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Nachrichten aus Italien (2007 - 2011)

Auf dieser Seite werden von Zeit zu Zeit interessante, überraschende, ku­rio­se bis skurrile Kurznachrichten aufgeführt, die unser südliches Nach­bar­land betreffen.

27. Dezember 2011
Einbrecher stehlen Aschenurne: Bei einem Einbruch in einer Villa in Bologna stahlen Diebe nicht nur verschiedene Wertsachen sondern auch eine Aschenurne. Vermutlich dachten sie, es sei ein Schmuckkästchen. Ein großer Schmerz für die bestohlene Frau. Später wurde die Urne neben der Kirche von San Donnino in Bologna wieder gefunden.

08. Dezember 2011
Sarg von Mike Bongiorno wieder gefunden: Der Sarg des bekannten italienischen Fernsehmoderators Mike Bongiorno wurde zehn Monate nach­dem er gestohlen worden war (siehe weiter unten) in der Nähe von Vittuo­ne bei Mailand gefunden. Eine DNA-Analyse steht noch aus.

04. November 2011
Verheerende Unwetter in Genua: der Kata­stro­phe der vergangenen Am Samstag tobten in Ligurien und im Piemont außerordentlich starke Unwetter, es kam zu überschwemmungen und Erdrutschen. Nach der Katastrophe der vorhergehenden Woche in der Region La Spezia war nun be­son­ders die ligurische Haupt­stadt Genua massiv betroffen. Mindestens sechs Menschen kamen dabei ums Leben, da­runter zwei Kinder. Eine derart starke Über­schwem­mung hat­te es zuletzt 1970 gegeben.

20. Oktober 2011
Sardischer Bauer kämpft gegen Landschaftsverschandelung: In der Nähe von Teulada, einem wunderschönen Stück Sardinien, sollte ein riesiger Hotelkomplex entstehen, architektonische Dutzendware wie in Rimini. Der 81 Jahre alte Bauer Ovidio Marras hatte aber, im Gegensatz zu seinen Nach­barn, sein Land nicht an das Bau-Konsortium verkaufen wollen. Er gilt jetzt als ein sardischer David, der den Goliath großer Konzerne herausgefordert hat. Die Londoner Zeitung Guardian schrieb über ihn: "Sardischer Schafhirte bringt umstrittenes Tourismusprojekt ins Wanken". Er klagte gegen den Umbau sei­nes Zugangsweges und bekam bereits in zwei Instanzen Recht. Wenn das Kassationsgericht, wie es zu erwarten ist, die Urteile bestätigt, wird das Kon­sor­tium einen Teil seiner Gebäude wieder abreißen müssen. Der Umwelt­schutz­verband Italia Nostra unterstützt Marras in seinem Kampf. Der Verband klagte sogar gegen das gesamte Projekt, weil es gegen zahlreiche Natur­schutz­be­stimmungen und Gesetze verstößt.

09. Oktober 2011

Polizei entfernt Liebesschlösser in Rom: In einer Blitzaktion hat die rö­mi­sche Polizei am frühen Morgen 1500 Liebesschlösser [] von der Brücke über den Tiber entfernt, die zur Engelsburg (Castel Sant'Angelo) führt. Die Aktion will dafür sorgen, dass der überhandnehmende Brauch nicht mehr die wichtigsten historischen Stätten Roms verkommen lässt. Weitere Aktionen sind vorgesehen. Nur auf dem Ponte Milvio [] sollen die Hängeschlösser bleiben dürfen.


06. Oktober 2011

Wikipedia Italien versteckt seine Seiten: Für einige Tage sind die In­hal­te der italienischen Wikipedia nicht mehr sichtbar. Sie wurden aus Protest ge­gen einen Gesetzesentwurf der Regierung Berlusconi vorüberge­hend ver­bor­gen. Stattdessen können die Benutzer die Begründung für diese Maßnahme lesen. Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass Webseiten innerhalb von 48 Stunden kommentarlos jegliche Korrektur am Inhalt vornehmen müssen, die ein An­trag­steller im Interesse seines guten Rufes fordert. Wikipedia kritisiert, dass das Gesetz keine Beurteilung seitens einer unabhängigen dritten Person ver­lange. Es würde die Meinung der angeblich beleidigten Person reichen, um die Korrekturen auf der Website zu erzwingen. Es wird eine Strafe in Höhe von 12.000 Euro vorgesehen, falls die Korrekturen nicht innerhalb der ge­nann­ten Frist on­line gehen. Eine weitere LEX BERLUSCONI also, es dürfte ver­mut­lich darum gehen, negative Berichte über den Premierminister zu verhindern.


01. Oktober 2011

Heiratsverbot für Ausländer: Sandro Mazzatorta, Senator der Lega Nord und Bürgermeister der Gemeinde Chiari (bei Brescia) hat einen Erlass ver­ab­schiedet, wonach Ausländern, die keine Aufenthaltserlaubnis haben, das Hei­raten verboten wird. Und das, obwohl das Verfassungsgericht die Maßnahme bereits im Juli als verfassungswidrig deklariert hat.


15. September 2011

Manuela Arcuri gibt Berlusconi eine Absage: Laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der Stadt Bari soll der Unternehmer Gianpaolo Tarantini, um Aufträge von wichtigen Unternehmen zu ergattern, junge Frauen dazu bewegt haben, eine Nacht mit Premierminister Berlusconi zu verbringen. Er versuchte es auch bei der bekannten Schauspielerin Manuela Arcuri, indem er ihr in Aussicht stellte, Berlusconi würde ihr den Auftrag besorgen, das Fes­ti­val von Sanremo [] zu moderieren. Die Schauspielerin lehnte jedoch ab.


14. September 2011

Tod einer Bergsteiger-Legende: Der italienische Alpinist, Abenteurer und Schrift­stel­ler Walter Bonatti [] ist im Alter von 81 Jahren in Rom gestor­ben. Bonatti gilt als einer der größten Bergsteiger aller Zeiten. Er bezwang als erster im Winter die Matterhorn-Nordwand in der «Direttissima».


