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Giovanni Battista Pergolesi

Giovanni Battista Draghi (1710 - 1736) war ein italie­ni­scher Komponist aus der Zeit des Barocks. Er kam in Jesi (Marken) zur Welt. Jesi ist auch der Ge­burts­ort des Stauferkönigs Friedrich II., und aus der Gegend stammt auch der berühmte Weißwein „Verdicchio dei castelli di Jesi„. Pergolesi, der Name unter dem er bekannt wurde, stammt vom Großvater Francesco, der ursprünglich aus dem kleinen Ort Pergola (Marken) stammte.
In seinem Geburtsort erhielt Pergolesi bei Francesco Santini, dem Dom-Ka­pell­meis­ter, seinen ersten Musikunterricht. 1725 ging er (fünzehnjährig!) nach Neapeli, wo er im Konservatorium von Santa Maria di Loreto studierte. Anfang der 1730er trat Pergolesi mit ersten Kompositionen, sowohl für die Opern­büh­ne als auch für die Kirche, an die Öffentlichkeit. Zudem wurde er Kapell­meis­ter des Fürsten von Stigliano. Der Durchbruch gelang ihm 1733 mit der „Ope­ra buffa“ (komischen Oper) „La serva padrona", die ursprünglich eigentlich nur als Zwischenspiel der „Opera seria“ „Il prigionier superbo" gedacht war.
Kammerorchester-Werke
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Er arbeitete den größten Teil seines kurzen Lebens für adelige Schirmherren wie den Fürsten Ferdinando Colonna Stigliano und den Herzog Marzio IV Maddaloni Carafa. Sein früher Tod machte Pergolesi zur Legende und seine Opern eroberten die Bühnen Europas, während sein Stabat Mater zum am Häufigsten gedruckten Musikstück des 18. Jahrhunderts wurde.
Pergolesi war einer der wichtigsten frühen Komponisten von Opera buffa (dt. komische Oper, musikalische Komödie). Diese bildet den Gegensatz zur ernsten Opera seria. Die Hauptfiguren der Opera buffa sind keine Adligen, sondern Bauern, Diener oder Stadtbürger. Die Gründer der Opera buffa waren im 18. Jahrhundert gleichzeitig Pergolesi in Neapel und Baldassare Galuppi in Venedig.
„Stizzoso mio stizzoso" (aus „La serva padrona“)
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Seine Opera seriaIl prigioniero superbo“ (der Stolze Gefangene) beinhaltete zwei Akte Opera buffa, nämlich „La serva padrona“ (Die Magd als Herrin), die wie damals in Neapel üblich als Pausenfüller dienen sollte, aber später zu einem sehr popu­lä­ren eigenständigen Werk wurde. Als die Oper 1752 in Paris aufgeführt wurde, löste sie einen Skandal aus und die sogenannte Querelle des Bouffons, den Buffonistenstreit, bei dem es um die Priorität der fran­zö­si­schen oder der ita­lie­nischen Oper ging. Ausschlaggebend für die Spaltung der Gemüter war Jean-Jacques Rousseaus Abhandlung „Lettre sur la musique françoise", in der der Autor der französischen Musik absprach, Qualität ent­wi­ckeln zu können; nur die italienische Sprache sei der Musik adäquat, da sie „sanft, klangvoll, harmonisch und wohlakzentuiert“ klinge. Das führte im Lau­fe der Zeit dazu, dass die französische Schreibart immer mehr verschwand.

Unter den weiteren Opern von Pergolesi sind seine erste Oper „La con­ver­sio­ne e morte di San Guglielmo “ (1731) zu erwähnen, „Lo frate 'nnamorato“ (Der verliebte Mönch) im Jahr darauf in neapolitanischem Dialekt, „L'Olim­piade" und „Il Flaminio" (beide 1735).

Pergolesi schrieb auch geistliche Musik, beispielsweise eine Messe in F und sein Magnificat in C dur. Es ist jedoch sein Stabat Mater (1736) für Alt, So­pran, Streicher und Cembalo, das zu seinem bekanntesten Werk wurde. Er wurde vermutlich von der „Confraternità dei Cavalieri di San Luigi di Palazzo“ in Auftrag gegeben und war eine besonders ehrenvolle Aufgabe.
Das Werk sollte von der Bruderschaft als Karfreitagsmusik verwendet werden an­stel­le des inzwischen als veraltet geltenden Werkes von Alessandro Scar­latti, obwohl dieses erst neun Jahre davor komponiert worden war. Pergolesi nahm die Herausforderung an und vollendete seine Komposition innerhalb kurzer Zeit, obwohl er bereits kank war, unter Fieber litt und das Bett hüten musste.
„Salve Regina"
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Das Stabat Mater gilt als seine letzte vollendete Komposition gilt. Pergolesi starb am 16. März 1736 an Tuberkulose und wurde am 17. März im Franziskanerkloster in Pozzuoli beigesetzt.
 

Giovanni Battista Pergolesi

Das muss man sich erst einmal vor­stellen: Pergolesi starb bereits im frühen Alter von 26. Jahren. Aber was für ein unsterbliches Werk schuf er in diesen wenigen Jahren!


Stabat Mater (Claudio Abbado)
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DIxit DOminus / Salve Regina
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La Serva Padrona / Livietta e Tracollo
La Serva Padrona /
Livietta e Tracollo

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Stabat Mater / Salve Regina
Stabat Mater, Salve Regina
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Pavarotti & Friends
Il prigionier superbo,
La serva padrona

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Händel & Co.: Die Musik der Barockzeit
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