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Achtung Aussprache!

Und wenn Sie auch noch so gut die italienische Grammatik und die italie­ni­schen Redewendungen beherrschen, und Ihr italienischer Wortschatz noch so umfangreich ist, es kann ein Satz reichen, und Sie sind als deutscher Mut­ter­sprachler entlarvt.

Die klassischen Fehler

CH: Chianti, Ponte Vecchio Das müsste sich doch inzwischen herumge­sprochen haben. Die korrekte Aussprache ist nicht Tschanti, sondern Kianti. „CH“ wird in der italienischen Spra­che immer hart, wie das deutsche „k“ ge­spro­chen. Die „Alte Brücke“ in Florenz heißt dem­ge­mäß „Ponte Vekkio“. Bruschetta wird demnach Brusketta aus­ge­sprochen.
GH: Lamborghini, Ghia, Spaghetti, Bordighera Nein, nein, nein: nicht Lambordschini, Dschia, Spa­dschetti, Bordidschera. Sprechen Sie das „GH“ wie das deutsche „G“ aus, also wie Sie es bei Spa­ghetti (oder Spagetti bei der neuen Recht­schrei­bung) so­wieso schon tun. Also bitte: Lamborgini, Gia (Ton­fall auf „i“), Spagetti, Bordigera (wie bei der Stadt Gera).
QU: quando, quello, questo, qui Wollen Sie, dass ein Italiener SOFORT merkt, dass Sie Deutscher sind (selbst wenn Sie keine Sandalen und weiße Socken tragen)? Dann sprechen Sie QU wie „KW“ aus. Also kwando, kwello, kwesto, kwi. Auf Italienisch wird „QU“ wie „KU“ aus­ge­spro­chen. Das „U“ wird nur ganz kurz aus­ge­spro­chen und der da­rauf folgende Selbstlaut betont. Also kuàndo, kuello usw. Und keinesfalls die Silben beim Aus­spre­chen trennen (also nicht ku-ando, ku-ello etc.).
GU: Guido, guar­da­re, guidare Es mag sein, dass Gido die kor­rekte Aus­spra­che für Guido Westerwelles Vornamen ist. Wenn sie aber in Italien einen Guido auf diese Wei­se an­spre­chen, sind Sie sofort (sprachlich) geoutet. Auf Ita­lienisch wird „GU“ wie „GU“ aus­ge­spro­chen. Das „U“ wird auch vor einem „I“ nicht ver­schluckt. Das mag im Fran­zö­si­schen korrekt sein, nicht aber im Italie­ni­schen. „UI“ muss zudem in einem Rutsch aus­ge­spro­chen wer­den – Also nicht Gu-i-do. Und um Him­mels Willen sagen Sie nicht Gwido. Hier gilt nämlich das Gleiche wie bei „QU“. Also Guido, guardàre, guidàre usw.
S: Es ist merkwürdig, aber auf die korrekte Aus­spra­che des Buchstaben „S“ wird in vielen Sprach­schu­len anscheinend wenig geachtet. Am „S“ outen sich die meisten Deutschen. Zur Erinnerung: Das weiche (=stimmhafte) S klingt wie ein Summen: sagen, segeln, singen. Das harte (=stimmlose) S klingt wie ein Zischen: essen, Bus, fließen.
  Zwischen zwei Vokalen und vor den Kon­so­nan­ten „b“, „d“, „g“, „l“, „m“, „n“, „r“ und „v“ wird „s“ stimm­haft ausgesprochen. Also bei casa (Haus), asma (Asthma), sbirro (Bulle), Pisa.
  Am Wortanfang, wenn ein Vokal folgt, vor den Kon­sonanten „c“, „f“, „p“, „q“, „t“, nach den Kon­so­nan­ten „l“, „n“ und „r“ und als Doppel­kon­so­nant „ss“ wird „s“ stimmlos ausgesprochen. Also bei santo (heilig), subito (sofort), stupido (dumm), scatola (Schachtel).
  Alles klar? Wie spricht man also das „S“ beim Na­men „Sandra" aus? Wenn Sie es stimmhaft aus­spre­chen, sind Sie (als Nichtitaliener) entlarvt.
GNOCCHI: Au weh! Hier kommt es meistens zu grauen­haften Ver­stümmelungen. Viele Deutsch­spra­chi­ge spre­chen das „gn“ wie beim deut­schen Wort Gnade aus, das „cchi“ wie das „ci“ von ciao aus. Was heraus­kommt ist das Monster gnotschi.
Das „gn“ soll aber wie „nj“ (wie in „Kompagnon“) klingen und das „cch“ natürlich wie ein besonders hart aus­ge­sprochenes „k“ (Franken werden es nie schaf­fen!). Korrekt für das Wort gnocchi ist also di Aussprache njokki.
GL: Die Buchstabenfolge gli oder gle wird in der Regel wie „lj“, bzw. „lje“ ausgesprochen, beispielsweise „aglio“ (Knoblauch) und „figlio“ (Sohn). Es gibt aber auch Ausnahmen dazu, bei denen die Aussprache jener des Deutschen gleicht: „negligente" (nach­läs­sig) und „geroglifico" (Hyeroglyphe).
H: Das „h“ wird in der italienischen Sprachen nie aus­gesprochen. Es sei denn, man ist in der Toscana. Dort hört sich das wie „k“ ausgesprochene „c“ („casa“, „Chianti“) wie wie ein kräftig gehauchtes „h“ an. Also „hasa“, „hianti“.

