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Giulietta Masina

Giulia Masina (1921 - 1994), die Tochter des Geigenspielers und Musik­leh­rers Gaetano Masina, lebte seit dem vierten Lebensjahr in Rom, wo sie bei den Ursulinen ins Gymnasium ging. Bereits hier entwickelte sie ein Interesse an der Schauspielerei. Nach dem Abitur studierte sie in Rom Kunstgeschichte, Archäo­lo­gie und Philosophie und wurde anschließend zum Dr. phil. promoviert. 1941- 1943, noch während des Studiums, nahm sie bereits an zahlreichen Auf­tritten mit einer studentischen Theatergruppe auf, als Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin.
Anfang der 1940er Jahren waren Radioserien sehr beliebt. Für die Serie "Die Abenteuer von Cico und Pallina" suchte im Jahr 1942 der junge Autor Federico Fellini gerade eine Darstellerin für die weibliche Titelrolle. Er sah Giulia Masina auf der Bühne, war sofort begeistert und engagierte sie. Federico war erst 22 Jahre alt, war aber bereits erfolgreich als Humorist und Drehbuchautor. Giulia – den Kosename „Giulietta“ würde ihr Federico später geben – ein Jahr jünger. Am 30. Oktober 1943 heirateten die beiden. Ihr einziger gemeinsamer Sohn Pier Federico kam am 22. März 1945 zur Welt, er starb aber bereits elf Tage nach seiner Geburt.
Bilder aus „Die Nächte der Cabiria“ (Musik von Nino Rota [])
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Von Anfang an bildeten Fellini und die Masina einen künstlerischen Bund. Nach der Heirat verlagerte Masina ihren Schaffensbereich ganz auf die Schau­spie­lerei, zunächst auf der Bühne, später zunehmend auch beim Film. Dabei konn­te sie tragische Charakterrollen genauso gut darstellen wie clowneske Naive.

Wenn man von einer kleinen Statistenrolle im Film „Paisà" von Roberto Ros­sel­lini absieht, debütierte Giulietta Masina im Kino im Jahr 1948, in einem Film von Alberto Lattuada, „Senza pietà", in dem sie zusammen mit Carla Del Poggio die Rolle einer gutherzigen Prostituierten spielte. Eine Rolle, die sie mehrmals wäh­rend ihrer Karriere spielen würde, in Filmen von Carlo Lizzani, Giuseppe Amato und Renato Castellani. Obwohl Giulietta Masina neben ihrer Film­karriere auch immer viel Theater spielte, wird sie nach wie vor mit den Rollen in den großen Fellini-Filmen identifiziert. Nach "Europa 51" von Roberto Rossellini spielte sie im Jahr 1952 in "Die bittere Liebe" („Lo sceicco bianco"), Fel­linis erste Solo-Regie-Arbeit. Ihre größ­ten Erfolge als Schauspielerin fei­erte sie dann auch mit Rollen in Filmen ihres Ehemannes, so als Gelsomina in „La Strada" („Das Lied der Straße"), in „Die Nächte der Cabiria", „Julia und die Geis­ter“ oder mit Marcello Mastroianni als Partner als al­tern­de Tänzerin in „Ginger und Fred". Für ihre Darstellungen wurde sie mehrfach preisgekrönt, u.a. mit dem David di Donatello oder dem Darstellerpreis von Cannes.
Szenen aus „La strada“ ()
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Nach 1960 sah man sie seltener auf der Leinwand. Neben den Filmen Fellinis hatte sie nur gelegentliche Auftritte. Beispielsweise 1967 in der Komödie "Non stuzzicate la Zanzara" von Lina Wertmüller, in der sie zusammen mit der Sängerin Rita Pavone spielte, oder in ihrem einzigen englischsprachigen Film "Die Irre von Chaillot", in dem sie an der Seite von Katharine Hepburn, Charles Boyer, Yul Brynner, Richard Chamberlain, Donald Pleasance und Danny Kaye spielte. In einer unge­wöhnlichen Rolle sah man sie 1985 in einem tsche­cho­slo­wa­kisch-deutschen Mär­chen­film, in dem sie die Frau Holle verkörperte. Später, als sie weniger Rollen­an­ge­bote bekam, arbeitete sie hauptsächlich als Autorin für Fern­seh­programme.
Giulietta Masina starb am 23. März 1994 im Alter von vierundsiebzig Jahren an Krebs, fünf Monate nach dem Tod ihres Ehemanns Federico. Bevor sie starb, wünschte sie sich, dass der Solotrompeter Mauro Maur bei ihrem Begräbnis das Thema des Films „La strada“ von Nino Rota spielen sollte
 

Giulietta Masina


Die Nächte der Cabiria
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La strada
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GIulia und die Geister
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Ginger und Fred
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Il bidone
Il Bidone []
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