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Alberobello und seine „Trulli"

Alberobello ist eine kleine Gemeinde (mit ca. 11.000 Einwohnern) in der süditalienischen Region Apu­lien, die seit 1996 zum UNESCO-Welt­kul­tur­erbe gehört. Diese Auszeichnung verdankt sie einzig und allein ihren Rund­häusern, den sogenannten Trulli (Mehrzahl von „Trullo"), die nach dem Vor­bild der Bauweise von Hirtenhütten in dieser Gegend entstanden. Die Stein­dä­cher dieser Häuser verjüngen sich nach oben hin zu einem Kragge­wöl­be („falschem Gewölbe“) und werden mit einem symbolischen Schluss­stein oder mit einer Kugel oder einem anderen Symbol, abgeschlossen.
Alberobello“ bedeutet, wörtlich übersetzt, „schöner Baum“. Die Etymologie des Namens leitet sich jedoch aus der ursprünglichen Bezeichnung „Silva Al­bo­relli“ (Alborelli-Wald) ab, wie es aus dem ältesten authentischen Doku­ment hervorgeht, dem Amtseinsetzungsdiplom des Königs Ferrante von Aragón aus dem Jahr 1481.
Trulli gibt es nicht nur in Alberobello, sondern auch im ganzen Umland, doch in Alberobello treten sie massiert auf. Hier bestehen ganze Stadtteile aus die­sen „Zipfelmützenhäusern“. Als Alberobello 1996 auf die Liste des Welt­kul­tur­erbes gesetzt wurde, erzeugte dies im Ausland ein sehr großes Interesse. Die Stadt wurde zum wichtigsten touristischen Ziel Apuliens.
Es setzte ein Tourismusboom ein, der auch dazu beigetragen hat, das Wel­terbe zu be­wahren und die einzigartigen Bauwerke, nicht nur in Alberobello selbst, son­dern auch in der ganzen Region zwischen Bari und Brindisi, zu res­tau­rie­ren. Dies hatte allerdings nicht nur positive Aus­wir­kun­gen. Der intime Charakter der kleinen Stadt ist bei der Invasion von Touristen aus aller Welt, zumindest in der Reisesaison, verloren gegangen. Die mehr als 1000 Trulli der Stadtteile "Aia Piccola" und "Monti" haben sich immer mehr in Gäs­te­un­ter­künf­te, Souvenirshops und Restaurants ver­wan­delt. Dennoch ist der Zauber der Stadt nicht ganz verloren gegangen. Rund 5000 dieser Trulli-Bauten hat man im gesamten Itria-Tal in Apulien ge­zählt, neben den etwa 1000 von Alberobello.
Trulli (Foto von Niels Elgaard Larsen / Lizenz)
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatte kein Mensch die Trulli beachtet, die kleinen Bau­werke mit den hohen runden Dächern. Sie waren nur die Be­hau­sungen ar­mer, bescheidener Menschen auf dem Land. Seit 1910 gelten die Trulli aber als „Mo­nu­mento Nazionale“ (Nationaldenkmal).
Trulli sind zumeist runde, aber auch auf rechteckigem Grundriss errichtete, weiß gestrichenen Bauten mit charakteristischen Kegeldächern aus Kalk­stein­platten, die ohne Mörtel in Form eines falschen Gewölbes auf­ei­nan­der geschichtet sind. Diese Bauweise findet sich auch anderswo rund um das Mittelmeer, beispielsweise in Sardinien in Form der Nuraghen oder in Süd­frank­reich als Bories.
Die „Chiesa di S. Antonio" (Lizenz)

Die ersten Gebäude dieser Bauweise stammten aus prähistorischer Zeit. Schon in dieser Zeit gab es im Itria-Tal Siedlungen, die Kup­pel­bauten zur Grab­le­gung der verstorbenen nutzten. Die meisten Historiker sind sich darüber einig, dass diese Bauart, vor allem auch mit der geografischen Lage des Gebiets zu tun hatte, in dem die für die Bauten gebrauchten Steine im Überfluss vorhanden waren.

Die ursprünglichen einfachen apulischen Trulli wurden von Bauern und Schä­fern errichtet mit den vor Ort gefundenen Steinen. Sie bestanden aus einem einzigen Raum und dienten als vorübergehende Behausungen und als Lager für Landwirtschaftsgeräte. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Trulli zu größeren Behausungen mit mehreren kleineren Räumen.

Die Gegend um Alberobello war bis 1481 ein Lehen der Herzöge Caracciolo von Martina Franca, danach der Grafen Acquaviva von Conversano, die das Gebiet besiedeln ließen. Am intensivsten wurde Alberorello zur Zeit der Herrschaft des Grafes Giangirolamo II Acquaviva d'Aragona (1600-1665) besiedelt. Ab dieser Zeit entstanden die meisten Trulli in der heute bekannten Form.

Trulli
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Die Trockenmauer-Bauweise der Trulli nutzte den Bewohnern dieser Sied­lungen, um die Häuser schnell abbauen und wieder aufbauen zu können. So konnte man – im Falle einer königlichen Steuerinspektion – die Dächer schnell auseinandernehmen, um den Steuereintreibern zu zeigen, dass man eine armselige Ansammlung von hal­ben Wänden nicht als Siedlung be­zeich­nen könne. So mussten keine Steu­ern bezahlt werden. Der Erfolg dieser Maß­nahme führte zu der Anordnung, in Alberobello über­haupt keinen Mörtel zu verwenden, und so wurde diese Bau­form schließ­lich zur Tradition.
 

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