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Nachrichten aus Italien

Auf dieser Seite werden von Zeit zu Zeit interessante, überraschende, ku­rio­se bis skurrile Kurznachrichten aufgeführt, die unser südliches Nach­bar­land betreffen.

17. November 2017
Mafiaboss Totò Riina ist tot: Salvatore „Totò“ Riina war fast 20 Jahre lang einer der brutalsten und gefürchtetsten Paten der sizilianischen Mafia. Er galt als „Capo di tutti i capi“ „Boss aller Bosse“). Man nannte ihn „la belva“ (die Bestie). Der 1993 inhaftierte Riina (Aussprache: Ri-ina) wurde dreizehn Mal zu lebenslanger Haft verurteilt und saß bis zu seinem Tod im Gefängnis, ob­wohl am 5. Juni 2017 ein Kassationsgericht ein früheres Urteil verworfen hat­te, mit dem ein Gesuch um Entlassung abgelehnt worden war, mit der Be­grün­dung, dass Riina wie jeder Häftling das „Recht auf einen Tod in Würde“ habe. Am 19. Juli 2017 entschied schließlich ein Gericht in Bologna – mit gro­ßer Erleichterung der Öffentlichkeit – dass Riina nicht vorzeitig aus dem Ge­fängnis entlassen werden dürfe. Er verstarb am 17. November 2017 in der Krankenabteilung des Hochsicherheitsgefängnisses in Parma.

31. Oktober 2017
Eltern müssen Kinder zur Schule begleiten: Die italienische Bil­dungs­mi­nisterin Valeria Fedeli (die fälsch­li­cher­wei­se behauptet hatte, ein Uni­ver­si­täts­studium absolviert zu haben) spricht davon, dass Eltern auch Mittelschüler (also bis zum 14. Lebensjahr) noch zur Schule begleiten und wieder abholen sollen. Seien sie verhindert, sollen sie die Großeltern schicken. Freunde macht sich die Ministerin damit nicht. Gegner drängen auf eine gesetzliche Lösung, damit Kinder auch künftig den Weg in die Schule und von dort nach Hause alleine antreten dürfen, sofern dies die Eltern für richtig halten.

15. Oktober 2017
Partei der Schönheit in Italien gegründet: Zwei bekannte Per­sön­lich­kei­ten des öffentlichen Lebens Italiens, der Kunstkritiker, Politiker, Kulturkom­men­ta­tor und Fernsehpersönlichkeit Vittorio Sgarbi und der ehemalige Finanz- und Wirtschaftsminister Giulio Tremonti, haben eine neue politische Partei ge­gründet, die bei den bevorstehenden Europawahlen und den zeitgleichen ita­lie­nischen Kommunalwahlen antreten wird. Sie heißt "Rinascimento" (Re­nais­sance). Es soll vor allem eine Partei zur Rettung von Schönheit und Ästhetik sein. Sgarbi befasst sich schon seit Längerem mit den italienischen Bau­sün­den der letzten Jahr­zehn­te. Die Partei soll sich gegen die ästhetische Ver­schan­de­lung nicht nur Italiens, sondern ganz Europas stellen. Die neue Partei soll Italien zu einer Renaissance 2.0 bringen, zu einer kultivierten und effi­zienten Politik, die der Welt der Ideen neue Grundlagen gibt.

12. September 2017
Eltern und Kind sterben in Vulkankrater: Ein elfjähriges Kind und dessen Eltern sind in Pozzuoli in der Nähe von Neapel in einem Krater eines Vulkan­felds ums Leben gekommen. Der vulkanisch geprägte Ort Pozzuoli ist das wichtigste Zentrum der Phlegräischen Felder. Auf Gemeindegebiet befindet sich die Solfatara. Diese ist ein Vulkankrater, der touristisch genutzt wird. Die Solfatara ist durch zahlreiche Gasaustritte gekennzeichnet. Bei Temperaturen <200 °C treten hier Wasserdampf und zahlreiche weitere Gase aus (u. a. Schwefel-, Antimon- und Quecksilberverbindungen). Der Junge war zunächst in den abgesperrten Bereich des Vulkanfelds geraten und gestürzt. Seine El­tern hatten dies gesehen und versucht, ihn zu retten. Alle drei starben. Es ist noch nicht ganz klar, ob die Familie durch die Gase oder durch einen tiefen Sturz, nachdem unter ihnen der Boden wegbrach, gestorben ist.

