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Vieste

 
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Vieste ist eine kleine Stadt mit etwa 13.000 Einwohnern auf der Halbinsel Gar­gano, die in der Region Apulien (in der Provinz Foggia) liegt. Weil sie von zwei langen, schönen Sandstrände eingeschlossen ist, wurde sie in den letzten Jah­ren zum be­gehr­ten Reiseziel für Touristen aus aller Welt.
Anfang der 1960er Jahre be­gann auf dem Gargano die Ent­wicklung des Tourismus, weshalb entlang der Küste zahlreiche Camping­plät­ze, Ferienbungalow-Dörfer und Hotels entstanden, die heute Tausende von Urlaubern auf­nehmen können. Während die Küste südlich von Vieste, die wohl abwechs­lungs­reich­ste und schönste Küstenlinie des Gargano, mit ihren hel­len, steilen Felsen und das darüber wuchernde Grün der üppigen Mittel­meer­ve­ge­ta­tion noch fast unversehrt geblieben ist, häufen sich im Norden in Rich­tung Peschici die Urlaubssiedlungen.
Gargano-Küste südlich von Vieste
Vergeblich sucht man an der Küste der Halbinsel Gargano nach Hotelklötzen, wie man sie vom Rest der Adriaküste kennt.
Trabucchi (zu Deutsch „Fischergalgen“) sind zum Zweck des Fisch­fangs er­richtete Pfahl­bau­ten, die man noch häufig an der abruzzesischen Küste der Adria und am Gargano findet. Zweck eines trabucco“ ist es, ein gro­ßes rechteckiges Netz gleichmäßig horizontal ins Meer zu senken und nach einiger Zeit wieder heraufzuziehen. Die Trabucchi wurden an Stellen errichtet, an denen von der Meeresströmung begünstigt, Fischschwärme vorbeiziehen.
Trabucco
Auf dem flachen Teil einer kleinen Halbinsel findet man den modernen Teil von Vieste und den aus dem 19. Jahrhundert. Die Altstadt von Vieste thront hin­ge­gen mit seinen weiß getünchten Häusern auf einem Kalk­sporn und ist ein wahres Kleinod aus dem Mit­tel­alter. Der Zugang zu den kleinen Türen der Häuser erfolgt oft über kleine, außen angebaute Treppen (mignali). Über die engen, verwinkelten Gassen spannen sich manchmal schmale Bögen, die die gegenüber liegenden Häuser verbinden.
Blick auf Vieste
Dort, wo noch vor zwei Generationen das Meer bis zu den Häusern vordrang, steht heute, fein von Palmenreihen geschmückt, der Hauptplatz, Treffpunkt von Alt und Jung.
Zum Windsurfen ist Vieste sehr gut geeignet. Auf Grund der exponierten Lage herrscht dort fast täglich ein surf- und segeltauglicher Wind, dabei werden die vom Meer strömenden Winde auch von Campern und anderen Besuchern als angenehm empfunden. Es gibt mehrere Surfschulen und traumhafte Sand­strände
Auf dem Hauptplatzu von Vieste
Am oberen Ende des südlichen Strandes steht ein etwa 25 Meter hoher wei­ßer „Faraglione“, ein nadelfürmiger Monolith, den man Pizzomunno nennt und quasi das Wahrzeichen von Vieste ist. „Pizzomunno„bedeutet zugleich auch „Die Spitze der Welt" (Pizzo del mondo) .
Über diesen Felsen erzählt man sich eine Legende. Als die Stadt noch ein kleines Fischerdorf war, lebten hier ein kräftiger junger Mann namens Pizzomunno und Cristalda, ein Mädchen außerordentlicher Schönheit. Wie es in jedem guten Märchen sein muss, verliebten sich die beiden ineinander.
Der „Faraglione“ (Felsenspitze) am Südstrand von Vieste