12. September 2011

Schadenersatz für Hinterbliebene des Ustica-Blutbads: Am 27. Juni 1980 stürzte eine Douglas DC-9 der italienischen Gesellschaft Itavia nördlich der sizilianischen Insel Ustica ins Meer. Alle 81 Insassen starben. Erst nach jahrelangen Ermittlungen stellte sich heraus, dass das Flugzeug von einer Luft-Luft-Rakete getroffen worden war, und dass ein Luftkampf zwischen Kampfflugzeugen der NATO und zweier libyschen MiG-23 in der Nähe des Absturzes stattgefunden hatte. Ein Gericht in Palermo verurteilte nun die italie­ni­sche Regierung zu 100 Millionen Euro Schadensersatz für die Hin­ter­bliebenen der Opfer. Begründung: Die Ministerien für Verkehr und Ver­tei­digung hätten durch Nachlässigkeit und Unterlassung den Absturz mit­ver­ur­sacht und darüber hinaus die Ermittlungen jahrelang behindert.


04. September 2011
Fürstentum Filettino - ein Dorf rebelliert: Um sich vor dem Ver­schwin­den zu bewahren - Ministerpräsident Berlusconi plante, alle Kommunen mit weniger als 1.000 Einwohnern mit anderen zusammen­zu­le­gen -, will sich das 600-Seelen- Dorf Filettino in der Ciociaria (Latium) von Italien lösen und den Schritt in die Unabhängigkeit als Fürstentum wagen. Bürgermeister Luca Sel­lari meint es ernst. Eigenes Geld ließ er bereits drucken: die Banknote "Fiori­to", die mit dem Konterfei des Bürgermeisters geziert ist. Ob Sellari mit sei­nem Vorhaben durchkommt, mag bezweifelt werden. Als Wer­be­maßnahme brachte es dem Dorf bereits einen wahren Touristenboom. Sogar die "New York Times" hat sich mit dem Dorf [] beschäftigt.

01. September 2011
Berlusconi schimpft auf Italien: Der italienische Regierungschef wurde
– zur Abwechslung – wieder aus­fallend. Dies­mal ließ er seinen Missmut aber nicht an seinen Gegner aus. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa mel­de­te, Berlusconi habe am 13. Juli in einem (von der Staatsanwaltschaft Neapel abgehörten) Telefonat mit Valter Lavitola wörtlich geäußet: "In einigen Mona­ten werde ich fortgehen, weg von diesem Scheißland (paese di merda) ..., das mich ankotzt."

26. August 2011

Bus fährt nur, wenn alle bezahlt haben: Bisher hieß es in den Bussen des Verkehrsverbunds Modena (ATCM): Schwarzfahrer müssen Bußgeld zah­len. Weil aber aufgrund der seltenen Kontrollen die Ticketzahler trotzdem in der Minderheit blieben, starteten die Verantwortlichen einen neuartigen Ver­such. Auf den Buslinien 3 und 8 heißt es nun: Wenn ein Fahrer nicht zahlt (bzw. sein Ticket nicht entwertet), fährt der Bus nicht los - zur Irritation aller weiteren Passagiere. Ermöglich wird dieses Verfahren erst durch die Ein­füh­rung von Drehkreuzen an den Türen, die die Passagiere dazu zwingen, vorne (beim Fahrer) einzusteigen.


06. August 2011

Erster Nichtraucher-Strand in Italien: In San Michele al Tagliamento, einer Kleinstadt bei Venedig, wurde der erste öffentliche Nichtraucher-Strand Italiens eröffnet. Es handelt sich nur um ein Versuchsprojekt auf freiwilliger Basis und das Rauchen bleibt weiterhin straffrei. Auf Schildern am Strand werde den Strandbenutzern klargemacht, dass es um das Recht auf einen sauberen Strand gehe.


06. August 2011

Döner-Verbot in Cittadella: Der Stadtrat der Kleinstadt Cittadella (Ve­ne­tien), der der rechtspopulistischen Lega Nord angehört, will in Zukunft keine Döner-Buden mehr genehmigen. Der Bürgermeisters Massimo Bitonci recht­fer­tigt das Verbot mit der Behauptung, dass "Dieses Essen nicht Teil der ita­lienischen Tradition und Identität sei". Zudem rieche es unangenehm und sei schwierig zu essen. Wer Döner essen möchte, so Bitonci, könne es bei sich zu Hause oder außerhalb des historischen Stadtkerns tun.


01. August 2011
Falscher Blinder betrügt Italiens Sozialversicherung: 19 Jahre lang ist es einem Betrüger in Lecce (Apulien) mithilfe willfähriger Ärzte gelungen, sich bei den Behörden als Blinder auszugeben. In dieser Zeit kassierte er mehr als 110.000 Euro Invalidenrente. Nun ist er von der "Guardia di Fi­nanza" (Fi­nanz- und Zollpolizei) entlarvt worden. Er wurde unter anderem beim Fahr­rad­re­pa­rieren und beim Einkaufen im Supermarkt gefilmt.

19. Juli 2011
Schöne italienische Medienwelt: Die italienischen Behörden ermitteln wieder gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi wegen der mutmaßlichen Einflussnahme auf die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Rai. Berlusconi, gegen den bereits wegen Korruption und Betrug ermittelt wird, soll versucht haben, die regierungskritische Sendung "AnnoZero" des Journalisten Michele Santoro aus dem Programm zu verbannen.  

17. Juli 2011
Der Blogger, der Italiens "Kaste" in Angst versetzt: 180.000 haben sich bereits angemeldet. Tausende von Bürgern, die auf Facebook und auf einem Blog auf die Enthüllungen des "Prekären von Montecitorio" warten. Spidertruman nennt sich der Arbeitslose und ehemalige Angestellte des Ab­ge­ordnetenhauses in Rom. Gekündigt nach 15 Jahren prekärer Arbeit, hat er sich entschlossen, in seinem Blog all die Geheimnisse der "Kaste" – so wird die politische Klasse in Italien genannt – zu enthüllen, angefangen mit den zahl­reichen Privilegien (billige Telefontarife, Zahlungserleichterungen beim Au­to­kauf, Gratisreisen, ...).

