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Der "Premio Campiello"
Bei der Vergabe des Campiello-Preises werden im Unterschied zu anderen Literaturpreisen (z. B. dem "Premio Strega" [] von den Kritikern fünf Bücher ausgewählt, die im vorhergehenden Jahr erschienen sind. Diese werden der "Giuria Popolare" (Volksjury), auch "Giuria dei 300" ("Jury der 300") genannt, vorgelegt. Diese fünf Bücher werden an­schlie­ßend offiziell mit dem Premio Selezione Campiello ausgezeichnet.
Von diesen fünf Büchern wählt die Giuria Popolare (300 Leser ver­schie­de­ner Herkunft, Alter, Kultur, Beruf und sozialem Stand, die nur einmal Teil der Jury sein dürfen) das Buch Super Campiello. Jedem Jury­mitglied ist es nur einmal möglich, Teil der Jury zu sein. De facto ist es gebräuchlich, alle fünf Finalisten als Gewinner zu bezeichnen.

Für die lange Liste der Preisträger siehe Wikipedia []. In der Folge nur ei­nige der bekanntesten Autoren, bzw. Bücher. Leider gibt es für die meisten die­ser Bücher keine deutsche Übersetzung.


Der erste Preisträger war Primo Levi mit seinem Roman "La tregua" ("Die Atempause").

Auschwitz: Am 27. Januar 1945, dem Tag der Befreiung durch die Rote Ar­mee, beginnt für Primo, einem jungen italienischen Chemiker, und für einige seiner Kameraden, die Auschwitz überlebt haben, die abenteuerliche Heim­reise: eine Monate dauernde Odyssee aus dem Albtraum des KZ zurück ins Leben durch das vom Krieg gezeichnete Europa.
Der Roman ist sehr autobiografisch. Primo Levi, 1919 in Turin geboren, wur­de als Jude und Mitglied der Resistenza Ende 1943 verhaftet, zunächst ins Lager Fossoli bei Modena gebracht und im Februar 1944 nach Auschwitz de­portiert.
Die Verfilmung dieses Romans von Primo Levi war eine Herzens­an­ge­le­gen­heit des Regisseurs Francesco Rosi, der es 1996 als europäische Gemeinschaftsproduktion realisieren konnte.

"Ein Mann, der vielleicht Schulz hieß" von Ugo Riccarelli
Ein glänzender Roman von Ugo Riccarelli (1954 - 2003), die Biografie des jüdischen Schriftstellers Bruno Schulz (1892-1942), der wegen seines Romans "Zimtläden" berühmt wurde. Ein verschlafenes Städtchen im fernen Galizien, die Welt des osteuropäischen Judentums, war die Heimat von Bruno Schulz. Einfühlsam erzählt Riccarelli von den skurrilen Verwicklungen innerhalb der Familie und folgt dem Lebensweg des Autors bis zu seiner grausamen Er­mor­dung auf offener Straße durch einen deutschen SS-Offizier. Die Roman­bio­gra­fie verwebt die Lebensgeschichte eines ungewöhnlichen Menschen mit der untergegangenen Welt des Schtetls.

Roberto Alajmo (1959 in Palermo geboren) verfasst Erzählungen, Ro­ma­ne und Theaterstücke, für die er mehrmals mit italienischen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. 2004 bekam er den Premio Campiello für seinen Ro­man "Cuore di madre" ("Mammaherz").
Wegen des Gerüchts, er bringe Unglück, bleiben die Kunden von Cosimo, der eine Fahrradwerkstatt in einem kleinen sizilianischen Dorf betreibt, aus. Eines Tages zwingen ihn einige Fremde, ein kleines Kind vorübergehend bei sich aufzunehmen. Dann verschwinden die Unbekannten. In den Nachrichten hört man nichts von einem vermissten Kind. So nimmt Cosimos Mutter die Sache in die Hand und löst auf ihre Weise das Problem.

Salvatore Niffoi (1950 in Orani geboren) ist ein Schriftsteller aus Sar­di­nien. 2006 erschien sein Roman "La vedova scalza" ("Die barfüßige Wit­we"), für den er den Premio Campiello erhielt. Der Roman spielt in ei­nem archaischen ländlichen Sardinien, in dem Blutrache, Gewalt und Magie herrschen. Lite­ra­rische Vorbilder finden sich beispielsweise in "Christus kam nur bis Eboli" [], von Carlo Levi und "Accabadora" von Michela Murgia [].

Gesualdo Bufalino (1920 in Comiso auf Sizilien geboren, 1996 auch dort gestorben) erzielte seinen Durchbruch als Schriftsteller erst im Alter von 61 Jahren 1981 mit dem Roman "Diceria dell'untore" ("Das Pesthaus").

"Das Pesthaus“ handelt von Bufalinos Zeit als Tuberkolose-Patient in einem San­atorium und wurde von der Kritik gleich als "sizilianischer Zauberberg“ ge­nannt. Er schrieb über den Tod in einem Stil überschießender Vitalität.

Giorgio Fontana (1981 in Saronno geboren) wuchs in einer nord­ita­lieni­schen industriegeprägten Kleinstadt auf. Seinen ersten Roman "Buoni pro­po­si­ti per l'anno nuovo" brachte er 2007 im renommierten Verlag Mondadori heraus. Den Durchbruch als Schriftsteller erzielte er 2011 mit dem Roman "Per legge superiore" ("Im Namen der Gerechtigkeit").

Giorgio Fontana lässt in seinem spannenden Roman "Morte di un uomo felice" ("Tod eines glücklichen Menschen") das Italien der so­ge­nann­ten "bleiernen Jahre" wiederauferstehen. Es waren die Jahre, in denen linke und rechte Terroristen in Italien über 400 Menschen ermordeten.

 
Die Atempause
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Atempause
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Ein Mann, der vielleicht Schulz hieß
Ein Mann, der vielleicht
Schulz hieß

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Mammaherz
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Die barfüßige Witwe
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Das Pesthaus
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Tod eines glücklichen Menschen
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