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Grazia Deledda
Grazia Deledda (1871 - 1936) war eine italienische Schriftstellerin aus Sar­dinien. Sie kam in Nuoro als vorletztgeborene von sechs Kindern einer wohl­habende Familie auf die Welt. Ihr Vater, Giovanni Antonio, war ein kleiner, aber vermö­gen­der Unternehmer. Er beschäftigte sich zum Vergnügen mit Dichtung und war 1892 Bürgermeister von Nuoro. Grazias Mutter, Francesca Cambosu, war eine stark gläubige Frau, die ihre Kinder mit gro­ßer mora­li­schen Strenge erzog.
Seit 1900 in Rom lebend, zählte Grazia Deledda zu den bedeutendsten Auto­rinnen des Naturalismus innerhalb der italienischen Literatur. In ihren Werken schilderte sie stets das harte Leben der Menschen ihrer Heimat.
Nach der Volksschule erhielt Grazia Privatunterricht in italienischer Literatur, denn zu jener Zeit gestatteten es die Sitten nicht, dass ein junges Mädchen mehr als die Pri­mär­schule besuchte. Mit zwölf Jahren schrieb sie ihre ersten Verse, was ihre Lehrerin zu dem Ausruf veranlasste: „Dichterin, Dichterin! Ach, was soll nur aus diesem Kinde werden!
Wesentlich für ihre Bildung war die Freundschaft mit dem Schriftsteller Enrico Costa aus Sassari. Auf An­re­gung ihres Lehrers, der schon frühzeitig ihr Ta­lent erkannte, sandte sie ihre Arbeiten an eine Zeitschrift, die diese sofort ver­öffentlichte. So erschienen 1866, als sie gerade einmal 15 Jahre alt war, ihre ersten Er­zäh­lun­gen. 1892 erschien ihr erster Roman „Fior di Sardegna„. Sie schrieb und schrieb und schrieb - bis zu ihrem Tod wurden es 350 Novellen, 30 Erzählungen, 8 Fabeln, 15 Skizzen und 35 Romane. Das Schrei­ben war ihr Leben, die Sprache ihre Heimat.
In ihrem autobiographischen Roman „Cosima“ (1937), dessen Manu­skript erst nach ihrem Tod in ihrer Schreibtischschublade entdeckt wurde, schilderte die Deledda die schwierigen Anfänge ihrer beispiellosen schrift­stellerischen Kar­riere.
1900 heiratete Deledda den Staatsbeamten Palmiro Madesani und lebte mit ihm zunächst in Cagliari, später in Rom, als ihre Werke „Ehrliche Seelen“ und „Der alte vom Berg“ veröffentlicht wurden und sie begann, für die Zeit­schrif­ten „La Sardegna“, „Piccola rivista“ und „Nuova Antologia“ zu schreiben.
1903 veröffentlichte sie Elias Portolu“, ein Werk, das sie als Schriftstellerin bestätigte und der Anfang einer Serie von Romanten und Theaterstücken war: „Asche“ (1904), „Der Efeu“ (1906), „Bis an die Grenze“ (1911), „Nel deserto“ (1911), „Schilf im Wind“ (1913), „Marianna Sirca„ (1915), „Il Dio dei venti“ (1922), „Die Mutter“ (1922), „Die Flucht nach Ägypten“ (1927), „Der Alte und die Jungen“ (1929). Davon wurde „Bis an die Grenze“ wegen der religiösen Einstellung von katholischer Seite heftig kritisiert.

1926 erhielt Grazia Deledda den Nobelpreis für Literatur. Das Nobel­preis­ko­mitee verlieh ihr den Preis „für ihre von Idealismus getragenen Werke, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben auf ihrer heimatlichen Insel schil­dern und allgemein menschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandeln.“ . Sie war – nach der schwedischen Autorin Selma Lagerlöf (1858–1940) – die zweite Frau, die diese Auszeichnung erhielt. Und sie ist nach wie vor die ein­zige italienische Nobelpreisträgerin für Literatur.

Grazia Deledda starb am 15. August 1936 in Rom im Alter von 64 Jahren an Krebs.
Weil sie sich im „Ventennio“ nicht ausdrücklich von Mussolini und dem Fa­schis­mus distanzierte, geriet ihr Werk nach dem Zweiten Weltkrieg eine Zeit lang in Vergessenheit.
1916 wurde ihr Roman „Asche“ unter der Regie von Arturo Ambrosio und Febo Mari verfilmt, mit Eleonora Duse in der Hautrolle.
1956 drehte Mario Monicelli den Film „Proibito“, nach Deleddas Roman "Die Mutter".
Grazia Deledda war auch Übersetzerin. Sie übersetzte den Roman „Eugénie Grandet“ von Honoré de Balzac ind Italienische.

Deleddas Geburtshaus in Nuoro, die "Casa Natale di Grazia Deledda" [] ist heute ein Museum zu Ehren der sardischen Nobelpreisträgerin.



Grazia Deledda
Ihr Name wird mir nie aus dem Kopf gehen. Denn die Schu­le, in die meine Schwester jah­relang ging, hieß Grazia Deledda und ein guter Freund von mir unter­rich­tet heute noch auf einer weiteren Schule dieses Na­mens. So sehr wird diese sardische Schriftstellerin in Italien geschätzt.

Schilf im Wind
Schilf im Wind
von Grazia Deledda

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Marianna Sirca
Marianna Sirca
von Grazia Deledda

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