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Der Tiger und der Schnee (2005)

Roberto Benigni ist nicht der Regisseur, der von Intel­lekt­uellen so ohne wei­te­res ernst genommen wird. Denn seine Filme strotzen nur so von Klamauk und seichten Witzen. Die meisten seiner Filme wurden deshalb von der Kritik mit äußersten Zurückhaltung auf­ge­nommen.
Kaum jemand hätte ihm deshalb zugetraut, dass er mit dem Film "Das Leben ist schön" (1998), einen Film über den Holocaust machen würde, der dieses heikle Tema mit Menschlichkeit, Feingefühl und Humor darstellt, und dem­zu­fol­ge in aller Welt mit Preisen überschüttet wurde und zum inter­na­tio­na­len Erfolg wurde.

"Tollpatschiger Poet verliebt sich in eine Schriftstellerin, die zunächst auf seine ro­man­ti­schen, aber hartnäckigen Annäherungsversuche abweisend reagiert."
So oder ähnlich könnte man den Anfang der meisten von Benignis Filme zu­sam­men­fas­sen. Es ist der Kern all seiner Handlungen. Und es ist in Wahrheit auch eine Hymne an die Liebe zu seiner Frau Nicoletta Braschi, die in vielen seiner Filme die weibliche Haupt­rol­le spielt.
Bei "La tigre e la neve" ("Der Tiger und der Schnee") könnte man die Kurz­be­schrei­bung dann fol­gen­der­wei­se vervollständigen:
Er folgt ihr nach Bagdad, wo sie lebensgefährlich verwundet wurde ... und tut alles, was in seiner Kraft steht, um sie zu retten."

Bei dem Film handelt sich um eine romantische Komödie, die im Frühjahr 2003 in Rom und im kriegsversehrten Bagdad spielt. Die Geschichte wird als doppelgesichtiger Traum mit überraschendem Schluss erzählt, in Anlehnung an das Märchen von Dornröschen.
Trailer
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Der Beginn des Irakkrieges steht unmittelbar bevor. Alle Welt spricht da­rü­ber, aber Atillio de Giovanni (Roberto Benigni), ein komischer, aber ta­len­tier­ter Literaturprofessor und geschiedener Vater von zwei Töchtern im Teen­ager­al­ter, hat nur seine angebetete Vittoria (Nicoletta Braschi) im Kopf. Jede Nacht träumt er von einer surreal romantischen Hochzeit mit ihr, doch am nächsten Morgen wacht er wieder allein in seinem Bett auf. Denn sein eifriges Werben um Vittoria bleibt erfolglos, da sie seine Gefühle gar nicht zu teilen scheint. Ihr Interesse gilt vielmehr den realen Ereignissen in der Welt, die ihr reichlich wenig Raum für Träumereien lassen. Für ein Interview mit dem ira­kischen Schriftsteller Fuad (Jean Reno), an dessen Biographie sie gerade ar­beitet, reist sie nach Bagdad und wird bei einem Bombenanschlag le­bens­ge­fähr­lich verletzt.Als Atillio von Fuad benachrichtigt wird, zögert er keine Se­kunde.

Himmel und Hölle werden in Bewegung gesetzt, um Vittoria in den Irak folgen zu können. Er schafft es dank eines Hilfs­flugs des ita­lie­ni­schen Roten Kreuzes nach Bagdad. Dort findet er Vitto­ria in einem Krankenhaus im Koma. Wie tausende Iraker droht sie aus Me­di­ka­men­ten­man­gel zu sterben. Fuad führt Attilio zu einem alten ira­ki­schen Apotheker, der eine herkömmliche Behandlungsweise vorschlägt, um sie am Leben zu halten. Als dies nichts bewirkt, schlägt sich Attilio auf eigene Faust zum Hauptquartier des Italienischen Roten Kreuzes durch und erhält dort eine Menge an wichtigen Medikamenten. Dadurch kommt Vittoria wieder zu Bewusstsein. Noch bevor Attilio sie wieder zu Gesicht bekommt, eilt er zu Fuad, der sich inzwischen jedoch erhängt hat. Darauf gerät Attilio unter ira­ki­sche Widerstandskämpfer und wird von der U-S-Armee gefangen genommen. Erst sein lautstarker Hinweis auf seine italienische Staatsbürgerschaft bringt ihm die Freiheit wieder.

Zurück in Italien gerät er gleichwohl wegen eines Justizfalls, in den er vor seiner Abreise bereits verwickelt war, ins Gefängnis, bis ihn sein Anwalt dort herausholt. Endlich bietet sich nun in Rom die Gelegenheit zu einem Wie­der­sehen mit seiner geliebten Vittoria, die noch nichts von Attilios irakischen Abenteuern ahnt.
Wieder dominiert Benigni in diesem Film als zentraler, komischer Protagonist. Seine klar definierte Figur des Narren, welcher sich den Regeln des Alltags widersetzt, wirkt sicherlich als Sympathieträger fürs Publikums. Der Film gibt sich den Anschein eines Märchen, im dem die Tiere dem Helden in seinem Kampf gegen das Böse zur Hilfe kommen. Sie stehen für die letzten Über­bleib­sel einer Kommunikation ohne Worte, wie sie die Menschheit schon längst verlernt hat.

Der sentimentalen Komödie entsprechend ist die komplette Geschichte auf ihre Protagonisten und deren Gefühle konzentriert. Wer eine romantische, satyrische Liebesgeschichte mit einem Schuss Galgenhumor sucht, dem wird der Film gefallen, wer einen glaubhaften politischen Ansatz erwartet, der wird enttäuscht. Auch können die stereotypischen Verhalten Benignis auf die Dauer ermüdend wirken.

 

Roberto Benigni []

Hätte man vor 1997 jemanden au­ßer­halb Italiens gefragt, wer Roberto Benigni sei, er hätte nur den Kopf geschüttelt. Dann kam La vita è bella (Das Leben ist schön) und plötzlich war er weltweit bekannt.

Roberto Benigni


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