13. Juli 2011
Eine lupenreine Regierung: Der erst im März ernannte italienische Land­wirtschaftsminister, der Sizilianer Francesco Saverio Romano, soll wegen Ma­fia-Ver­wick­lun­gen vor Gericht. In einem von der Staatsanwaltschaft Palermo beantragten Vor­pro­zess soll geprüft werden, ob die Ermittlungsergebnisse ausreichen, um einen Prozess gegen den Minister anzustrengen. Romano, der schon seit längerer Zeit unter Mafia-Verdacht steht, bezeichnete das Vor­ge­hen der Staats­an­walt­schaft als "Kurzschluss der Justiz". Die italienische Re­gie­rung kommentierte den Fall zunächst nicht.

11. Juli 2011
Arme Parlamentarier: Die italienische Regierung will mit einem milliar­den­schweren Sparpaket zur Reduzierung der enormen Staatsschulden die Aus­ga­ben stark kürzen. Auch die im europäischen Vergleich sehr hohen Gehälter der italienischen Parlamentarier sollen auf europäische Standards sinken. Aber im Gegensatz zur "stangata" (Knüppelschlag) für die Normalbürger, soll dies erst ab der nächsten Legislaturperiode, also 2013, geschehen. Das Ge­halt der Parlamentarier wird dann von 11.704 (!) auf 5.339 Euro netto sinken.

01. Juli 2011

Eine nette Familie: Gaetano Riina, Bruder des einstigen "Boss der Bosse" Totò Riina, wurde auf Sizilien festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, ging der 79-Jährige den Fahndern in seinem Wohnhaus in Mazara del Vallo ins Netz. Riina hatte die Führung des Mafia-Clans von Corleone nach der Fest­nahme seines Bru­ders, der seit über 18 Jahren hinter Gittern sitzt, über­nom­men. Gaetano Riina wird beschuldigt, für die Verbindungen zu den verschie­de­nen Mafia-Clans [] auf Sizilien verantwortlich zu sein. Er war bereits En­de der 1980er Jahre wegen Drogenhandels verurteilt worden, berich­teten ita­lie­nische Medien. Sein Bruder soll für mehr als 1000 Morde verantwortlich sein.


07. Juni 2011
Schlag gegen die 'Ndrangheta: Bei großangelegten Razzien in mehreren Städten Italiens, darunter Turin, Mailand, Modena und Reggio Calabria, ver­setzte die ita­lienische Polizei der 'Ndrangheta (kalabrischen Mafia) einen gro­ßen Schlag. 142 Per­so­nen wurden wegen Erpressung, Wucher sowie Drogen- und Waffen­han­del und Geldwäsche fest­ge­nommen. Wie italienische Medien berichteten, wurden in der "Minotaurus" genannten Operation mehr als 1300 Poli­zisten eingesetzt. Es wurden 127 Immo­bilien, Wohnungen und Grund­stücke, zehn Un­ter­nehmen und 200 Bankkonten im Wert von über 70 Millio­nen Euro beschlagnahmt.

19. Mai 2011

Das Papst-Pissoir: Eine höchst umstrittene, fünfeinhalb Meter hohe Bron­zestatue von Papst Johannes Paul II. [] empfängt seit kurzem Rom-Pilger und Touristen vor dem Hauptbahnhof Termini. 92,5 % der Römer halten die­se Statue des Künstlers Oliviero Rainaldi für hässlich, und würden sie so schnell wie möglich abreißen lassen. Selbst der Vatikan ist alles andere als be­gei­s­tert. In der deutschen Presse wird das Werk mit einer zerbrochenen Glocke oder einem Buswartehäuschen verglichen. Die Römer haben da einen pas­sen­deren Vergleich gefunden: Die Statue erinnere, so des Volkes Stim­me, eher an ein "vespasiano" (Pissoir) [].


18. Mai 2011

Strafzettel für Prostituierte: Alina, eine 21-jährige Prostituierte, bekam, als sie zu Fuß auf der Fahrbahn in Sampierdarena, einem Vorort von Ligu­riens Hauptstadt Genua, auf und ab spazierte und nach Kunden Ausschau hielt, einen Strafzettel wegen "Parken im Halteverbot".


06. Mai 2011
Konzessionen für 90 Jahre für Italiens Strände: Es ist bekannt, dass es in Italien nur sehr wenige eingerichtete "freie" Strände gibt. Fast ein Drittel der Strände wird von den (kostenpflichtigen) Strandbädern beansprucht, den so­genann­ten "stabilimenti balneari" []. Im Namen der "Verringerung der Bürokratie" wollte di italienische Regierung von Silvio Berlusconi nun den Päch­tern dieser Strandbäder ein Nutzungsrecht für 90 Jahre ausstellen. Als ober­s­ter Wettbewerbshüter stellte sich die EU-Kommission in Brüssel aber dagegen, denn es widerspreche den EU-Regeln für einen fairen Wettbewerb. Die Kon­zes­sionen müssten für kürzere Zeiträume und durch öffentliche Aus­schrei­bun­gen vergeben werden. Die Naturschutzorganisation WWF kriti­sier­te auch, die Regierung "habe die Strände des Landes für ein Jahrhundert ver­schenkt“. Aufgrund dieses Widerstandes musste die Regierung die Ge­set­zes­vor­lage schließlich überarbeiten und die Frist auf 20 Jahre verkürzen.

28. April 2011
Munzendiebstahl im Trevi-Brunnen: Touristen, die den Wunsch haben, wieder nach Rom zu kommen, brauchen – so die Legende – nur eine Münze hinter sich in den berühmten Trevi-Brunnen (die "Fontana di Trevi") zu wer­fen. Das Geld (etwa 500.000 Euro im Jahr) ist Eigentum der Stadt und wird von deren Personal eingesammelt und der Hilfsorganisation Caritas gespen­det. Vier Männer hatten – so die italienische Zeitung "La Repubblica" – aus dem Brunnen diese hineingeworfenen Münzen "gefischt" und einen allzu neugierigen Reporter ins Wasser geschubst. Mehrere Polizisten, die in der Nähe des Brunnens wachten, wurden erst tätig, als ein weiterer Journalist angegriffen wurde.

