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Mara Carfagna

Während einer Fernseh-Show sagte sie dem Premierminister Berlusconi, dass sie mit ihm auf eine einsame Insel gehen würde. Schlagfertig konterte er „Mit dir würde ich überall hingehen" und, an die Zuschauer gerichtet: „Schaut sie an ... wenn ich nicht schon verheiratet wäre, würde ich sie sofort heiraten."

Maria Rosaria (Mara) Carfagna, geboren am 18. Dezember 1975 in Salerno (Kam­pa­nien), ist eine italienische Politikerin des Popolo della Libertà (PDL) und ehe­maliges Showgirl und Nacktmodell. In Silvio Berlusconis [] viertem Kabinett war sie ab Mai 2008 Ministerin für Gleichstellungsfragen.
Urheber: Presidenza della Repubblica
Maria Carfagna beschreibt ihre Familie als traditionell und kon­servativ. Sie machte ihr Abi­tur in Salerno am Liceo Scien­ti­fico (wis­sen­schafts­orien­tier­ten Gym­na­sium) "Giovanni da Pro­ci­da". Nachdem sie eine Zeit lang Tanz- und Klavierunterricht genommen hatte, nahm sie 1997 am Miss- Ita­lia-Wettbewerb teil und er­rei­ch­te dort den 6. Platz und wurde Miss Cinema. In der Folge be­gann sie, für das Fern­se­hen zu arbeiten, für die Fernseh-Sen­der­gruppe Mediaset, die von der Familie von Silvio Berlusconi controlliert wird. Von 2000 bis 2006 trat sie als „valletta“ (hüb­sche Fernsehassistentin ohne anspruchsvolle Aufgaben) in der Sendung „La Domenica del Vil­lag­gio" (Der Samstag auf dem Dorf) mit Davide Menegacci auf. 2006 moderierte sie zusammen mit Giancarlo Magalli die Sen­dung „Piazza Grande".
Während dieser Zeit posierte Mara Carfagna auch für Aktfotos in zahlreichen Herren-Magazinen (z. B. MAXIM). Sie spricht heute nicht gerne über ihre Ver­gangenheit als Model. Sie behauptet, dass sie fest an die Werte der Familie glaube. In einem Interview betonte sie einmal, dass sie es abgelehnt hatte, eine Rolle in einem Film von Tinto Brass, dessen Filme nicht selten der Por­no­grafie sehr nahe standen, anzunehmen.
2001 machte sie – mit Auszeichnung – ihren Abschluss in Recht an der Uni­ver­si­tät von Salerno mit einer Arbeit über Datenschutz und Medienrecht.
Mara Carfagna
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Carfagna stieg 2004 in die Politik ein und wurde Koordinatorin für die Frau­en­bewegung der Partei Forza Italia in der Region Kampanien. 2006 wurde sie als Kandidatin für Forza Italia in die Abgeordnetenkammer gewählt. Ber­lus­coni hatte ihr einen sicheren Listenplatz verschafft. "La Repubblica" zitierte im Juli 2008 einen Bericht des französischen Magazins "Le Nouvel Observateur", in dem Carfagna als "fast offizielle Geliebte" Berlusconis bezeichnet worden war. Worauf die Politikerin „La Repubblica“ verklagte.
2008 wurde CarfagnaMinisterin für Gleichberechtigung“ der Regierung Ber­lu­sconi. Politisch fiel sie zunächst für ihre sehr konservativen Äu­ße­run­gen auf: So lehnte sie eine Frauenquote in der Politik – von den 952 Abgeordneten und Senatoren im italienischen Parlament sind nur 192 Frauen – ab, forderte ei­nen besonderen Schutz für die traditionelle Familie und be­zeich­nete homo­sex­uel­le Part­ner­schaf­ten als „sozial gefährlich“. So lehnte sie 2008 die Schirm­herr­schaft für eine Gay-Pride-Veranstaltung ab.
Sie forderte mit ei­nem Gesetzes­vor­schlag den Verbot von Straßen­pro­sti­tu­tion. Freier und Pro­sti­tu­ierte sollten gleichermaßen drakonisch bestraft wer­den. Das Gesetz solle "der Ver­mark­tung des weiblichen Körpers ein Ende setzen", sagte das ehe­ma­lige Akt­mo­dell, deren Bruder ein bekannter Schön­heits­chirurg ist.
Im Laufe der Zeit konnte die Ministerin ihren Ruf etwas verbessern. Die Ju­ris­tin ern­te­te beispielsweise viel Lob für ihr Anti-Stalking-Gesetz. Auch die Les­ben­ und Schwulen­organisationen fingen an, sie zu unterstützen, als sie öf­fen­tlich ihren Mentor Berlusconi für einen homophoben Ausrutscher rügte – er hatte behauptet, er sei "lieber ein Frauenheld als schwul" – und sich für ihre eigenen früheren schwulenfeindlichen Äußerungen entschuldigte.

Am 20. November 2010 kündigte Carfagna ihren Rücktritt als Ministerin und von allen weiteren politischen Ämtern zum 15. Dezember 2010 an. Als Grün­de nannte sie vor allem parteiinterne Intrigen und Meinungs­ver­schie­den­heiten mit Parteigrößen ihrer Heimatregion Kampanien, insbesondere mit Nicola Co­sen­tino, dem die Nähe zur Camorra [] nachgesagt wird. Nach einem Ge­spräch mit Berlusconi nahm sie allerdings am 25. November ihren Rücktritt zurück. Im November 2011 kündigte Berlusconi seinen Rücktritt an, und mit ihm seine Regierung.

 

Berlusconis Frauen

Auf den Verdacht hin, dass diese schö­ne Frau so rasch wie sie auf­ge­stiegen ist auch wieder aus dem Rampenlicht verschwindet, will ich sie hier, stellvertretend für all jene, die ihren Job vor allem durch ihr Aussehen oder ihrer Be­kanntschaft mit dem Minister­prä­si­denten verdient haben, aufführen. Ein Zufall? Alle Frauen in der Regierung Berlusconi sind hübsch, jung und mit wenig Politikerfahrung [].

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Berlusconi und sein Spiel
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