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„Ländliches Konzert" (Tizian)

Tizian, der große Meister der venezianischen Schule, beeinflusste auf ent­schei­dende Weise die europäische Kunst. Tizian begeisterte bereits zu Leb­zei­ten ganz Europa, indem er die Pracht der schönsten Frauen Venedigs auf tra­ditionelle Darstellungen antiker Heldinnen oder Madonnen übertrug und damit profane Sinnlichkeit mit religiöser Darstellung verband. Sein Talent als Por­trä­tist und seine große Begabung für die Charakterisierung von Menschen mach­ten ihn auch bei Kaisern und Päpsten beliebt.
Mit dem etwa 1510 datierbaren Gemälde „Il concerto campestre“ („Länd­liches Konzert", Öl auf Leinwand, 110 x 138 cm) führt uns Tizian in ein glück­liches Arkadien. Es zählt zu den weltweit berühmtesten Bildern.
Das Bild wur­de früher Giorgione zugeschrieben, weil es viele Ähnlichkeiten mit Werken dieses Malers aufweist, wie zum Beispiel mit den Bildern "Der Sonnenuntergang“ oder "Das Gewitter". Heute tendieren die Fachleute mehr zu Tizian, wegen der Robustheit der Figuren, die typischer ist für Tizian.
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Ländliches Konzert
Auf dem Bild sind drei junge Menschen zu sehen, die auf einer Wiese unter freiem Himmel musizieren, umgeben von ei­ner idyl­lischen Landschaft. In ihrer Nähe steht eine junge Frau an einem Marmorbecken, in das sie aus einer Ka­raffe Wasser gießt. Beide Frauen sind nahezu nackt. Die beiden Männer sind in zeit­ge­nös­sischen Kostümen gekleidet. Die Szene spielt vor einer idea­li­sier­ten Landschaft mit Bäumen, Bergen und vereinzelten Häusern. In der Ferne zieht ein Schäfer mit seiner Herde vorbei.
Das Zusammensein zweier nackten Frauen mit zwei gekleideten Männern lässt eine komplexere Bedeutung des Bildes vermuten. Es scheint, als wolle Tizian hier zwei Welten vergleichen: einerseits die venezianische Aristokratie, auf der anderen Seite die Nymphen und den Schäfer. Sie sprechen nicht mit­einander, ihr Austausch erfolgt mittels der Musik. Dieses Thema der Musik in einer idyllischen Landschaft könnte eine Allegorie von Poesie und Musik vermuten lassen. Die auf der Wiese sitzende weibliche Figur mit der Flöte in der Hand wäre nach dieser Auffassung die Muse der pastoralen Dicht­kunst, die stehende Frau die Muse der tragischen Dichtung.
Weitere Bilder Tizians
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Obwohl die Ausführung und die Gestaltung dieses Bildes typisch sind für den Stil aus Tizians Jugend, wurde es lange Zeit Giorgione zugeordnet. Im Jahr 1509 war die Zusammenarbeit zwischen den beiden Künstlern am engsten: Das musste zwangsläufig zu Schwierigkeiten führen, die beiden Stile von­ei­nan­der zu unterscheiden.
Die Zuschreibung dieses Gemäldes war bereits zu unter­schied­li­chen Zeiten diskutiert worden. Zuerst, als es in der Sammlung Ludwigs XIV war, wurde es Gior­gio­ne zugeordnet, dann nacheinander Bellini, Palma il Vecchio und Se­bas­tiano del Piombo.

Da es in mindestens einem Fall bekannt war, dass Tizian ein Bild von Gior­gio­ne fertig­stellte, läge hier die Vermutung nahe, dass Giorgione – an den die The­men „Musik“, „ländliche Idylle" und die gleichzeitige Darstellung des Sicht­baren und des Unsichtbaren denken lassen – das Gemälde begann und die­ses, nach Giorgiones Tod im Jahr 1510, von seinem Schüler Tizian vollendet wurde. Inzwischen wird „Il concerto campestre“ trotz einiger Kontroversen allein Tizian zugeordnet.

Als Giorgione 1510 an der Pest starb, wurde Tizian sofort als der einzige denk­bare Nachfolger in Venedig gesehen. Angesichts der Nachfrage seitens der pri­va­ten Kunden des verstorbenen Meisters, wurde der junge Maler rasch dessen Nachfolger.
1863 drückte der französische Maler Edouard Manet seine Bewunderung für Tizians Bild aus, indem er sein Meisterwerk „Le Déjeuner sur l'herbe“ schuf.
 

Tiziano Vecellio

Tiziano Vecellio, um 1477 oder um 1490 in Pieve di Cadore (Republik Venedig) geboren, gilt als der wich­tig­ste Vertreter der venezianischen Ma­lerei des 16. Jahrhunderts und einer der größten Meister der ita­lie­nischen Hochrenaissance.
Von seinen Zeitgenossen als „Die Son­ne unter den Sternen" be­zeich­net, war Tizian einer der viel­sei­tig­sten und mit insgesamt 646 Werken auch pro­duk­tiv­sten italienischen Maler seiner Zeit.

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