22. April 2011
Kein Döner mehr in Florenz: In der von der UNESCO 1982 zum Welt­kul­turerbe der Menschheit ernannten Altstadt von Florenz dürfen ab sofort keine Döner-Buden mehr eröffnet werden. Was auf dem ersten Blick wie eine Dis­kriminierung fremder Kulturen aussieht, sei in Wahrheit, so der Bürger­meis­ter der Stadt, eine Operation "Qualität", die ein allgemeines Stop für Fast- Food-Einrichtungen vorsieht. So gilt in Zukunft auch ein striktes "Nein" für McDonald's-Restaurants, Getränke- und Speiseautomaten, aber auch für Geld-Transfer-Services und Internet-Points. Die Maßnahme diene dazu, "den Charakter des historischen Zentrums zu bewahren". Weil es keine genaue Definition von Fast-Food gebe, werde die Gemeindeverwaltung von Mal zu Mal entscheiden, ob das Verbot auch für Sandwich-Bars und Pizza-Stra­ßen­verkauf-Läden gelte.

31. März 2011
Eklat im italienischen Parlament: Der Versuch der Regierung Berlusconi, eine Justizreform im Eiltempo durchs Parlament zu peitschen, die unter an­de­rem eine deutliche Verkürzung diverser Verjährungsfristen vorsieht (da­durch würde auch ein Korruptionsprozess, in dem Berlusconi angeklagt ist, bis zum Ende des Sommers verjähren) führte am Mittwochabend und am Donnerstag zu schweren Eklats im Par­la­ment. Unter anderem pöbelte Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter La Russa, der zuvor von Demonstranten beschimpft und mit Münzen be­wor­fen worden war, gegen die Opposition und be­schim­pf­te auch den Kam­mer­präsident Fini, der ihn zur Ordnung gerufen hatte.

Am Donnerstag protestierte die Opposition im Parlament dagegen, dass die Entgleisungen La Russas nicht erwähnt wurden. Dabei verlor Justiz­mi­nister Alfano die Nerven und warf seinen Parlamentarierausweis auf die Bänke der Opposition. Ein Abgeordneter der Berlusconi-Partei PdL (Popolo della Libertà) schleuderte Fini eine Zeitung ins Gesicht.


25. März 2011
Inszenierter Lob für Berlusconi: In einer Sendung auf Canale 5, einem Sender der Sendergruppe Mediaset des italienischen Premiers Silvio Ber­lus­coni [], hatte sich ein Ehepaar aus L'Aquila, der 2009 von einem Erdbeben zer­störte Hauptstadt der Abruzzen, herzlich beim Premierminister für die er­folg­reichen Wiederaufbauarbeiten bedankt. Unter anderem hatten die bei­den be­hauptet, dass in L'Aquila bereits alle gewerblichen Tätigkeiten in vollem Um­fang wiederhergestellt worden seien und dass die Stadt dank der Arbeit der Regierung wieder fast in dem Zustand sei, wie vor der Katastrophe. Es stellte sich dann heraus, dass es sich um eine bezahlte Inszenierung ge­han­delt hat­te. Das Ehepaar, das gar nicht aus L'Aquila war, gab zu, eine Rolle gespielt und dafür 300 Euro erhalten zu haben.

23. März 2011
Auseinandersetzung um die italienische Fahne: Im Gemeinderat der Stadt Como (Lombardei) kam es zum Streit wegen
der Ablehnung der Fei­er­lich­kei­ten zum 150. Jubiläum der Einheit Italiens seitens der Lega Nord. Das Gemeinderat-Mitglied Vittorio Mottola (Partito demo­cra­tico) überreichte dem "assessore" (Beigeordneten) Diego Peverelli der Lega Nord eine italienische Fahne, nachdem er dieses Symbol Italiens mit schwulstigen Worten gelobt hat­te. Beverelli wollte sie aber nicht annehmen und warf sie Mottola nach hitzigen Worten ins Gesicht. Comos Bürgermeister Stefano Bruni dis­tanzierte sich vom Verhalten beider Politiker.

18. März 2011

Kruzifixe in Italiens Schulen sind grundrechtskonform: Verstoßen Kru­zifixe in staatlichen italienischen Schulen gegen Grundrechte? Nein, ent­schied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Er wies damit die Beschwerde einer Mutter ab, die die Kreuze als Verstoß gegen das Recht auf Erziehung und auf Religionsfreiheit sah. Die Entscheidung, Kruzifixe in Klassenzimmern anzubringen, falle in den Ermessensspielraum der je­wei­ligen Europarats-Mitgliedstaaten. In erster Instanz hatte die Frau recht be­kom­men. Die Entscheidung des Gerichtshof ist bindend.


17. März 2011
Italien feiert 150 Jahre Staatsgründung: Italien feiert am 17. März sei­nen 150. Geburtstag, denn am 17. März 1861 wurde in Turin die neue italie­ni­sche Monarchie unter König Vittorio Emanuele II. ausgerufen. Vollständig wurde die Einigung Italiens allerdings erst, nachdem am 20. September 1870 Rom von den italienischen Truppen eingenommen wurde. Die Vereinigung des Kirchen­staats mit Italien wurde am 6. Oktober 1870 durch königliches Dekret pro­kla­miert. Am heutigen Tag gibt es in vielen Städten Italiens große Feiern. Einen Schatten darauf wirft der teilweise Boykott seitens der sepa­ra­tis­tischen Lega Nord, die vor allem den neu geschaffenen Feiertag als "ver­fas­sungs­fein­dlich" und "wirtschaftlich irrsinnig" geißelt. Auch die Südtiroler wollen mit dem Feiertag nichts zu tun haben.

12. März 2011
Nilla Pizzi gestorben: Am 12. März ist die italienische Sängerin Nilla Pizzi (Jahrgang 1919) gestorben, die 1952 beim San-Remo-Festival [] schlag­artige Bekanntheit erlangt hatte. Sie gewann mit dem Lied "Grazie dei fiori " (Danke für die Blumen). Ihren Erfolg wiederholte sie dann ein Jahr später mit dem Lied "Vola colomba" (Flieg, Taube, flieg).

