dem Ermor­de­ten handelt es sich um Colasberna, dem Vorsitzenden einer Baugenossenschaft und Sozialist, der sich dem „Schutz" der Mafia verweigerte. Bellodi werden falsche Spu­ren gelegt: Es soll so aussehen, als han­delte es sich um ein klas­si­sches Eifer­suchts­drama, bei dem Rosa (Claudia Cardinale), die Ehefrau des Ermor­deten, unter Verdacht steht.
Bellodi missachtet aber diese Spuren. Er weiß sofort, wo er die Mörder zu suchen hat, stößt aber bei den Ermittlungen nur auf wenig Koope­ra­tions­be­reitschaft, selbst unter seinen Kollegen. Und wie es so ist, wenn die Mafia die Fäden zieht, sind plötzlich Zeugen verschwunden, während Politik, Justiz und Wirt­schaft unter einer Decke stecken. Niemand will die Mauer des Schweigens und der Angst durchbrechen. Die Gefahr ist viel zu groß, selbst ins Visier der Mafia zu geraten. Dennoch sucht Bellodi unbeirrt nach den Mördern weiter.
Doch welche Chance hat er wirklich gegen diese gnadenlose Übermacht aus Korruption, Gewalt und Verschwörung?


Ein Kontaktmann, der - wie sich herausstellt - ebenfalls für die Mafia arbeitet, nun aber versucht, seinen Kopf noch rechtzeitig aus der Schlinge zu ziehen, führt ihn schließlich auf eine heiße Spur, die einigen führenden Persön­lich­keiten im Ministerium Kopf und Kragen kosten könnte. Man befürchtet einen Skandal nationalen Ausmaßes. Bollodi hat tief in ein Wespennest gestochen.
Wie sehr die omertà (das Schweigen aus Angst) die Menschen im Griff hat, manifestiert sich auch in dem schlichten Leugnen, dass es die Mafia überhaupt gibt: „Und im übrigen: was ist eigentlich die Mafia? ... Auch sie nur Gerede. Dass sie existiert, behauptet jedermann, wo sie existiert, weiß niemand ... Gerede, Gerede, das umgeht und – lassen Sie mich das aussprechen – bei den Schwachköpfen Widerhall findet."
Am Ende kehrt Bellodi entmutigt nach Hause in Parma zurück. Er erkennt die Macht der Mafia, die er kaum angekratzt hat.

Auswahl Filme von Damiano Damiani

1960: Das bittere Leben (Il sicario)
1963: Die Nackte (La noia) Co-Autoren: Tonino Guerra und Ugo Liberatore (nach einem Roman von Alberto Moravia [ ])
1967: Töte Amigo (Quien sabe)
1970: Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert (Confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubblica)
1974: Warum musste Staatsanwalt Traini sterben? (Perche si uccide un magistrato?)
1977: Ich habe Angst (Io ho paura)
1984: Allein gegen die Mafia (La Piovra) - Buch: Ennio De Concini u.a.
1986: Die Untersuchung (L'inchiesta) – Co-Autor: Vittorio Bonicelli
1991: Racheengel (Angelo con la pistola) – Co-Autoren: Dardano Sacchetti, Carla Giulia Casalini)
1992: Liebe deinen Feind (Ama il tuo nemico) – Co-Autor: Graziano Diana

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Damiano Damiani
Damiano Damiani (geb. am 23. Juli 1922 in Pasiano ist ein italienischer Dreh­buch­autor und Filmregisseur.
Damianis Filme handeln oft von der Verflechtung von Politik und Mafia. Daneben drehte er auch Actionfilme. Als Vorlage seiner Filme be­nutzte er auch Romane be­kann­ter Autoren, wie Alberto Moravia. Auch für das Fern­sehen drehte er Filme über die Mafia. So war die Serie Allein gegen die Mafia mit Michele Placido ein inter­na­tionaler Erfolg. Trotz oder wegen dieses Erfolges hatte die Fernsehserie viele Geg­ner. Einzelne Folgen wurden zensiert ausgestrahlt.

Der Tag der Eule
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Der Tag der Eule
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Franco Nero
Warum musste Staatsanwalt
Traini sterben?
(/)
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