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„Biennale del muro dipinto" in Dozza
 
Dozza ist eine entzückende kleine Gemeinde in der Provinz Bologna, in der Region Emilia Romagna. Dozza gilt als eine der charakteristischsten mit­tel­alterlichen Ortschaften des toskanisch-romagnolischen Apennins, nicht nur wegen ihres Erhaltungszustands sondern auch wegen der Landschaft, in der sie ein­ge­bet­tet ist. Von der imposanten, den historischen Stadt­kern über­ra­gen­den Rocca Sforzesca, der Burg der Sforzas, hat man einen herrlichen Aus­blick auf sanfte Hügel und Weinstöcke. Erlesen DOCG-Weine [] wie der Trebbiano, der Sangiovese und der be­rühmte Albana werden hier erzeugt.
Rocca Sforzesca
Dozza ist einzigartig. Denn die Kleinstadt beherbergt alle zwei Jahre die Ver­an­staltung Biennale del Muro Dipinto (wörtlich: Biennale der bemal­ten Wand), bei der bekannte inländische und aus­län­dische Künstler dauer­hafte Kunstwerke die Häuserfronten bemalen.
In der Via Edmondo de Amicis
1960 war Dozza noch eine fast vergessene Kleinstadt, unbekannt, abseits der großen Kommunikationswege gelegen, und deshalb völlig ohne Tourismus. In jenem Jahr wechselte die Rocca Sforzesca, bis dahin die Privatresidenz der Markgräfe Malvezzi-Campeggi, den Eigentümer. Die Gemeinde Dozza wurde ihr neuer Besitzer und nach einer angemessenen Restaurierung wurde die Rocca für das Publikum geöffnet.
Der Engel von Dozza (von Giuliana Bonazza)
Es stellte sich die Frage, wie man Dozza auch außerhalb der Region bekannt machen könnte, um nicht nur den lokalen Fremdenverkehr anzukurbeln. Anziehungspunkte gab es genügend. Nicht nur das Aushängeschild der Rocca mit ihrer reichhaltigen Zimmerausstattung, den prächtigen Wandteppichen und der Gemäldegalerie, sondern auch weitere Sehenswürdigkeit, wie die Pfarrkirche, in der das Gemälde „Madonna col Bambino" (1492) von Marco Palmezzano zu sehen ist. Aber vor allem ist der mittelalterliche Ort selbst mit seinen kleinen Gassen, alten Steine und Torbögen faszinierend. Nicht zuletzt der zum Verbleib einladende Hauptplatz unmittelbar vor dem Kastell.
Wandmalerei von Alberto Zamboni
In jenen Jahren waren Malerei-Veranstaltungen und -Wettbewerbe sehr ver­breitet in der Gegend, und es gab kaum ein Jahrmarkt oder ein Dorffest, bei dem man keine Maler vor ihren Staffeleien sehen konnte. Dozza musste also etwas völlig Neues schaffen und „erfand" die „Bemalte Wand“, „il muro dipin­to„. Die erste Ausgabe der Veranstaltung wurde, trotz des Regens, ein Erfolg.
Wandbild von Manuel Ruiz Pipo
"Muro bagnato, muro fortunato" (nasse Wand, glückliche Wand): Niemals hat­te sich ein Sprichwort als treffender erwiesen. Es folgten weitere, zu­nächst jährlich stattfindende, sehr erfolgreiche Ausgaben der Veranstaltung in den Jahren 1961, 1962, 1963 und 1964. Der „Muro Dipinto“ brachte dem kleinen Ort nicht nur enorme Bekanntheit sondern vor allem eine rasant wachsende touristische Entwicklung.
Wandmalerei von Karin Andersen
1964 entschloss sich das Fremdenverkehrsamt für einen Qualitätssprung und wandelte mit der Unterstützung bekannter Kunstkritiker und Journalisten den „Muro dipinto“ in eine BIENNALE MODERNER KUNST um. Seitdem haben be­kannte nationale und internationale Künstler (wie Matta, Saetti, Sassu, Puri­fi­cato, Brindisi, Sughi, usw...) die Häuserfassaden von Dozza mit großen Wand­malereien verschönert und somit aus Dozza die „Hauptstadt der modernen Wandmalerei“ gemacht.
Von Gino Pellegrini bemalte Wand (zum 150. Jahrestag der Einigung Italiens)
Die Biennalen der Jahre 1965, 1967, 1969 und 1971 liefen (wie auch die ers­ten fünf Ausgaben) als „Wettbewerb" ab: Jury, Rangliste mit differnzier­ten Preisen. 1973 wurde diese Vorgangsweise abgeschafft und die Künstler gleichgestellt - mit gleichen Auszeichnungen und Preisen für alle.
Gruppo folkloristico dozzese
Von 1962 an (bis heute noch) müssen die aufgenommenen Künstler den Ver­anstaltern eine Entwurfsskizze ihrer geplanten Werke liefern. Auf diese Weise konnte man im Laufe der Jahre in den Räumen der Rocca eine außer­ge­wöhn­lich interessante Kunstgalerie, die Pinacoteca del Muro Dipinto, ein­rich­ten. Diese wurde auch durch eine umfangreiche Fotodokumentation er­gänzt. In der Galerie werden auch einige Wandmalereien auf­be­wahrt, die von einer Wand entfernt werden mussten, um sie vor der Zerstörung durch Wet­ter­un­billen zu retten.
Die nächste Ausgabe der Biennale del Muro Dipinto wird im Sep­tem­ber 2013 stattfinden.
Für weitere Wandmalerein in Dozza siehe die italienische Seite   
 

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