21. August 2017
Italiens erste Taxifahrerin gestorben: Es lief das Jahr 1936, als Al­ber­tina Cortelloni die Prüfung für den Taxischein bestand, aber der Präfekt von Modena wollte nicht unterzeichnen: Er glaubte, dass nur Männer in der Lage waren, ein Taxi zu führen. Das Ministerium musste eingreifen, um grünes Licht für eine 60-jährige Karriere ohne einen einzigen Unfall zu geben. Die Partisanen nannten sie die Taxifahrerin mit dem roten Pullover. Sie hatten sie überzeugt, einen roten Pullover zu tragen, um zu vermeiden, sie ver­se­hent­lich zu töten. Denn ihr schwarzes Auto war denen, die von den Nazis be­schlag­nahmt worden waren, viel zu ähnlich. Ihren letzten Fahrgast hatte Frau Cortelloni im Alter von 85 Jahren. Nun ist Albertina Cortelloni im Alter von 103 Jahren gestorben.

31. Juli 2017
Koch gefeuert wegen Pasta "al dente": Maurizio Landi, ein bekannter italienischer Koch, hatte sein Glück in Frankreich gesucht und dort in einem Bistro eine Stelle gefunden. Weil es bekannt war, dass das Lokal einen ita­lienischen Koch hatte, verlangten die Gäste des Lokals öfters Pasta­ge­rich­te. Freilich werden in Frankreich Nudeln – so wie auch in Deutschland – vor­wie­gend als Beilage gegessen und ziemlich weich gekocht. So dauerte es nicht lange, bis sich die ersten Kunden wegen der "al dente" gekochten Pasta be­schwerten. Landi weigerte sich aber, italienische Gerichte zu verfälschen, ebenso weiterte er sich, "Spaghetti alla bolognese" [] zu servieren. So wur­de er, noch bevor er richtig angefangen hatte, gefeuert. Es folgte ein Presse­krieg zwischen Frankreich und Italien, der bis zu Boykottaufrufen führte. In den italienischen Medien wurde Landi als ein Held gefeiert.

25. Juli 2017
Verrücktes Wetter: In Italien spielt das Wetter verrückt: Während im Sü­den des Landes die Sonne vom Himmel brennt und mehrere Regionen mit Wald­bränden kämpfen, haben schwere Unwetter den Norden heimgesucht. Die Feuerwehr musste mehr als tausend Mal landesweit ausrücken, um die Flammen zu bekämpfen. Die meisten Einsätze fuhr die Feuerwehr in den Re­gionen Latium und Kampanien. Aber auch in der Provinz Siena und auf der Insel Elba (Toskana) wurden große Wälder durch Feuer zerstört. Am Strand von Ostia bei Rom überraschte hingegen ein Tornado die Badegäste. Zehn Menschen wurden dabei verletzt. An der Adria in der Region Marche gab es heftigen Hagel. Heftige Niederschläge wüteten in Jesolo und in der Provinz Venedig. Die Landwirtschaft meldete schwere Schäden. In der Nähe des Ha­fens von Giulianova (Abruzzen) wurden die Leichen von zwei Fischern ge­bor­gen. Ihr Boot war vermutlich wegen des starken Seegangs gekentert.

6. Juli 2017
Il gelato sospeso: Das „Schwebende Eis" ist eine Initiative, die sich an dem „caffè sospeso" [] orientiert, der in Neapel zur Tradition gehört. Wie es funktioniert? Man kauft ein Eis und zahlt zwei: Das zweite ist für Kinder aus Familien in finanziellen Schwierigkeiten reserviert. Zahlreiche Bars (zu­nächst ausschließlich in der Hauptstadt Rom) haben sich der Initiative an­ge­schlos­sen. Die Initiative wurde vom Verein „Salvamamme" („Rette die Mütter") in die Wege geleitet. Welche Bars sich angeschlossen haben, kann man auf der Facebook-Seite von „Salvamamme" erfahren. Die Initiative ist bereits im dritten Sommer. Man erhofft sich eine Erweiterung auf Bars in ganz Italien.

3. Juli 2017
Paolo Villaggio gestorben: Der äußerst populäre Schauspieler und Ko­mi­ker Paolo Villaggio (bitte nicht Pa-Òlo aussprechen, sondern PÀolo) ist Mon­tag­mor­gen in Rom im Alter von 84 Jahren gestorben. Berühmt und beliebt wurde er hauptsächlich durch die von ihm geschaffene Kultfigur „Fantozzi“, ein tollpatschiger Pechvogel, der im Büro von seinem Chef und seinen Ar­beits­kollegen schikaniert wird, zu Hause eine Frau hat, die ihn nicht liebt, und eine Tochter, die aussieht wie ein Affe. Die beliebte Filmserie aus den 1970er und 1980er Jahren wird heute noch regelmäßig im italienischen Fernsehen gezeigt. 1992 wurde ihm beim Filmfestival in Venedig für sein Lebenswerk der Goldene Löwe verliehen. Beim internationalen Filmfestival von Locarno folgte 2000 der Goldene Leopard.