10. März 2011
Geld für Geburtsurkundenfälschung: Laut der Tageszeitung "Il fatto" sol­len am 7. Februar zwei Italiener einer Angestellten des Ein­woh­ner­mel­de­am­tes von Fkih Ben Salah in Marokko eine beträchtliche Summe angeboten ha­ben, um die Geburtsurkunde von Karima al-Mahroug zu fälschen. Es sollte das Geburtsjahr von 1992 auf 1990 geändert werden. Die junge Frau ist als Ruby bekannt und in der Sexaffäre von Berlusconi verwickelt – Ein Schuft, wer Böses dabei denkt!

08. März 2011
Filmreifer Goldraub in der Toskana: Im kleinen Dorf Poggio Bagnoli (ei­ner Fraktion von Pergine Valdarno in der Provinz Arezzo) gelang unbe­kann­ten Verbrechern in der Nacht zum 8. März ein spektakulärer Dieb­stahl. Mit einem gestohlenen Bagger durchbrachen sie eine Mauer des Ge­bäu­des der Goldschmiede-Firma Salp und erbeuteten ca. 100 Kilo Gold im Wert von min­destens drei Millionen Euro. Um ihren Raub un­gestört durchzuführen, sperr­ten die Goldräuber (mutmaßlich 7-10 Personen) sämt­liche Zufahrts­stra­ßen zum kleinen Ort mithilfe eines Schulbusses und zweier Streifenwagen, die sie zu­vor ge­stohlen hatten. Der Überfall soll kaum mehr als eine halbe Stunde ge­dauert haben, schätzt die Polizei.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Firma Salp überfallen wurde. Vor fünf Jah­ren konnten Diebe über das Dach eindringen, vor zwei Jahren scheiterte ein weiterer Versuch dank dem rechtzeitigen Eingreifen der Polizei.

07. März 2011
Sie kommen und kommen: Kaum ein Land schaut so gespannt auf die Ereignisse in Libyen wie Italien. Bereits im Februar waren innerhalb we­ni­ger Tage 5000 Flüchtlinge gekommen. Dann schien sich die Lage zu entspannen. In den letzten Tagen landeten aber wieder Tausende Tunesier auf Lampe­du­sa. Innenminister Roberto Maroni (Lega Nord) fordert erneut Hilfe von der EU. Siehe auch []

03. März 2011
Online-Eifersucht: Acireale (Sizilien). Der junge Lateinamerikaner Jonny Suazo Polanco hatte im sozialen Netzwerk Facebook einer jungen Frau die Freundschaft an­ge­boten. Das brachte ihm einen Messerstich seitens des Ver­lobten des Mäd­chens ein. Simone Giorgio Consoli, der 30-jährige eifer­süch­ti­ge Täter, wurde da­raufhin wegen Be­droh­ung, schwerer Körperverletzung und unerlaubtem Waf­fenbesitz ver­haftet.

25. Februar 2011
Erzieherischer Pfefferspray: In einer Berufsschule in einem Vorort von Mailand (Lombardei) versprühte eine Schülerin Pfefferspray "aus Jux". Der "Spaß" ver­ur­sachte Verletzungen bei mehreren Mitschülern und zwang die ganze Klasse dazu, das Klassenzimmer zu räumen. Kurz darauf iden­ti­fi­zier­te die Schuldirektorin das schuldige Mädchen, konfizierte ihre Sprühdose und sprühte eine Ladung Pfefferspray auf die Hand der 15-Jährigen. "Damit sie die Schwere ihres Vergehens verstehe!". Diese "erzieherische" Maßnahme brachte drei weitere Mädchen in die Notaufnahme. Wohlgemerkt: Auch diese Schule galt schon lange als besonders "schwierig".

24. Februar 2011
Erzieherische Seife: In einer Grundschule in einem kleinen Ort bei Turin (Piemont) wurde ein achtjähriges Kind, das von Schimpf- und Fluchwörtern Ge­brauch gemacht hatte, von zwei Lehrerinnen dazu verdonnert, seinen Mund mit Seife auszuwaschen. Dies gilt zwar im Sinne des Gesetzes nicht als kör­perliche Züchtigung, dennoch erstattete die Mutter des Kindes Anzeige bei den Carabinieri – wegen unverhältnismäßiger Anwendung von Erzie­hungs­mit­teln. Außerdem will die Frau ihr Kind so lange nicht mehr zur Schule ge­hen lassen, bis die beiden Lehrerinnen von der Schule entfernt werden. Interes­sant ist, dass das Kind bereits "auffällig" geworden war und psychologisch betreut wur­de, und dass seit Anfang des Jahres sieben Kinder auf Wunsch ihrer El­tern aus dieser Klasse verlegt worden waren, weil sie als beson­ders tur­bu­lent galt. Die Schuldirektorin stellte sich hinter die beiden Lehrerinnen.

21. Februar 2011
Sonntagsmesse statt Knast: Zwei Jugendliche (15 und 16 Jahre alt) aus Bassano del Grappa wurden in Mestre (bei Venedig) von einem Jugend­ge­richt dazu verur­teilt, min­des­tens ein Jahr lang jeden Sonntag in die Mes­se zu ge­hen. Außerdem müssen sie sich bei den Opfern entschuldi­gen, sich zu Frei­wil­li­gen­arbeit in der Gemeinde verpflichten und – gute Schulnoten bekom­men. Dafür bleibt ihnen eine Haftstrafe erspart. Die beiden standen unter an­derem we­gen kleinerer Diebstähle und Erpressung vor Gericht.

