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Francesco Petrarca
   
Francesco Petrarca (Arezzo, 20. Juli 1304 – Arquà Petrarca, 19 Juli 1374) war ein italienischer Schriftsteller, Dichter und Humanist. Sein bekanntestes Werk ist der „Canzoniere„.
Sein Vater, der Notar ser Pietro di ser Parenzo, wurde 1302 als Guelfe (Papst­anhänger) aus Florenz verbannt. Deshalb verbrachte Petrarca die frühe Kind­heit in Incisa, Arezzo und Pisa. Mit sieben Jahren ging Petrarca mit seinem Vater nach Avignon. In Montpellier und Bologna studierte er Jura. Nach dem Tode seines Vaters kehrte er 1326 in die Provence zurück.

Laura
Am 6. April 1327 traf er in der Kirche von Santa Chiara in Avignon eine ver­heiratete Frau, die er Laura nannte und in die er sich verliebte. Es handelte sich höchstwahrscheinlich um Laura de Noves, die Ehefrau von Ugo de Sade. Pe­trar­cas Liebe war eine echte Liebe für eine real existierende Frau. Seine Liebe wurde zwar nicht erwidert aber der Eindruck von Laura wirkte derartig stark auf den Dichter, dass er sie zeitlebens verehrte und in ihr eine dauer­hafte Quelle seiner dichterischen Inspiration fand.
 
Anselm Feuerbach: Die schicksalhafte Begegnung Petrarcas mit Laura
Ihr widmete Petrarca sein be­rühm­tes Werk, den „Canzoniere“, eine Samm­lung von Gedichten, in der er seine unerfüllte Liebe zu ihr besingt. Mit dieser Form der Lie­bes­dichtung, in der Petrarca die traditionelle Troubadourlyrik mit seinem eigenen Stil verband, übte Pe­trar­ca so großen Einfluss auf die euro­pä­ische Dichtung des Mittelalters aus, dass eine neue Stilform, die weit in die Neuzeit hinein fortlebte und den Minnesang ablöste, nach ihm benannt wird: der Petrarkismus. In dieser Form von Dichtung ist der Mann jener, der grau­same Liebesqualen erleidet, und dessen Herz von der Liebe verzehrt wird. Die Frau, zu der er sich hingezogen fühlt, ist ihm gegenüber hingegen grausam und kalt.

Mont Ventoux
„Und da gehen die Menschen dahin und bewundern die Höhen der Berge, das mächtige Wogen des Meeres, die breiten Gefälle der Ströme, die Weiten des Ozeans und den Umschwung der Gestirne - und verlassen dabei sich selbst."Das Zusammenfallen dieser Aussage aus den Bekenntnissen des Kirchen­va­ters Augustinus mit dem Naturerlebnis der Besteigung eines Berges im Süden Frankreichs führten bei Petrarca zu einer geistigen Wende.
In einem auf den 26. April 1336 datierten Brief schildert er, wie er zu­sam­men mit seinem Bruder den Mont Ventoux in der Provence bestieg.
„Den höchsten Berg dieser Gegend, den man nicht
unverdient Ventosus, den Windumbrausten, nennt,
habe ich am heutigen Tage bestiegen, einzig von
der Begierde getrieben, diese ungewöhnliche
Höhenregion mit eigenen Augen zu sehen"
.

Durch dieses Erlebnis ging für Petrarca das für das Mit­telalter typische Bild einer menschenfeindlichen und verderblichen Welt verloren, die nur Durch­gangsstation in die jenseitige Welt war. Wie in der Land­schaftsmalerei dieser Zeit klingt bei Petrarca eine neue Natur- und Land­schafts­erfahrung an, bei der sich ästhetische und kontemplative Sicht­wei­sen miteinander verbin­den. Einige Gelehrte sehen deshalb in der Be­stei­gung des Mont Ventoux ein Schlüs­sel­er­eig­nis des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit. Außerdem gilt Petrarca aufgrund die­ser ersten „touristischen" Berg­besteigung als Begründer des Alpinismus [].


Petrarca zog sich nach Reisen durch Frankreich, Belgien und Deutschland in Vaucluse, ein Dorf bei Avignon, zurück, wo er von 1337-1349 lebte, um in Abgeschiedenheit sei­ner Arbeit nach­zu­ge­hen. Er unternahm allerdings zahlreiche Reisen nach Deutschland, Belgien und Italien, wo er unter an­derem einen seiner spä­te­ren Schüler Boccaccio sowie Cola di Rienzo ken­nenlernte. 1341 wurde Petrarca vom römischen Senat auf dem Kapitol in Rom zum Dichterfürsten (poeta laureatus) gekrönt. Zwischendurch ging er an den Hof des Kardinals von Avignon, für acht Jahre war er Gesandter in Mailand.
Von 1353 bis 1361 lebte Petrarca in Mailand, und von 1361 bis 1374 in Padua, Venedig und Arquà. Sein starker Glaube an die Rolle eines vereinten Italiens als kultureller Erbe des Römischen Reiches hat seinen Ursprung vermutlich in seinen Reisen.