22. Juni 2017
Italien wegen Folter verurteilt: 2001 war es am Rande des G8-Gip­fels in Genua zu schweren Ausschreitungen und Straßenschlachten zwischen Polizei und Globalisierungsgegnern gekommen, bei denen ein Demonstrant von ei­nem Polizisten erschossen wurde und hunderte Personen verletzt wurden. Der Eu­ro­päische Gerichtshof für Menschenrechte hat nun Italien wegen Poli­zei­ge­walt gegen Demonstranten beim besagten Gipfel verurteilt. Die Richter wer­te­ten die nächtliche Stürmung einer Schule, in der Gipfelkritiker über­nach­te­ten, als Folter. 500 Globalisierungsgegner wurden damals verletzt. Einige von ihnen hätten, so der Gerichtshof, dauerhafte Verletzungen da­von­ge­tra­gen. Das Vor­gehen der Polizei sei wahllos und unverhältnismäßig ge­we­sen. Den 42 Klägern aus mehreren Staaten wurden Entschädigungszahlungen zwischen jeweils 45.000 und 55.000 Euro zugesprochen.

6. Juni 2017
Kommt Mafiaboss Totò Riina aus dem Gefängnis?: Salvatore „Totò“ Riina galt als „Boss der Bosse“ in der sizilianischen Mafia. Er war einer der brutalsten Paten der „Cosa Nostra“ und wird für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gemacht, schließlich rund 20 Mal zu lebenslanger Haft ver­ur­teilt. Unter anderem wurde er für schuldig befunden, die Morde an den An­ti-Mafia Richtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino beauftragt zu haben. Seit den 1970er Jahren wurde er per Haftbefehl gesucht, aber erst 1993 ver­haftet, vermutlich genoss er Protektion seitens der sizilianischen Re­gie­rung und der Democrazia Cristiana. Jetzt könnte Riina eventuell wegen seines schlechten Gesundheitszustands bald das Gefängnis verlassen, weil er, so das oberste italienische Gericht, das Recht auf einen Tod in Würde“ habe. Das Gericht verwarf damit ein Urteil, mit dem ein Gesuch um Entlassung abgelehnt wor­den war. Noch muss allerdings ein Gericht in Bologna ent­schei­den, ob Riina unter Hausarrest gestellt wird. Angehörige von Mafia-Opfern reagierten em­pört auf den Beschluss.

19. Mai 2017
Italien führt Kinderimpfpflicht ein: Die italienische Regierung hat eine gesetzliche Impfpflicht für Kinder erlassen. Die Impfpflicht gilt für insgesamt zwölf Krankheiten, darunter Masern, Kinderlähmung, Windpocken, Hirn­haut­entzündung, Tetanus, Mumps und Keuchhusten. Nicht geimpfte Kinder im Al­ter bis zu sechs Jahren werden künftig nicht mehr in Kitas oder Vor­schul­klas­sen aufgenommen. Die Eltern schulpflichtiger Kinder ab sechs Jahren, die nicht geimpft sind, müssen mit hohen Bußgeldern rechnen. 2002, bei der letzten großen Masernepidemie in Italien, hatte es 18.000 registrierte Fälle und 15 Tote gegeben. Ausschlaggebend für das jetzige Gesetz war die seit Anfang des Jahres grassierende Masernepidemie. Allein bis Mitte Mai wurden 2395 Fälle registriert. In diesem Jahr waren 89 % der Erkrankten nicht ge­impft. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung sieht in diesem Gesetz ein "Geschenk für die Pharmaindustrie".