18. Februar 2011
Auch die Lega Nord gegen "Tag der Einheit": Nach dem Beschluss Süd­tirols, nicht an den Feiern zum 150. Jahrestag der nationalen Einheit Italiens teil­zunehmen, wurde auch innerhalb des Regierungslagers über den Feiertag gestritten, mit dem die nationale Einheit gefeiert werden soll. Der Ministerrat hatte beschlossen, ausschließlich im Jahr 2011 den 17. März per Dekret als Tag der nationalen Einheit einzuführen. Dagegen wehrte sich aber die an der Regierung beteiligte Partei Lega Nord. Auch die Wirtschaft ist gegen diesen Feiertag.

17. Februar 2011
Verkehrte Welt: Giuseppa Valida, eine 59-jährige Lehrerin aus Paler­mo, wurde in drit­ter Instanz zu einem Jahr Haft verurteilt, weil sie einen Schü­ler bestraft hatte, indem sie ihn 100 Mal an die Tafel schreiben ließ "Ich bin ein Depp". Die Studienrätin hatte sich die ausgefallene Strafe ausgedacht, weil der Schüler, zusammen mit zwei weiteren, die sich später aber entschul­dig­ten, ein anderes Kind daran ge­hindert hatte, in die Männertoilette zu gehen, und ihn als "Mädchen" und "Schwuler" beschimpft hatte. Woraufhin das be­schimpfte Kind in Tränen ausgebrochen war. Frau Valida wird zwar wegen bedingter Straf­aus­setzung die Strafe nicht antreten müssen, ist aber ver­ständ­licherweise zutiefst verbittert.

15. Februar 2011
Berlusconi vor Gericht: Der italienische Prämierminister wurde von seiner Vergangenheit eingeholt. Die Ermittlungsrichterin Cristina di Censo in Mailand ließ die Anklage gegen den 74-jährigen Silvio Berlusconi zu. Er muss sich in ei­nem Eilverfahren we­gen Amtsmissbrauchs und Beihilfe zur Prostitution ei­ner Minderjährigen verantworten. Der Pro­zess soll am 6. April beginnen. Im Falle einer Verurteilung drohen Berlusconi bis zu 15 Jahre Haft.

13. Februar 2011
Frauen marschieren gegen Berlusconi: "Ora basta" (Jetzt reicht es!) skandierten am Sonntag in 230 Städten Italiens haupt­sächlich Frauen, die gegen die Politik des umstrittenen Premiers Silvio Berlusconi [] mar­schier­ten. Ihm droht ein Prozess we­gen Amtsmissbrauchs und be­zahltem Sex mit Min­der­jäh­ri­gen. Hunderttausende von Teilnehmern – die Or­ganisatoren spre­chen von einer Million Menschen – machten ihrem Unmut Luft darüber, dass Ber­lus­co­nis Handeln das Bild der Frauen auf Sexobjekte reduziert habe. In Mai­land trugen die Frauen weiße Schals als Symbol des Protests. Auch die bekannten Schriftsteller Umberto Eco ("Der Name der Rose“) und Roberto Saviano ("Gomorrha"), fordern den Rücktritt des umstrittenen Premiers.

12. Februar 2011
Der Flüchtlingsstrom nach Italien steigt: Nachdem die Zahl der Flücht­linge, die Süditalien über das Meer erreichten, dank eines Abschiebeabkom­mens mit Libyen in den letzten Jahren stark zurückgegangen war, erreichten in den letzten Tagen wieder mehr als 4.000 nordafrikanische Flüchtlinge die sizilianische Insel Lampedusa. Unter dem Druck der poli­tischen Instabilität im Norden Afrikas wächst der Strom der Flüchtlinge. Zurzeit handele es sich hauptsächlich um Flüchtlinge aus Tunesien, so b­erich­teten die italienischen Medien. Auch die Caritas ist besorgt, dass die politische Instabilität zu einer neuen massiven Flüchtlingswelle in Richtung Italien füh­ren könne. Der ita­lie­nische Innenminister Maroni versicherte, dass er Druck auf Tunesien machen werde, um die Flüchtlingswelle zu stoppen. Er beteuerte auch, dass Italien die Migranten wieder abschieben würde, sobald sich die politische Lage in Tune­sien wieder stabilisiert habe.

07. Februar 2011
Italiens 150-Jahre-Feier ohne Südtirol: Südtirol wird an den Feier­lich­keiten zum 150. Jubiläum der italienischen Einigung (die am 17. März 1961 stattfinden) nicht teilnehmen. Von Südtirol könne nicht erwartet werden, dass es die Abtrennung von Österreich feierte, sagte Landeshauptmann Durn­wal­der von der Südtiroler Volkspartei (SVP). Die Proklamation der Einheit Ita­liens könne auch heute bei den Südtirolern keinen Jubel auslösen. Südtirol war vor 150 Jahren ein Teil Tirols und wurde nach dem Ende des Ers­ten Welt­kriegs gegen den Willen der Bevölkerung als Kriegsbeute in den italienischen Staatsverband einverleibt.

03. Februar 2011
Einstellung zur Einwanderung: Das Ergebnis der internationalen Mei­nungs­umfrage "Transatlantic Trends: Immigration" ergab für Italien (trotz fremdenfeindlicher Erscheinungen wie die Lega Nord) überrasch­en­de Er­geb­nisse. Auf die Frage, ob Zuwanderung "eher als Problem" oder "eher als Chance" gesehen werde, antworteten nur 45 % der befragten Italiener, dass Zuwanderung "eher ein Problem" sei (Vergleich: Deutschland. 35 %). 69% (Rekordwert in Europa) glaubten nicht daran, dass Zuwanderer den Ein­hei­mi­schen Arbeit wegnehmen würden.
Obwohl 56% (gegen den 34% des Vorjahrs) der befragten Italiener an eine Zunahme von Kriminalität durch Zuwanderung glaubten, waren 52% von ihnen dafür, den legalen Einwanderern ein kommunales Wahlrecht zu geben (nicht nur den EU-Ausländern!).

