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Salvatore di Giacomo

   
Salvatore die Giacomo, der seine Gedichte ausschließlich in neapo­li­ta­ni­schem Dialekt verfasste, fasziniert die Leser mit seiner Liebe zu den Menschen, mit sei­nem fei­nen Humor, der oft an das Idyll streift und seiner Fähigkeit, das Fan­tastische und das Alltägliche, das Zau­ber­hafte und das Natürliche in läch­eln­der Freundschaft zu ver­mählen.
Mann muss die italienische Sprache schon sehr gut beherrschen und ein paar wichtige Begriffe aus dem Nea­politanischen dazu, um sich beim Genießen seiner Gedichte nicht nur am wunderbaren Klang zu er­freu­en. Die deutsche Übersetzung kann nur et­was von den Inhalten hergeben, weniger aber das Liebliche, das Hei­tere, das Sinnliche seiner Werke.
Karolines Zöpfe ('E trezze 'e Carulina)
Du Kämmchen, das die Zöpfe kämmt,
Der schönen Karoline,
Tu' mir's zulieb' und zupfe sie
Und zupf' sie eines Morgens!
Und Spiegel du, wo funkelhell
Mit ihren Augen lachend
Sie sich beschaut und singt dazu,
Du Spiegel laufe an!
Du Bettuch, wo die Glieder si,
Die zarten Glieder streckt,
Werd' feurig heiß und stichle sie,
Den ganzen Monat Mai!
Und Weihrauchgras und Rautenblüt,
Reseden auf dem Dach,
Laßt eines Morgens ganz verdorrt
Euch finden allzumal!
Doch, ach, der Kamm, der Zöpfe kämmt
Der schönen Karoline,
Ist immer doch der gleiche Kamm
Aus feinem Schildkröthorn.
Der Spiegel aus Venedig ist
Und hat sich nicht gemuckst,
Das Leintuch aber weht und riecht
Nach frischem Nardenduft.
Mein ganzer Zauber ist dahin
Und dringt nicht bis zu ihr, -
Viel schlimmer noch, viel reizender,
Viel schöner wird sie gar!
Und nicht einmal die Rautenblüt,
Reseden auf dem Dach
Erhören mich und schießen nur
Im Mai noch schneller auf.
Einige seiner Verse aus dem Jahre 1885, die von ihm auch nicht besonders gemocht wurden, wurden von Francesco Paolo Tosti vertont. Daraus entstand eines der bekanntesten neapolitanischen Lieder überhaupt: „Marechiaro„.
Marechiaro
(Originaltext+Hörprobe)   
Wenn der Mond aufgeht in Marechiaro,
lieben sich sogar die Fische,
es überschlagen sich die Wellen des Meeres,
vor Freude verändern sie ihre Farben.
Wenn der Mond aufgeht über Marechiaro,
In Marechiaro gibt es ein Fenster,
auf das sich meine Leidenschaft richtet,
auf ihm steht eine duftende Nelke,
und unter ihm murmelt das Meer.
In Marechiaro gibt es ein Fenster.
Wer sagt denn, dass die Sterne strahlen,
kennt nicht die Augen unter deiner Stirn!
Die beiden Sterne kenn nur ich,
denn ihre Spitzen stechen in mein Herz.
Wer sagt denn, dass die Sterne strahlen
Erwache Carolina, denn die Luft ist sanft
wann musste ich je so lange warten!?
Um meine Stimme mit dem Klange zu begleiten,
spiel ich heut' Abend auf meiner Gitarre.
Erwache Carolina, denn die Luft ist sanft!


Salvatore di Giacomo
Salvatore di Giacomo war das lite­rarische Genie des aufblühenden Neapolitanischen Lied. Neben No­vel­len, Theaterstücken und Essays schrieb er aber auch wundervolle Poesien, manche von denen von kongenialen Musikern vertont wur­den.

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