12. Mai 2017
Numerus clausus für die „Cinque Terre“?: Die berühmten "Cinque Ter­re" (fünf Dörfer) in Ligurien sind ein Touristenmagnet. Seit 1997 sind sie mit den umgebenden Wein- und Oliventerrassen UNESCO-Weltkulturerbe. In­zwi­schen ist das gesamte Umland auch Nationalpark. Zur Gefahr geworden ist der Mas­sen­tourismus, der die Orte überrollt. Vor allem Kreuzfahrtgäste ma­chen den Einwohnern zu schaffen. Die "Traumschiffe" landen in La Spezia und kippen Tausende von Touristen aus, die auf die "Sehenswürdigkeiten" der Ge­gend losgelassen werden. Jetzt wird ein neuer Anlauf genommen, die Zahl der Besucher zu beschränken. Bereits jetzt dürfen Besucher nur mit ent­spre­chen­den Tickets die Wanderwege der Region benutzen. Gedacht wird da­rü­ber, den Zutritt zu den Städtchen nur noch mit einer im Vorfeld erworbenen Eintrittskarte zu ermöglichen, die im Voraus gebucht werden muss. Bei Über­schreitung einer täglichen Besucherzahl, so die Parkverwaltung, werden keine Tickets mehr ausgestellt. Noch sind sich aber die Behörden der fünf Dörfer nicht einig ...

29. April 2017
Der längste rote Teppich der Welt: In Rapallo (Ligurien) wurde der mit 8,332 km längste rote Teppich der Welt verlegt. Bisher war die deutsche Stadt Gera Inhaberin dieses Rekords mit 5,354 km. Anlass war die Ein­weih­ung des „Marciapiede della Pagana“, eines Gehwegs, der Santa Margherita Ligure mit dem malerischen Ort Portofino [] verbindet, ohne Unter­bre­chun­gen. Die kurvenreiche, enge Küstenstraße von Santa Margherita Ligure nach Portofino, entlang der der Gehweg verläuft, gilt als eine der schönsten Küs­ten­straßen der Welt. An dem der Einweihung angeschlossenen Frühlings­marsch („Passeggiata di Primavera“) nahmen neben der Lokalhonoratioren auch zahlreiche prominente Sportler teil, wie Teresa Frassinetti, Wasserball-Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und die Was­serball-Legende Eraldo Pizzo.

10. April 2017
Gericht verbietet Vespa-Klone: Die Vespa steht für ein Lebensgefühl, jetzt be­kommt sie auch Kulturgut-Status. Die chinesische Firma Zhejiang Zhongneng Industry Group stellt einen Rollertyp her, den „Ves“, der der Ves­pa, dem „Kult“-Roller von Piaggio, äußerst ähnlich ist. Ein Gericht in Turin hat nun mit einem Urteil dem Roller von Piaggio den Status eines Kunstwerks gegeben. Die Vespa sei, so die Richter, ein industrielles Design-Kunstwerk und müsse deshalb vor Plagiaten urheberrechtlich geschützt werden. Deshalb dürfen kein chi­ne­si­scher „Klon“ in Italien verkauft werden. Dies gelte für alle Varianten der Vespa, die seit 1948 auf den Markt gekommen sind.

6. März 2017
Rekordtief an Geburten in Italien: Immer weniger bambini in unserem Nachbarland! Laut dem ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica / deutsch: Na­tio­nales Institut für Statistik) ka­men 2016 in Italien 474.000 Kinder auf die Welt, 12.000 weniger als 2015, was einem Rückgang von 2,4 Pro­zent bedeutet. Einzige Ausnahme ist Südtirol mit einem Geburtenwachstum von 1,34 Pro­zent. Dadurch sinkt die italienische Bevölkerung auf 60,579 Millionen Ein­woh­ner, das sind 86.000 weniger als im Vorjahr. 216.000 Italiener wanderten im vergangenen Jahr ins Ausland aus. 205.000 Ausländer erhielten die ita­lie­ni­sche Staatsbürgerschaft. Jetzt sucht die italienische Regierung nach Maß­nah­men einer gezielten Familienpolitik, um diesem Trend ent­ge­gen­zuwirken.

23. Februar 2017
Klinikpersonal machte jahrelang unentdeckt blau: Die italienische Polizei deckte ein dreistes System von Blaumacherei auf. 94 Mitarbeiter der Klinik „Loreto Mare“ in Neapel hatten ihre Stechkarten von einer kleinen Gruppe von Kollegen, die tatsächlich zur Arbeit gingen, durchziehen lassen, während sie selbst blaumachten. Während der bezahlten Freizeit spielte bei­spielsweise ein Arzt Tennis, ein anderer arbeitete in einer Privatklinik, ein anderer Mitarbeiter verdiente sich als Koch in einer nahe gelegenen Gast­wirt­schaft etwas dazu. Die Ermittlungen hatten zwei Jahre gedauert. Aus Stunden und Stunden von Videoaufnahmen und Abhöraktionen und mehr als 500 Be­obachtungs- und Beschattungsaktionen konnten Tausende Fälle von Abwe­sen­heit vom Arbeitsplatz nachgewiesen werden. Dann schlug die Polizei zu. Gegen die Mitarbeiter wird ermittelt. 55 Klinikmitarbeiter, darunter ein Neu­ro­loge, ein Gynäkologe, neun Röntgentechniker und 18 Pfleger wurden bereits unter Hausarrest gestellt.