25. Januar 2011
Sarg entführt: Unbekannte Täter haben in der Nacht zum 25. Januar 2011 den Sarg des zu seinen Lebzeiten sehr beliebten "presentatore" (Moderators) Mike Bongiorno [] aus dem Frie­dhof von Dagnente, am Lago Maggiore, ent­wendet. Die Er­mit­tlungen der Polizei laufen auf Hochtouren, doch von den Tä­tern fehlt bis­her jede Spur. Die Familienangehörige warteten bisher umsonst auf einen Anruf der Täter, betonten aber, dass sie auf keinen Fal ein Lösegeld zahlen würden. "Mike ist im Paradies, nicht in diesem Sarg!" äußerte Bon­gior­nos Sohn Nicolò.
Inzwischen (21.02.) soll eine Lösegeldforderung in Höhe von 300.000 € ein­ge­gangen sein.
Am 03. März nahm die Polizei drei Verdächtige fest.

24. Januar 2011
Berlusconi rastet aus: Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi
[] geriet während einer Live-Sendung im italienischen Fernsehen völlig aus der Fassung. Der Premier hatte sich per Telefon in die Talkshow "L'in­fe­dele" zuschalten lassen, die unter anderem die jüngste Sex-Affäre Berlusconis zum Thema hatte. der 74-jährige wird von der Mailänder Staatsanwaltschaft ver­dächtigt, eine Anzahl junger Mädchen gegen Bezahlung zu Sex-Partys in sei­ne Villa eingeladen zu haben. Eines dieser Mädchen soll die damals noch min­derjährige, als "Ruby" bekannte Marokkanerin Karima El-Marough gehört ha­ben. Die hübsche 26-jährige Nicole Minetti [], die 2010 ausschließlich durch die Unterstützung des Ministerpräsidenten zur Abgeordnete in das Regional­par­la­ment der Lombardei gewählt wurde, soll die jungen Frauen für die Par­tys ausgesucht haben. Sie wird deshalb von Mailänder Staatsanwälten der Bei­hilfe zur Prostitution angeklagt. Während der Sendung belegte der Minis­ter­prä­sident den Moderator Gad Lerner mit unflätigen Beschimpfungen. Unter anderem nannte er die Talkshow ein ekelerregendes TV-Bordell.

01. Januar 2011
Plastiktüten adieu: Seit Neujahr ist der Verkauf von Plastiktüten in Italien verboten. Nur biologisch abbaubare Tüten sind erlaubt. Nach Schätzungen der Umweltschutzorganisation Legambiente wurden bisher in Italien 20 Mil­liar­den Plastiktüten im Jahr (25% des gesamten europäischen Konsums), mit einem durchschnittlichem Pro-Kopf-Verbrauch von 300 Plastiktüten im Jahr. Die Restbestände der italienischen Supermärkte dürfen nur noch verschenkt werden.

26. Oktober 2010
FIAT weg aus Italien?: FIAT-Chef Marchionne konfrontierte die Italiener mit bitteren Wahrheiten. Italiens Produktivität gehe seit Jahren zurück, sagte er. FIAT mache hier keine Ausnahme. Und von den zwei Milliarden Ge­winn, die das Unternehmen für das Jahr 2010 verbuchen wolle, komme "kein ein­zi­ger Euro aus Ita­lien". Man könne nicht ewig Produktionsstätten betrei­ben, die Ver­luste ma­chen, mahnte er. Hätte man ausschließlich vom unte­rneh­me­ri­schen Stand­punkt aus agiert, hätte man sich schon lange vom Standort Ita­lien ver­ab­schie­den müs­sen. Die Reaktionen von Gewerkschaften und Regie­rung ka­men prompt. Es wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass FIAT am stärksten von der ita­lienischen Ab­wrackprämie profitiert hätte, und dass Ita­lien das Land sei, in dem der Kon­zern sein historisches Fundament habe. Konkret ging es um die Schließung eines FIAT-Werkes auf Sizilien und um Zugeständnisse von den Gewerk­schaf­ten, falls der Konzern die Produktion einer Modellreihe von Polen nach Italien zurückzuverlagern würde.

29. September 2010
Windenergie aus den Abruzzen: Das in einer ärmlichen Berggegend der Abruzzen liegende kleine Bergdorf Tocco da Casauria (Prov. Pescara) sorg­te im renommierten Blatt New York Times für Schlagzeilen. Der etwa 2800 Einwohner starke Ort hat sich nämlich der Windenergie verschrieben. Und es ist nicht nur so, dass die vier Windkraftanlagen, die aus den Oliven­hai­nen he­raus­ra­gen, alle Einwohner von Tocco da Casauria mit Strom versorgen, sie bringen dem Berg­dorf auch noch viel Geld ein. Laut Recherchen des New Yor­ker Blattes produ­zie­ren die Anlagen 30% Prozent mehr Energie, als das Dorf benötigt. Dieser Über­schuss beschert dem Dorf jährliche Mehrein­nah­men von mehr als 200.000 Euro. Das Geld wird in Tocco dringend gebraucht. So wurd beispielsweise 2009 die Schule erdbebensicher renoviert und die kleine Burg Caracciolo, bisher nur eine Ruine, erscheint in neuer Pracht.

13. September 2010
Eklat bei der Miss-Italia-Wahl: Die Bombe platzte wenige Stunden vor dem Beginn der Wahl zur Miss Italia. Alessia Mancini [], die Schön­heits­kö­nigin der Region Latium soll, laut Gerüchten aus dem Internet, eine Trans­sexuel­le sein! Bereits die Statur würde Anlass zu einem Verdacht geben. Sie ist 1,84 m groß! Das Mädchen, das am 23. August zur Miss Lazio gewählt worden war, soll operiert worden sein und soll ihren Namen beim Ein­woh­ner­mel­deamt ändern haben lassen. Noch vor einer Äußerung der Betroffenen selbst dementierte die Präsidentin des Wahl­komitees energisch das Gerücht. Als die Mancini aber im Laufe der Miss-Wahl vorzeitig ausscheiden musste, brach sie in Tränen aus und musste von der Moderatorin Milly Carlucci ge­trö­stet und beruhigt werden [].

