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Antonio Meucci

Es hielt sich jahrelang der Glaube, dass Alexander Graham Bell der Erfinder des Telefons sei. Das stimmt nicht: Bell hatte nur ausgeschlachtet und ver­bessert, was andere vor ihm erfunden hatten. Er trickste Konkurrenten, die weiter waren als er, aus – oder trieb sie sogar in den Ruin. Der tatsächliche Erfinder war ein Italiener, der Erfinder Antonio Meucci aus Florenz.
In der Tat war dem Italiener großes Unrecht widerfahren. Erst am 11. Juni 2002 würdigte das amerikanische Repräsentantenhaus in einer Resolution Antonio Meuccis Erfindung und seine Arbeit bei der Einführung des Telefons.

Antonio Meucci, 1808 in San Frediano, in der Nähe von Florenz (Tos­ka­na), geboren und 1889 in New York gestorben, war ein genialer Erfinder.

Antonio Meucci besuchte sechs Jahre lang die Akademie der schönen Künste. Studien auf den Gebieten Chemie und Mechanik folgten. Zeitgleich (von 1823 bis 1830) versah er seinen Militärdienst als Stadtwache an den Toren von Flo­renz. Im Oktober 1833 wurde er Hauptmechaniker am Teatro della Per­go­la, in dem er ein bis heute erhaltenes Akustik-Rohr-Telephon installierte. Mit dessen Hilfe war eine Verständigung vom Station (Theater) zum "Manöver" hin möglich.

Aufgrund seiner Sympathie mit den Revolutionären zur Befreiung Italiens trat er den Carbonari (italienisch für Köhler) bei, dem wichtigsten der Geheim­bünde im Italien des 19. Jahrhunderts, die an der Fortentwicklung der ita­lie­ni­schen Einigungsbewegung des Risorgimento beteiligt waren. Er nahm an den Erhebungen der Jahre 1831 - 1833 teil, landete dafür einige Monate im Ge­fäng­nis und verließ das Land im Jahr 1835 in Richtung Kuba. Kurz vor seiner Abreise heiratete er Esther Mochi.
In Havanna wurde er leitender Theatermechaniker an der Italian Opera Company. Zahlreiche Erfindungen Meuccis – unter anderem die chemische Abwasserverarbeitung – erleichterten sein Wirken. 1844 gründete Meucci eine Galvanisierungsfabrik, in der er Versorgungsmaterial für die Armee bear­bei­tet. Dabei verdiente er ein Vermögen, das ihm erlaubte, der Revolution in Italien finanzielle Mittel zukommen zu lassen. Noch immer war er patriotisch und den Ideen von Giuseppe Garibaldi [], verpflichtet. Am Abend des 16. Dezembers 1844 wurde Meucci im Gran Teatro de Tacón für seine bisherigen Verdienste geehrt. Durch einen Hurrikan wurde das Gran Teatro de Tacón stark be­schä­digt und Meucci am 18. April 1847 mit dem Wiederaufbau beauftragt.

Meuccis Vorstellungen, dass er seine Ideen in einer Stadt wie New York schneller und besser umsetzen könne, veranlasste ihn und seine Familie, nach Ablauf seines Vertrages in Kuba am 23. April 1850 das Land zu ver­lassen und nach Amerika umzusiedeln. Am 01. Mai 1850 kam Meucci in New York mit einem Vermögen von etwa 26.000 Pesofuertes (etwa 500.000 heu­tigen Euro entsprechend) an. Meucci zog in den ersten Tagen des Okto­ber 1850 in ein Häuschen in Clifton, Staten Island (New York), ein. 1851 gründete er die erste Stearinkerzenfabrik, 1856 die Clifton-Brauerei für Lagerbier und 1860 die weltweit erste Paraffinkerzenfabrik.
Antonio Meucci, der wirkliche Erfinder des Telefons []
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Zwischenzeitlich war seine Frau an Rheuma erkrankt und ihr Leiden war so groß, dass sie das Zimmer nicht mehr verlassen konnte. Aus diesem Grund stell­te Meucci 1854 die "erste Fernsprechverbindung" vom Keller seines Hauses und dem Zimmer seiner Frau im ersten Stock her, auf der er viele unterschiedliche In­stru­mente aus­probierte. Näheres zur Technik seiner Instrumente können Sie auf der Webseite des Deutschen Telefonmuseums erfahren.

Seine Erfindung stellte Meucci bereits 1860 in einer örtlichen italie­nisch­spra­chigen Zeitung vor. Geschäfte mit windigen Spekulanten führten jedoch zum Verlust seines gesamten Vermögens und seiner wirtschaftlichen Unab­hän­gig­keit. Außerdem verbrannte sich Meucci 1866 bei der Explosion eines Dampf­kessels so sehr, dass er drei Monate nicht arbeiten konnte. Seine Frau sah sich dazu gezwungen, seine Arbeits­mo­del­le, darunter die des Telefons, zu ver­kau­fen. Doch Meucci gab nicht auf und verbesserte sein Telefon. 1871 ließ er sich seinen Apparat vorläufig pa­ten­tie­ren, musste das Patent wegen finan­ziel­ler Schwierigkeiten jedoch 1874 verfallen lassen.

Meucci wollte sein Gerät, das er als "Sprechenden Telegraphen" bezeichnete, auf den Leitungen des westlichen Anschlusssystems der Western Union Tele­graph Company demonstrieren und kontaktierte deshalb deren Vize­prä­si­dent, Edward B. Grant. Zu diesem Zweck ließ er der Firma sowohl Geräte als auch deren Beschreibung zukommen. Lange Zeit hörte er nichts von der Western Union. 1874 forderte Meucci seine Materialien schließlich zurück. Man erklärte ihm aber, dass die Instrumente und auch die sonstigen Unterlagen verloren gegangen seien.


1876 bekam der aus Schottland in die USA eingewanderte und damals bei Western Union angestellte Alexander Graham Bell, ein Patent für das von ihm (angeblich) erfundene Telefon. Entwickelt hatte er es in dem Labor, in dem Meucci sein Material gelagert hatte. Trotz jahrzehntelanger Strei­tig­kei­ten gelang es Antonio Meucci nicht, das Patent oder wenigstens finanzielle Entschädigungen von Bell zu erhalten.
Die US-Behörden hatten 1887 versucht, Bell das Patent in einem Betrugs­ver­fahren abzuerkennen. Durch den Tod von Meucci im Jahr 1889 geriet die An­gelegenheit jedoch in Vergessenheit. Somit konnte Alexander Graham Bell für lange Zeit für sich in Anspruch nehmen, der erste Patentnehmer auf ein "Te­lefon" zu sein, ohne jegliche Zahlungen an die Familie Meucci leisten zu müs­sen. Während Bell zu Weltruhm gelangte, ist der Name Meucci heutzutage nur Wenigen geläufig.
Meuccis Haus auf Staten Island wurde zu einem Museum umfunktioniert. 1906 hatte es die Garibaldi-Gesellschaft gekauft, die daraus das Garibaldi-Meucci-Museum machte. Davor steht das von Ettore Ferrari geschaffene Denkmal mit einer Büste des großen Erfinders.
 

Antonio Meucci


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