Doppelkonsonanten

Aufeinander folgende gleiche Konsonanten wie z. B. „nn“, „mm“, „ll“ etc. werden im Italienischen als ein Buchstabe, aber stärker und länger aus­ge­sprochen, ähnlich wie im deutschen Wort „Annahme".
Beispiele: mamma, fratello, commissario. Letzteres Wort wird von deut­schen Sprechern fast automatisch „komisario" ausgesprochen, also ohne die Doppelkonsonanten stärker und länger zu betonen. Möglicherweise bedarf es einer gewisser Übung, um den Unterschied überhaupt wahrzunehmen.


Diphtong /Hiat
Ein Diphthong ist ein Doppellaut aus zwei ver­schiedenen Vokalen inner­halb einer einzigen Silbe (Beispiele auf Deutsch: „Haus“, „lei-se“).
Ein Hiat ist hingegen ein Doppelvokal, bei dem die Vo­ka­le zu zwei un­ter­schied­lichen Silben gehören (Beispiele auf Deutsch: „Cha-os“, „Ru-ine“).
Diese Unterscheidung ist wichtig, denn in der italienischen Sprache gibt es ge­naue Regeln dazu. Nur ein Beispiel: Der Name „Paolo“ wird von Deutsch­spra­chigen meistens „Pa-ólo“ ausgesprochen, also mit dem Dop­pel­vo­kal „ao“ als Hiat. Dazu noch mit der Betonung auf das erste „o“. Dieser (übri­gens italienische) Name wird in Italien aber „Páolo“ ausgesprochen, also mit „ao“ als Diphtong. Und betont wird das „a“.
Hiat gibt es im Italienischen, wenn:
keiner der beiden Vokale ein „i“ oder ein „u“ ist (Beispiele: meandro, teologo/ Aussprache: me-ándro, te-ólogo);
einer der beiden Vokale ein betontes „i“ oder „u“ ist und der andere „a“, „e“ oder „o“ ist (Beispiele: mormorìo, tùa, caffeìna/ Aussprache: mormorì-o, tù-a, caffe-ìna);

es sich um ein Wort handelt mit einem Präfix (Beispiele: riecco, triennio, antiacido).

In allen anderen Fällen werden die Doppelvokale als Diphtonge aus­ge­sprochen (Beispiele: guidare, giurare, pianura, schiena, fiume, suono, zaino, lui/ Aussprache: guí-dare, g-rare, pia-núra, schié-na, fiú-me, s-no, zái-no, lui). Die Akzente werden normalerweise nicht ge­schrie­ben, sie dienen nur, um die Betonung zu kennzeichnen.

Zum Abschluss, diese gute Zusammenstellung (in englischer Sprache).
Ausspracheregeln []
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