23. Mai 2010
Hitler in Rosa: Die Werbekampagne einer Modekette sorgte, wie es vor Jahren bereits die umstrittenen Plakate der Firma Benetton mit den Bildern von Oliviero Toscani gemacht hatten, für lautstarken Protest in Sizilien. Ein riesiges, in der sizilianischen Hauptstadt Palermo aufgestelltes Plakat, zeigt den Führer in rosa Uniform und mit einem roten Herz (an der Stelle des Hakenkreuzes) auf seinem Armband []. Erboste Mitglieder des Vereins ehe­ma­liger Widerstandskämpfer in Italien (ANPI) forderten die Entfernung des Pla­kats. Der Werbetext des Plakats, das als "witzige Provokation" gedacht war, will – in einem merkwürdigen Mix aus Italienisch und Englisch – die Botschaft herüberbringen "Ändere deinen Stil, folge nicht deinem Führer"

05. April 2010
"Attenzione, prostitute" (Achtung, Prostituierte!). Im kleinen Ort Mogliano in norditalienischen Veneto beschloss die Gemein­de­ver­waltung, Ver­kehrs­schil­der an neuralgischen Stellen des Ortes aufzustellen, die vor der Anwe­sen­heit von Prostituierten warnen. Dies sei notwendig geworden, sagte der Bür­ger­mei­ster, weil an der Straße, die durch Mogliano fährt und nach Ve­ne­dig führt, eine inzwischen auf mehr als 60 an­ge­wach­sene Zahl von Mit­glie­dern des horizontalen Ge­werbes steht. Dies soll wegen das verlangsamte Fahren der Autos von Freiern und Gaffern zu vermehrten Un­fällen geführt haben. Siehe auch Prostitution in Italien [].

01. März 2010
Die teuerste Pizza der Welt soll die Pizza Louis XIII, eine Kreation des Pizzabäckers Renato Viola aus Agropoli (Kampanien), sein. Der Pizzabäcker, der zahlreich internationale Preise für sein Pizza-Kreation erwarb, bietet die­sen Leckerbissen für nur 8300 Euro an. Angeblich soll dieses köstliche Ge­richt bereits von einem (bisher anonym gebliebenen) Superreichen bestellt worden sein, möglicherweise handelt es sich um einen russischen Oligarchen. Die Zu­taten? Drei verschiedene Kaviar-Sorten, Königskrabbe, Languste, Fang­schne­cken­krebse, Champagner Clos du Mesnil 1995 und vieles Erlesenes mehr ...

04. Februar 2009
EU-Verordnung zur Pizza Napoletana : Der Antrag Italiens auf Eintrag der Bezeichnung "Pizza Napoletana" im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Pizza Napoletana genießt somit einen EU-weiten Schutz als Specialità tradizionale garantita / Garantierte Traditionelle Spezialität (STG / g.t.S) anerkannt. Die Schutzbestimmungen betreffen sowohl die Zutaten, als auch die Herstellung des Teigs und die Backtemperatur. Demnach ist die "Pizza Napoletana" eine kreisförmige Backware mit variablem Durchmesser von höchstens 35 cm mit erhabenem Teigrand und mit Belag bedecktem Inneren. Die Zubereitung des Teiges ist genau festgelegt. Die Zutaten, die verwendet werden können, sind Knoblauch und Oregano, Mozzarella di Bufala Campana g.U., frisches Basilikum und Mozzarella g.t.S.

01. Februar 2009
Pipi-Card für Venedig: Touristen, die ab Februar 2009 in Venedig das drin­gende Bedürfnis haben, eine Toilette aufzusuchen, müssen tief in die Tasche greifen, denn dazu brauchen sie eine WC-Card, mit der man allerdings nur bis zu zwei Mal (!) pro Tag eine öffentliche Toilette aufsuchen darf. Kosten­punkt: drei Euro! Wer rechtzeitig eine solche Karte übers Internet bestellt, dem kostet sie nur zwei Euro. In der Nebensaison (die Karnevalzeit gilt als Hoch­saison) kostet die "Card" nur 1,50 Euro.
Einheimische kommen billiger davon. Sie können eine WC-Flatrate (Abo) bekommen für 3,10 Euro. Dann zahlen sie in den öffentlichen Toiletten nur noch 25 Cent pro "Besuch". Senioren über 60 können sich eine kostenlose WC-Card besorgen. Das gilt allerdings nur für Einheimische.

17. Mai 2008
Bettelverbot in Assisi: In der Stadt des Heiligen Franz von Assisi be­wirkte der politisch rechts stehende Bürgermeister mittels einer Verordnung ein Bet­tel­verbot in der Nähe der Kirche. Diese Verordnung hat allerdings zu einer ern­sten Kontroverse mit der katholischen Kirche geführt, die sich zunehmend Sorgen macht über die Tendenz vieler italienischer Bürgermeister mit Ver­bo­ten gegen Bettler und Obdachlose vorzugehen. Gerade in dieser Stadt grenzt der Verbot ans Absurde: Man findet nämlich an den Wänden der Basilika des Heiligen Franziskus die berühmten Fresken von Franco Fontana [], die an das Bettlerleben des Heiligen erinnern.

12. April 2007
Tumulte in der Mailänder Chinatown: Erst eine Revolte im chinesischen Viertel in Mailand brachte der italienischen Öffentlichkeit ins Bewusstsein, wie zahlreich inzwischen die chinesische Gemeinde in Italien sei. Allein 17.000 Chinesen lebten zu diesem Zeitpunkt in der lombardischen Landeshauptstadt, die Illegalen nicht gezählt. Von Integration konnte dabei keine Rede sein. Die Chinesen leben in einer eigenen, geschlossenen Welt. "Sie arbeiten nicht für die Integration. Bei den Chinesen ist die Isolierung ein Muss.", äußerte der Mailänder Bürgermeister. Die Tumulte waren ausgebrochen, nachdem die Po­li­zei eine Strafe gegen eine chinesische Autofahrerin verhängt hatte, und die Immigranten behauptet hatten, dass die Frau von den Beamten ge­schla­gen worden sei. Einige Hunderte Chinesen gingen daraufhin auf die Polizisten los, die mit Knüppeln und Tränengas reagieren mussten. Bei den Krawallen wurden mindestens vierzehn Polizisten und fünf Chinesen verletzt, zahlreiche Autos beschädigt.

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