5. Februar 2017
Berühmter Schauspieler rügt Smartphone-Chatter: Während einer Theatervorstellung in Neapel im Teatro Bellini unterbrach der berühmte Schauspieler Toni Servillo (Die große Schönheit“) die Aufführung, näherte sich einem Zuschauer in der ersten Reihe und rügte ihn: „Wollen Sie nicht aufhören mit Ihrem Smartphone?" – sagte er – „Hier sind echte Menschen, nicht das Fernsehen!“ Danach stieg er wieder auf die Bühne, als ob nichts gewesen wäre. Der Zuschauer in der ersten Reihe hatte ununterbrochen gechattet und Anrufe angenommen. Die Reaktion von Servillo war durchaus höflich und nach seiner Rüge erhielt der Schauspieler einen Mega-Applaus seitens der weiteren Zuschauer. „Man bräuchte einen Toni Servillo in jedem Kino und in jedem Theater“, war einer der zahlreichen positiven Kommentare in den sozialen Medien.

27. Januar 2017
Wegen Stillens des Postamts verwiesen: Francesca Castelli, eine junge Mutter aus Biella (Piemont) hatte ihrem drei Monate alten Kind in einem Post­amt der Stadt die Brust gegeben. Worauf sie des Gebäudes verwiesen wurde. Stillen sei nicht erlaubt, sagte man ihr. Nur das Fläschchen geben sei erlaubt. Die junge Frau hatte davor nach einem Badezimmer gefragt, um den Kleinen zu stillen und ihm die Windeln zu wechseln. Man sagte ihr, dass man dafür nicht ausgerüstet sei, schließlich sei ein Postamt keine Bar. Fran­cesca Castelli erwähnte den Vorfall bei Facebook, was für viel Auf­re­gung sorgte. Schließlich schaltete sich die zuständige Ministerin ein. In einem Tweet kündigte sie eine entsprechende Verhaltensregel für die gesamte öffentliche Verwaltung an.

2. Januar 2017
Facebook löscht Bild von nackter Neptunstatue: Die Zensurrichtlinie von Facebook bei Nacktdarstellungen löst immer wieder Kopfschütteln und Kritik aus. Ein Bild von der Neptunstatue, dem Wahrzeichen der Stadt Bolo­gna, war von der italienischen Schriftstellerin Elisa Barbari als Werbung für ihre Webseite über Sehenswürdigkeiten der Stadt Bologna gewählt worden. Die 3,35 Meter hohe Bronzestatue Neptuns umgeben von Sirenen und Del­fi­nen steht nackt in der Mitte des Neptunbrunnens im Zentrum der Stadt. Das soziale Netzwerk löschte das Bild, weil es "sexuell explizit" sei. Ganz Italien ist empört. Ich denke, so der Kunstkritiker Philippe Daverio, dass wir einer Art ethischen Er­pres­sung weltweit nachgeben. Das Netzwerk wird zum Ort der zukünftigen Re­pression.“

18. Januar 2013
König der Paparazzi verurteilt: Fabrizio Corona, der König der ita­lie­ni­schen VIP-Fotografen, wurde vom Obersten Gericht in Rom wegen räu­be­ri­scher Erpressung und rechtswidriger Verwendung von persönlichen Daten in letzter Instanz zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der bekannte Paparazzo [] hatte mit einem Komplizen über Jahre hinweg zahlreiche Prominente er­presst, indem er gedroht hatte, unliebsame Fotos von ihnen zu ver­öf­fent­li­chen, sollten sie ihn nicht bezahlen. Inzwischen ist Corona untergetaucht und steht auch auf der Fahndungsliste von Interpol.

4. Januar 2013
Italien untersagt Kartenzahlung im Vatikan: Im Kirchenstaat kann man ab dem 1. Januar nur noch bar bezahlen, Kartenzahlungen sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Auch die Geldautomaten sind gesperrt. Die italienische Zentralbank hat Kartenzahlungen bis auf Weiteres untersagt. Besucher des Kirchenstaates sollten sich deshalb gut mit Bargeld eindecken. Die offizielle Begründung ist, dass der Vatikan bislang internationale Regeln im Kampf gegen Geldwäsche nicht vollständig umgesetzt habe. Der Vatikan sagte zu diesem Thema lediglich, dass ein Vertrag mit einem Zahlungs­dienst­leister ausgelaufen sei.

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