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Pasqua

Zu Ostern finden in Italien mehr als dreitausend „lebendige" Aufführungen der Passion Christi statt. Vom Norden bis in den Süden ist es eine Abfolge von Prozessionen, Volksfesten und Passionsspielen. Ganze Ortschaften gehen während der Settimana Santa (Karwoche) auf die Straße.

Karfreitagsprozession auf Procida (Kampanien)
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In der Nacht des Karfreitags sind die Straßen vom Licht der Fackeln be­leuch­tet und von menschenüberfüllten Prozessionen durchzogen. Dann ziehen Büßergemeinschaften in Erinnerung an die Passion Christi durch die Ort­schaf­ten. Nicht selten gehen die Büßenden barfuß oder in Ketten, um den Weg zur Erlosüng zu erschweren.
Rote Prozession in Piano di Sorrento
Allein in Sorrent und Umgebung finden während der Karwoche mehr als zwanzig Prozessionen statt. Unter ihnen die faszinierenden Prozessionen der Kapuzenträger. Die liturgischen Osterprozessionen sind der Ausdruck des tiefen religiösen Glaubens der Bewohner der Amalfitanischen Küste.
Karfreitagprozession in Amalfi

Auch in Sizilien finden in der Karwoche eindrucksvolle Prozessionen statt. Zu den schönsten gehören die Mysterienprozessionen von Caltanissetta am Gründonnesrtag und vor allem die Karfreitagsprozession von Trapani. Unter den Mysterien sind die Stationen des Leidensweges Christi zu verstehen. Die jeweiligen Ereignisse sind in überlebensgroßen Figurengruppen dargestellt, die während der Prozession durch die Straßen getragen werden. Am Kar­freitag wird in Gela ein Passionsspiel im Freien aufgeführt.

Karfreitagsprozession in Vallata (Kampanien)
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Abruzzen: In Sulmona findet die Karfreitagprozession und die „Madonna che corre in piazza“ (die rennende Madonna) statt: Die Apostel Petrus und Jo­han­nes – das sind Statuen, die von den Teilnehmern getragen werden – be­rich­ten der trau­ernden Jungfrau Maria (dargestellt von einer in ein schwarzes Gewand ge­hüll­ten Statue mit einem weißen Taschentuch in der Hand), von der Au­fer­steh­ung. Maria erkennt ihren Sohn und läuft ihm freudig über den Platz entgegen, um ihn zu umarmen. Während sie läuft, fällt ihr das schwarze Gewand und das Taschentuch herunter. Dabei wird ihr prächtiges grünes Kleid enthüllt, aus dem Frie­dens­tauben in den Himmel steigen.
Madonna che corre in piazza
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Pasquetta
Ostermontag, der Tag, der an die Begegnung der zum Grab gekommenen Frauen mit dem Himmelsboten erinnert, wird „Lunedì dell'Angelo“ (Montag des Engels) genannt. An diesem Tag erklingt die Botschaft der Auferstehung Jesu: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag“ (Mt 28, 5–6).
Pasquetta
Der Ostermontagspicknick

Im Volksmund wird dieser Tag auch „Pasquetta“ (das kleine Ostern) genannt und er ist traditionell einem Ausflug gewidmet, bei dem man mit der Familie ein großes Picknick veranstaltet.

Der Osternausflug wird mit dem Emmaus Osterspaziergang oder Emmaus­gang in Verbindung gebracht, dem Gang der beiden Jünger Christi von Jeru­sa­lem nach Emmaus, bei dem ihnen der auferstandene Jesus von Nazaret begegnete, den sie jedoch nicht erkannten.
 
Italienische Ostern
Wir Österreicher in Italien feierten das Oster­fest weiterhin nach unseren Traditionen. So suchten wir als Kin­der die bunt bemalten versteckten Eier und die Süßigkeiten, die der „Oster­ha­se" versteckt hatte.
Weil aber die italienischen Kinder rie­sige Schokoladeeier geschenkt be­ka­men mit darin enthaltenen kleinen „Überraschungen“, blieb es auch unsern Eltern nicht erspart, uns mit dieser überteuerten Art, Schokolade zu vermarkten, zu beschenken.
Ebenso gab es dann bald die tra­di­tionelle „Colomba“ (Taube), den taubenformigen Osterkuchen aus leichtem Hefeteig, der, ursprünglich aus der Lombardei stammend, sich im Laufe der Zait in ganz Italien durchgesetzt hatte.

Der Legende nach wollte der König der Langobarden Alboin, nachdem er Pavia erobert hatte, die Stadt für ihren Widerstand bestrafen. Einer jungen Frau gelang es aber, mit einem Kuchen, der die Form einer Friedenstaube hatte, das wilde Pfer des Königs zu zähmen. Beeindruckt durch dieses „Wunder" verzichtete Alboin auf seine mörderischen Absichten.


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