Pizzomunno fuhr, da er Fischer war, jeden Tag aufs Meer hinaus. Pünktlich tauchten dann aus den Fluten die Sirenen auf und sangen für ihn. Sie beließen es aber nicht nur beim Singen. Denn sie waren von der Gestalt des jungen Mannes und dem Ausdruck seiner Augen derart fasziniert, dass sie ihm eines Tages anboten, ihr König und Geliebter zu werden. Was Pizzomunno ablehnte. Zu groß war seine Liebe zu Cristalda.
Eines Abends, als die beiden Liebenden auf der kleinen Insel vor dem Strand auf die Nacht warteten, griffen die Sirenen, wütend vor Eifersucht, Cristalda an und zerrten sie in die Tiefe des Meeres.
Umsonst suchte er in jener Nacht nach seiner Geliebten. Am folgenden Tag fanden ihn die anderen Fischer auf dem Strand, zu Stein geworden durch den großen Schmerz.
Der Hafen von Vieste
Vom Hafen in Vieste aus werden schon in der Vorsaison fast täglich Boots­tou­ren angeboten, mit denen man zahlreiche Meeresgrotten be­sich­tigen kann. Diese Grotten stehen der berühmteren (und daher völlig über­lau­fe­nen) „Grot­ta Azzurra“ bei Capri in nichts nach.
Die Grotten tragen die merkwürdigsten Namen, wie: die „Grotta dei Con­trab­ban­dieri“ (Grotte der Schmuggler, mit zwei Zugängen), die Grotta della Cam­pana Piccola (G. der kleinen Glocke), die „lila Grotte“, die „Grotta dei Po­mo­dori“ (Grotte der Tomaten) und die Grotta Calda (warme G.).
Die „Punta di San Francesco
Pittoresk, interessant und voller Hinweise auf die Geschichte ist die Altstadt: Vieste war für viele Jahre, vor allem im XV und XVI Jahrhundert, Ziel von Piratenangriffen und Überfällen verfeindeter Völker. Es gibt im historischen Stadtkern einen Stein, die Chianca Amara, auf dem Tausende Einwohner von Vieste (man spricht von 5000) vom berüchtigten türkischen Piraten Dragut Rais enthauptet wurden. Auf der höchsten Stelle des alten Stadtkerns steht das Schloss von Friedrich II. von Hohenstaufen.
In den Gassen der Altstadt
Ein Tipp noch zur Reisezeit: Ab Mai gibt es meist schon gutes Badewetter, das sich dann bis in den Okto­ber hält. Es ist nicht unbedingt zu empfehlen, in der Hochsaison, die am 15. August („Ferragosto“ []) seinen Höhepunkt erreicht, hier Urlaub zu ma­chen. Traditionell ist dann ganz Italien am Meer und dementsprechend ist der Ort überlaufen und die Preise hoch. Sein schönstes Gesicht zeigt der Gargano in der Nebensaison!
Vieste bei Nacht
Umgebung: Die Foresta Umbra ist ein Na­tionalpark dessen Aus­dehnung ca. 10.000 Hektar beträgt. Er liegt auf einer Höhe zwischen 272 m und 827 m über dem Meeres­spiegel.
Die Foresta Umbra ist ein Mischwald, dessen Name von der dichten Vege­ta­tion, die die Sonnen­strahlen kaum durch­kom­men läßt (Lat. umbra = Schatten / beschattet), abgeleitet wird. Der Wald ist ein be­lieb­tes Rei­se­ziel für Natur­lieb­ha­ber und wurde bereits von den Dichtern Horaz, Ovid und Vergil be­sungen.
Foresta Umbra
Zwei Seen, der Lago di Lésina und der Lago di Va­ra­no liegen im land­schaft­lich schönen Gargano.
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Gargano

Die Halbinsel Gargano liegt an Ita­liens Ost­küste (an der Adria) und ist ein etwa 2000 km² großes Vor­ge­birge der Region Apulien. Sieht man die italienische Halbinsel als einen Stiefel, so ist der Gargano dessen Sporn. Admi­ni­strativ liegt er in der Provinz Foggia.

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