Geschichte |    Essen/ | Regionale Küche | Film/Medien | Literatur/Presse | Sprache | Nützliches
Landschaften |   Trinken | Persönlichkeiten | Kunst/Architektur | Wissenswertes | Musik |  H O M E
 

Wortschatz für Fortgeschrittene



Gängige Begriffe wie „amore“, „arri­ve­derci“, „bellissima“, „grazie“, „prego“ „vino“ etc. sind in dieser Auflistung nicht zu finden. Denn diese kann man in jedem Italienisch-Lehrbuch ab Stufe A1 sowie in allen Online-Kursen finden.
Die folgende ist eine Zusammenstellung von interessanten Wörtern, die über den Grund­wort­schatz hinausgehen. Es handelt sich aber keineswegs um aus­gefallene, selten verwendete Wörter oder um Wörter, die nur von einer Bil­dungselite ver­wendet werden. Sie werden im Alltag durchaus häufig von jedermann verwendet. Um Vokabeln für Fortgeschrittene handelt es sich also nur für Sprachschüler!

abbuffata
Völlerei, das große Fressen, das Gelage
Etymologie:Buffa“ bedeutet in vielen Dialekten des italienischen Südens „Kröte“. „Abbuffata“ bedeutet also, sich vollzufressen, bis man aufgebläht ist wie eine Kröte. Es ist ja bekannt, dass wenn Kröten sich bedroht fühlen, sie sich regelrecht aufblasen. Das entsprechende Verb ist „abbuffarsi“.
Das große Fressen“ (italienisch: „La grande abbuffata“) ist ein fran­zö­sisch-italienischer Spielfilm von Mar­co Ferreri [] aus dem Jahr 1973. Vier Freunde treffen sich an einem Wo­chen­ende, um durch über­mä­ßi­ges Essen feierlich kollektiven Selbst­mord zu begehen. Der Film galt damals als sehr schockierend.

anacoreta
Einsiedler, Eremit
Etymologie: Ein anacoreta (aus dem altgriechischen „anachōreō“ = sich zu­rück­zie­hen“) war im altgriechischen Sprachgebrauch ein Mensch, der sich aus per­sönlichen Gründen aus der Gemeinschaft, der „chora“.;, zurückzog.
Zugegebenermaßen handelt es sich um einen „gebildeten“ Begriff, denn das Wort „eremita“ wird im täglichen Sprachgebrauch häufiger ver­wen­det. Den­noch wird es von der breiten Mehrheit durchaus verstanden.

antifona
Anspielung
Etymologie: aus dem altgr. „antiphonos“ (entgegentönend, antwortend).
Der Begriff (Betonung auf das „i“) be­deutet zwar Gegengesang oder Wech­selgesang, in der All­tags­sprache wird er aber fast ausschließlich in der Be­deu­tung „An­spie­lung“, „Wink“, „Andeutung“ verwendet. Auch im Sinne einer ver­deckten Drohung.
Capire l'antifona“ bedeutet, eine nicht offen formulierte Aussage (An­spie­lung) zu verstehen.
Ho provato a mandarla via, ma non ha capito l'antifona.“ (Ich habe ver­sucht, sie wegzuschicken, sie hat aber den Wink nicht verstanden.)
Hai capito l'antifona?: (Hast du den Hinweis/die Anspielung verstanden?)

apericena
„Erweiterter“ Aperitif
Etymologie: aus „aperitivo“ (Aperitif) und „cena“ (Abendessen).
Es ist nicht nur eine neue Wortschöpfung, sondern auch eine neue Mode, die Mitte der 1990er Jahre in Italien in Erscheinung getreten ist. Kurz gesagt: Es handelt sich um einen Aperitif, der mit so vielen Häppchen serviert wird, dass er das Abendessen ersetzen kann. Bekam man früher zum Aperitif nur kleine Appetit­häppchen wie Oliven, Kar­tof­fel­chips und Erd­nüs­se, so bieten jetzt viele Bars zur Aperitifzeit für einen relativ ge­rin­gen Preis reichhaltige Buffets an. Siehe auch [].

