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Beatrice

Die folgenden Verse gehören zu den schönsten und erhabensten Liebesverse der italienischen Literatur.
Dante Alighieris [] berühmteste Liebesverse
Tanto gentile e tanto onesta pare
la donna mia quand’ella altrui saluta,
ch’ogne lingua deven tremando muta,
e li occhi no l’ardiscon di guardare.
Ella si va, sentendosi laudare,
benignamente d’umiltà vestuta;
e par che sia una cosa venuta
da cielo in terra a miracol mostrare.
Mostrasi sì piacente a chi la mira,
che dà per li occhi una dolcezza al core,
che ’ntender no la può chi no la prova:
e par che de la sua labbia si mova
un spirito soave pien d’amore,
che va dicendo a l’anima: Sospira.
So ganz holdselig scheint, so reich an Sitte
Die Liebste, sieht man sie im Gruß sich neigen,
Dass Zittern jeden Mund befällt und Schweigen,
Und keinem Aug' ein dreister Blick entglitte.
Sie aber geht durch der Entzückten Mitte,
Gekleidet mild in Demut, die ihr eigen.
Da ist's, als ob vor uns vom Himmelsreigen
Ein Wunderbild zur Erde niederschritte.
Sie stellt sich jeden Blick so lieblich dar,
Dass eine Süße dringt durchs Aug' ins Herze,
Die Keiner, der ihr fremd, zu kennen wähne.
Und von den holden Lippen wunderbar
Weht linder Hauch, erfüllt von Lieb' und Schmerze,
Der zu der Seele spricht: Nun seufz' und sehne!
Die schöne Florentinerin Beatrice di Folco Portinari (1266 - 1290) war die Jugendliebe Dante Alighieris und beeinflusste sein Schaffen maßgeblich. Ihr Leben ist nur teilweise bekannt und umstritten.
In Dantes Werk "La Vita Nova" schildert der Dichter seine große Liebe zu Beatrice, von der ers­ten Be­ge­gnung bis zu ihrem Tod, wobei er es ver­mei­det, den Begriff Tod zu verwenden und keinen Hinweis auf dessen nähere Umstände gibt. In "La Vita Nova" finden sich immer noch Anklänge an den Stil höfischer Liebesdichtung [], aber es schildert den Zusammenhang zwischen der leidenschaftlichen menschlichen Liebe und der Ehre der göttlichen Liebe in bemerkenswerter, für jene Zeit skandalöser Ausführlichkeit.
Dante traf Beatrice zum ersten Mal, als er neun Jahre alt war und war sofort von ihr bezaubert. Erst neun Jahre später sollten sie sich jedoch wieder tref­fen. Beatrice blieb für Dante immer nur eine platonische Liebe. Auf den Stra­ßen von Florenz begegneten sich die Beiden zwar des öfteren und grüßten sich auch, aber es ging niemals über diese flüchtige Begrüßung hinaus. Bei einer seiner Begegnung mit Beatrice drehte sie sich auf der Straße nach ihm um und grüßte ihn. Das überwältigte den großen Dichter. Im Traum erschien ihm Beatrice in einer Verklärung als keusche überirdische Schönheit im Arme des Herrn, die Dantes brennendes Herz zu essen erhält. Dieser Traum wurde auch zum ersten Sonett der La Vita Nova. Selbst als Beatrice 1287 den Ban­kier Simone di Bardi heiratete, blieb Dante ihr in Gedanken treu. Auch als Beatrice überraschenderweise im Alter von 24 Jahren starb, behielt Dante, der selbst verheiratet war und Vater zweier Kinder, das idealisierte Bild von ihr in seinem Herzen.
 
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