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Viva l'Italia: Es lebe Italien

Der „Risorgimento“ war die politische Bewegungen, die zwi­schen 1815 und 1870 die Vereinigung der damaligen jeweils eigen­staat­li­chen Regionen Ita­liens in einem un­ab­häng­igen Nationalstaat anstrebten. Dieser Staat wurde mit mehreren Ausftänden und Unabhängigkeitskriege 1861 durchgesetz – als konsti­tu­tio­nelle Monarchie. 1870 wurde der Risorgimento mit der Einnahme Roms durch italienische Truppen vollendet.
„Viva l'Italia" war der Aufruf der Patrioten im italienischen „Risorgi­mento“.
Die Brüder Attilio und Emilio Bandiera, die venezianischen Adels­familie ent­stammten, waren Offiziere in der Flotte Österreichs, denn Österrreich be­herrschte damals Norditalien und Venedig. Die Brüder schlossen sich aber später der politischen Bewegung Giuseppe Mazzinis an, die für die Befreiung Italiens kämpfte. Die Brüder Bandiera gründeten die Geheim­ge­sell­schaft Esperia, mit der sie Aufstände gegen die Bourbonen in Süditalien anstifteten. Bei einer dieser Aufstände wurden sie in Kalabrien gefangen genommen und wurden am 25. Juli 1844 mit sieben weiteren Kampfgenossen in der Nähe non Cosenza (Kalabrien) hingerichtet.
Sie starben beim Aufruf „Viva l'Italia, viva la libertà, viva la patria“ (Es lebe Italien, es lebe die Freiheit, es lebe das Vaterland).

Neben dem Aufruf „Viva l'Italia“ gab es im Ri­sor­gimento einen weiteren, ge­hei­men Aufruf, der sich zu Italien bekennenden Patrioten: „Viva Verdi“ oder auch „Evviva Verdi„. Dieser Satz bedeutet im Italienischen wört­lich „Es lebe Verdi!“, er wurde im Risorgimento aber gleich­zei­tig als Abkürzung verstanden, um insgeheim den König Vittorio Emanuele II. hochleben zu lassen. Aufgeschlüsselt ergibt „Viva Verdi“ näm­lich „Viva Vittorio Emanuele Re d'Italia“ (Es lebe Viktor Emanuel, König von Italien). Beide, der König wie auch Giuseppe Verdi galten als Figur nationalen Ranges.

Auch der Freiheitsheld Cesare Battisti, nach seiner Verurteilung zum Tode durch den Strang, rief zu seinen Henkern „Viva Trento italiana!, Viva l'Italia!“ (Es lebe das italienische Trient, es lebe Italie!n), bevor er starb.

Der Patriotismus, mit dem sich die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg so schwer tun, war für die Italiener schon immer eine Selbstverständlichkeit. Und dass der Sieg bei der Fußballmeisterschaft 2006 zu einen millionenfachen Schrei „Viva l'Italia“ führte, wird wohl niemanden verwundert haben.
Angesichts der verheerenden Zustände im heutigen Italien, verfasste der Liedermacher Francesco de Gregori das folgende (sarkastische) Lied:
Viva l’Italia, l’Italia liberata,
l’Italia del valzer, l’Italia del caffè.
L’Italia derubata e colpita al cuore,
viva l’Italia, l’Italia che non muore.
Viva l’Italia, presa a tradimento,
l’Italia assassinata dai giornali e dal cemento,
l’Italia con gli occhi asciutti nella notte scura,
viva l’Italia, l’Italia che non ha paura.
Viva l’Italia, l’Italia che è in mezzo al mare,
l’Italia dimenticata e l’Italia da dimenticare,
l’Italia metà giardino e metà galera,
viva l’Italia, l’Italia tutta intera.
Viva l’Italia, l’Italia che lavora,
l’Italia che si dispera, l’Italia che si innamora,
l’Italia metà dovere e metà fortuna,
viva l’Italia, l’Italia sulla luna.
Viva l’Italia, l’Italia del 12 dicembre,
l’Italia con le bandiere, l’Italia nuda come sempre,
l’Italia con gli occhi aperti nella notte triste,
viva l’Italia, l’Italia che resiste

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Es lebe Italien, das befreite Italien,
Das Italien des Walzers, das Italien des Kaffees.
Das bestohlene und ins Herz getroffene Italien,
Es lebe Italien, das Italien, das nicht stirbt,
Es lebe Italien, das verratene Italien,
Das von Presse und Beton gemeuchelte Italien,
Das Italien mit trockenen Augen in der dunklen Nacht,
Es lebe Italien, das Italien ohne Angst.
Es lebe Italien, das Land mitten im Meer,
Das vergessene und das zu vergessendes Italien,
Das Italien, das halb Garten und halb Gefängnis ist,
Es lebe Italien, das vollständige Italien.
Es lebe Italien, das arbeitende Italien,
Das Italien, dass verzweifelt, das Italien, dass sich verliebt,
Das Italien, das zur Hälfte Pflicht ist und zur Hälfte Glück,
Es lebe Italien, das Italien auf dem Mond.
Es lebe Italien, das Italien des 12. Dezembers,
Das Italien mit den Fahnen, das nackt ist wie immer,
Das Italien mit offenen Augen in der traurigen Nacht,
Es lebe Italien, das Italien, das nicht aufgibt.
 

„Viva Italia"?

Eine kleine Sprachkunde: Die oben stehende Wortzusammenstellung ist grammatikalisch falsch. „Italia" ver­langt nämlich den Artikel. Korrekt wäre also „Viva l'Italia“. Es steht für „Es lebe die Italien“, denn Italien ist auf Italienisch weiblich.
Schließlich würde man auch nicht sagen:" Es lebe Schweiz“, sondern „Es lebe die Schweiz“. Oder?
So bitte NICHT!!

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Viva l'Italia
Viva l'Italia!
von Francesco De Gregori

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Italia
Italia amore mio
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von Raffaele Celentano

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