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Wär ich das Feuer ...

Anfang des 14. Jahrhunderts, als die Stilrichtung des "Dolce Stil Novo" [] vorherrschte, die die Liebe als Thema hatte und Bilder von großer Empfind­samkeit schuf, komponiert der respektlose Cecco Angiolieri stark pro­vo­zie­rende Verse, die den irdischen Leidenschaften einen großen Lob spendeten.

Cecco Angiolieri werden etwa 150 Sonette zugeschrieben. In anschaulicher und realistischer Sprache gefasst, ist seine Poesie von respektloser und bei­ßender Satire und Übertreibung gekennzeichnet. Das bekannteste Sonett (S'i' fosse foco, arderei 'l mondo) ist in seiner Missachtung der Konventionen des 14. Jahr­hunderts und seiner Provokation beispielhaft. Kein italienischer Gymnasiast kennt es nicht.

Wär ich der Wind, ich risse die Welt in Fetzen,
wär ich das Feuer, zerfräß ich sie zu Funken,
wär ich das Meer, sie läge längst versunken,
wäre ich Gott, Spaß: gäb das ein Entsetzen!

Wär ich der Papst, wie würd’es mich ergetzen,
zu ärgern meine Christen, die Hallunken!
Wäre ich König, ließ’ich wonnetrunken
mein Volk mit Hunden an den Galgen hetzen!

Wär ich der Tod, besucht’ich auf der Stelle
die lieben Eltern wieder mal; als Leben
beträt ich nie und nimmer ihre Schwelle!

Wär ich der Cecco – hm, der bin ich eben;
drum wünsch' ich Mir die schönsten Jungfernfelle
und will die häßlichen gern Andern geben!

Diese Übersetzung von Richard Dehmel weicht zwar in einigen Punkten von einer wörtlichen Übersetzung des berühmten Sonetts ab, sie gibt aber die Heftigkeit, den Groll und vor allem die Kraft der Sprache sehr gut wider.
Hier das Original:
S'i' fosse foco, arderei 'l mondo;
s'i' fosse vento, lo tempestarei;
s'i' fosse acqua, i' l'annegherei;
s'i' fosse Dio, mandereil'en profondo;
"S'i fosse foco ..."  (gesprochen von Vittorio Gassman)
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s'i' fosse papa, starei allor giocondo,
ché tutti cristïani imbrigarei;
s'i' fosse 'mperator, sa' che farei?
a tutti taglierei lo capo a tondo.
S'i' fosse morte, andarei da mi' padre;
s'i' fosse vita, non starei con lui:
similemente faria da mi' madre,
S'i' fosse Cecco, com'i' sono e fui,
torrei le donne giovani e leggiadre:
le vecchie e laide lasserei altrui.
Über Angiolieris Leben ist wenig bekannt. Aus den wenigen Quellen, die zur Verfügung stehen, kann man sein Leben als unstet und unkonventionell beurteiln. Es könnte aber auch sein, dass sein rebellisch inszenierte Leben weniger mit der Wirklichkeit zu tun hat, als seine Gedichte es vermuten ließen.


Cecco Angiolieri

Cecco Angiolieri (1260- 1312) war ein italienischer Dichter des Hoch­mi­ttelalters und Zeitgenosse von Dante Alighieri [].

Lust (Gabriele d'Annunzio)
S'ì' fosse foco
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Cecco Angiolieri
Die Sonette von []
Cecco Angiolieri

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Angiolieri
Italienische
Renaissance-Novellen

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Angiolieri
Lebensvorgänge, Krankheiten und Heilung in den Gedichten Cecco Angiolieris und anderer burlesker Dichter der Dantezeit
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