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Di Sizilianischen Vesper
   
Der Ausdruck Sizilianische Vesper bezeichnet einen Aufstand 1282 in Sizilien gegen die Herrschaft Königs Karl I. von Anjou.

Die Erhebung hatte ihren Ursprung im Kampf zwischen dem Papst und dem Heiligen Römischen Reich um die Macht über Italien. Die Nachkommen des letzten Stauferkaisers Friedrichs II., also Manfred (†1266) und Konradin (†1268) repräsentierten das Heilige Römische Reich.

Nachdem 1266 der letzte Hohenstaufer besiegt war, vertraute Papst Urban IV. das Königreich von Sizilien Karl von Anjou an. 1263 hatte er ihn bereits mit dem Königreich Neapel belehnt. Karl sah die sizilianischen Gebiete als ein Sprungbrett für seine Interessen am Mittelmeer, wozu er den Sieg über den byzantinischen Kaiser Michael VIII. Palaiologus zählte.
Der Aufstand erhielt seinen Namen dadurch, dass er zu Beginn des Abend­gottesdienstes, derSizilianische Vesper Ostermontagsvesper, seinen Anfang nahm. Der Legende nach ging eine Sizilianerin auf der Suche nach ihrer Tochter in eine Kirche in Palermo. Die Tochter hatte den ganzen Tag dort betend verbracht, wurde in der Kirche aber von einem französischen Soldaten ge­raubt. Darauf lief die Mutter auf die Straße und schrie laut Ma fia! Ma fia! (im mittel­al­terlichen sizilianischen Dialekt "Meine Tochter"). Einige sehen in dieser Ge­schichte eine Erklärung für die Entstehung des Wortes "Mafia". (*) Ungefähr sechs Wochen später führte das Geschehen schließ­lich zu einem Massaker an den französischen Einwohnern Siziliens.
Nutznießer des Aufruhrs war König Peter III. von Aragón, der eine erfolg­reiche Invasion startete, und damit zu Peter I. von Sizilien wurde.
Es gibt zwei Deutungen des Aufstandes, die einander nicht unbedingt aus­schließen. Die eine lautet, dass Michael Palaeologus’ und der Aragonesische König Peter III. den Aufruhr aus weltpolitischen Ambitionen anzettelten; die andere bezieht sich auf die grundlegende Ablehnung von Karls Regierung durch das sizilianische Volk. Die letztere Sicht gewann durch den Patrioten Amari breite Popularität.
Karl behielt die Macht über das Königreich Neapel auf dem Festland bis zu seinem Tod 1285; seine Erben regierten, bis die Nachfolger Peters die beiden Gebiete 1442 wieder vereinigten.

"O tu Palermo" aus "I vespri siciliani" von Giuseppe Verdi

Bedeutung in der Moderne
Im Zuge des Risorgimento war die sizilianische Vesper sehr beliebt und wurde als erster Vorläufer der italienischen Einheit und Freiheit gesehen. In der vierten Strophe der 1847 geschrieben Hymne Fratelli d'Italia wird sie auch erwähnt. Dabei vergaß Goffredo Mameli, dass die Vesper kurzfristig eine weitere Teilung des Landes brachte und nur einen Fremdherrscher (Anjou-Frankreich) durch einen anderen (Aragon-Spanien) ersetzte. Erst der Zug der Tausend des Giuseppe Garibaldi durch Sizilien leitete 1860 die Einigung Italiens ein.
(*) Zur Entstehung des Wortes Mafia gibt es auch andere Versionen [].
 
Les Vêpres Siciliennes
I Vespri siciliani ist auch eine Oper, die Giuseppe Verdi nach einem Libretto von Eu­gène Scribe und Charles Du­vey­rier für die Pariser Oper komponierte.
Die Pariser Premiere der Oper am 13. 6. 1855 war so er­folg­reich, dass Verdi Napoleon III vorgestellt wurde. Diese lud Verdi dazu ein, nach Paris zu ziehen, was der Komponist jedoch ablehnte.
in Italien stieß das revolutio­näre, den histori­schen Auf­stand der Sizilianer gegen die Franzosen 1282 behan­deln­de Thema auf Wi­derstand der Zensur, und die Oper konnte erst in einer abgeän­derten Übersetzung des Li­brettos ins Italienische aufge­führt werden.

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