Canzoniere
Petrarca gilt als Mitbegründer des Humanismus und als einer der größ­ten Dichter Italiens. Für sein größtes Werk, den Canzoniere war Petrarca immer wieder um Verbesserungen bemüht. Er starb während der neunten Abfassung der Texte.
Der Canzoniere mit der unsterblichen Figur der Geliebten Laura ist ein Zy­klus von 366 Gedichten, darunter 317 Sonette, in denen die reine, aus­dau­ernde Liebe zu Laura, der donna angelicata(engelgleichen Frau [ ]) besungen wird, weist Petrarca als Meister der Liebeslyrik aus und macht ihn zum Vorbild für das folgende Jahrhundert.
EINE KLEINE KOSTPROBE
XIV.
Hell frische, süße Wogen,
Die jüngst die schönen Glieder
Der Einz'gen, die mir Herrinn scheinet, kühlten!
Ihr Zweige, zart gebogen –
Mit Seufzen denk' ich's wieder –
Die stützend ihren holden Körper hielten!
Ihr Blüthen, die da spielten
Um's Kleid ihr, loos' und leichte,
Um Busens Engelreine!
O Luft, du heil'ge, reine,
Wo Amor mir ihr Herz im Auge zeigte!
Vernehmt all', was ich sage,
Vernehmt die letzte schmerzensvolle Klage!
Ist's einmahl mir beschieden,
Des Himmels fester Wille,
Daß dieses Herz in Liebesweh ersterbe,
So finde ihren Frieden
Bey euch die kranke Hülle,
Und nackt der Geist die alte Wohnung erbe.
Der Tod ist minder herbe,
Wenn zu dem dunkeln Orte
Die Hoffnung mit mir ziehet.
Denn nimmermehr entfliehet
Der matte Geist in ruhigerem Porte,
Nimmer in stillern Thalen
Seinen Gebeinen, abgemüht in Qualen.
Vielleicht erscheint die Stunde,
Wo an gewohnter Stelle
Das schöne sanfte Wild sich wird ergehen,
Und sehnend in der Runde
Mich suchen, an der Quelle,
Da sie am heil'gen Tage mich gesehen,
Und wird – könnt' ich's erflehen! –
Wenn Staub sie unter Steinen
Mich sieht, von Lieb' umfangen,
So süß in Seufzern bangen,
Daß mir des Himmels Gnade muß erscheinen;
Ja ganz wird sie ihn zwingen,
Wenn ihre Thränen in den Schleyer dringen.
Es quoll von zarten Zweigen –
Mit Wonne denk' ich's immer –
Herab auf ihren Schooß ein bunter Regen.
Mit demuthvollem Schweigen,
In all' der Glorie Schimmer,
Saß überdeckt sie von der Blüthen Segen,
Die um den Saum sich legen,
An blond Gelock sich schmiegen,
Das an dem Tag die Holde
Gleich Perlen schmückt' und Golde;
Zur Erde die, auf Wellen jene fliegen,
In schwebendem Getriebe
Umkreisend rufen andr': Hier herrscht die Liebe!
Wie oft sprach ich voll bangen
Erstaunens da: »In Wahrheit,
Sie stammt aus paradiesischem Gefilde!«
So hatte mich befangen
Des Leides Himmelsklarheit,
Ihr Aug', ihr Wort und ihres Lächelns Milde,
Und von dem wahren Bilde
Mich also abgeschieden,
Daß oft ich rief beklommen:
Wie bin hieher ich kommen? –
Im Himmel dünkt' ich mich, nicht mehr hienieden. –
In diesen Blumengründen,
Sonst nirgend kann seitdem ich Ruhe finden.
Wär' dir der Schmuck, Canzone, den du wünschest
Du könntest sonder Zagen
Aus Waldesdunkel in die Welt dich wagen.
XVIII.
Hab ich nach jener Seite mich gewendet,
Wo ihr Gesicht mir leuchtet gleich dem Tage,
Und denk ich, wie so hell ihr Auge tage,
Des Licht mir brennend Teil für Teil entwendet,
Dann fürcht ich, daß mein Herz sich von mir wendet;
Und, nah das Ende sehend meiner Tage,
Zieh ich dahin ein Blinder, fremd dem Tage,
Der spurlos geht, und doch den Fuß nicht wendet.
So eil ich fort, dem Tode zu entrinnen,
Doch nicht so schnellen Laufs, daß nicht die Wünsche
Mir folgten, wie sie immer mich begleiten.
Stumm geh ich; denn ich weiß, es würden rinnen
Viel Zähren um mein totet Wort – und wünsche,
Daß nur aus meinen Augen Tränen gleiten.

Schon zu Lebzeiten genoss Petrarca große Anerkennung. Er starb am 18. Juli 1374 auf seinem Landgut in Arquà.


Francesco Petrarca
Laura
Am 6. April 1327 traf Petrarca eine verheiratete Frau, die er Laura nannte. Diese Frauen­ge­stalt wurde für ihn eine dauer­haf­te Quelle der dichterischen In­spi­ration.

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Canzoniere
Canzoniere - Eine Auswahl (Italienisch/Deutsch)
von Francesco Petrarca

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Mont Ventoux
Die Besteigung
des Mont Ventoux

von Francesco Petrarca

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Petrarca
Ich bin im Sommer Eis,
im Winter Feuer

von Francesco Petrarca

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Francesco Petrarca: Ein Intellektueller im Europa des 14. Jahrhunderts
Francesco Petrarca:
Ein Intellektueller im
Europa des 14. Jahrhunderts

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