assassino
Mörder
Etymologie: aus dem arabischen aššāšīn, „Haschischesser“. Zwischen dem Ende des 11. Jahrhunderts und der Mitte des 13. Jahrhunderts gab es eine in Persien und in Syrien aktive ismailitische Bewegung, die „Assassinen“, die durch ihre Mordattentate auf politische Gegner Angst und Schrecken ver­brei­te­te. Der Gründer der Sekte ließ seine Anhänger einen mit Haschisch ver­setz­ten Trank trinken, um sie für die von ihm befohlenen Morde gefügig zu ma­chen.
Mord“ heißt auf Italienisch „assassinio“. Es handelt sich dabei um die vor­sätz­liche Tötung. „Omicidio“ steht hingegen für Tötungsdelikt im All­ge­mei­nen.
Das Wort „assassino“ ist zwar immer noch in Gebrauch, wird aber in der Pres­se und den Medien immer öfter vom Neologismus „Killer“ verdrängt.
Catturato il killer del professore ucciso a coltellate.
(Der Mörder, der den Studienrat erstochen hat, wurde gefasst.)
Si chiama Masharipov il killer della discoteca Reina a Istanbul.
(Masharipov, so heißt der Attentäter der Diskothek Reina in Istanbul.)

assenteismo
Blaumachen, gewohnheitsmäßiges Fernbleiben vom Arbeitsplatz

Etymologie: aus dem englischen „absenteeism“, von „absentee“ (abwe­send). Ursprünglich bezogen auf Grundbesitzer, die sich nicht um ihr Gut kümmerten.

Immer und immer wieder kommen in Italien Fälle von „assenteismo“ ans Licht. Im August 2016 waren es die Beamten des Stadtrates von San Remo (Ligurien), die morgens ihre Zeitkarten stempelten und dann gleich wieder nach Hause gingen. Aktueller ist der Fall der Mitarbeiter der Klinik "Loreto Mare" in Neapel, die ihre Zeitkarten von Kollegen durchziehen ließen, wäh­rend sie selbst blaumachten []. Das gewohnheitsmäßige, un­ent­schul­digte Fern­blei­ben vom Arbeitsplatz ist eine Geißel der öffentlichen Verwaltung Ita­liens. In Messina (Sizilien) waren bei einer Kontrolle 81 von 96 Angestellten eines Sozialamts nicht am Arbeitsplatz. In einer Klinik in Salerno (Kampanien) fehlten 10 Schwestern, in Vibo Valentia (Kalabrien) 17 Ärzte und Pfleger. Aufsehen erregte auch der Fall des römischen Busfahrers Ezio Capri. Er mel­dete sich tagsüber krank und trat dann abends in einem Lokal als Sänger auf. Ein Gericht entschied: Er durfte!

baggianata
Quatsch, Unsinn
Etymologie: aus dem lateinischen „(fava) bajana“ (dicke Bohne [] aus der Stadt Baia). „Baggiano“ steht für Dummkopf.
Gemüsenamen wurden im Laufe der Jahrhunderte oft als Schimpfwort ver­wen­det. Beispiel „testa die cavolo“ (Kohlkopf). Alessandro Manzoni [] er­zählt, dass „baggiano“ der Schimpfname war, mit dem die Einwohner von Ber­ga­mo die Mailänder bezeichneten.
Ma non dire baggianate! (Red kein dummes Zeug!)

bagnasciuga
Etymologie: aus „bagna(re)“ (nass machen) und „asciuga(re)“ (trocknen).
Laut Wörterbuch: Strandlinie, Wasserlinie
Diese Übersetzungen sind unpräzise. In seiner ursprünglichen Bedeutung war das „bagnasciuga“ (Aussprache: banjaschuga), „jener Streifen der Bordwand ei­nes Schiffes, der aufgrund un­terschiedlicher Beladung nass oder trocken sein kann“. Dieser Begriff ist nicht identisch mit dem Begriff „Wasserlinie“, weil es sich um keine Linie, son­dern um einen Streifen der Bordwand handelt.
In der Umgangssprache verwendet man heutzutage das Wort „ba­gna­sciuga“ für „den Strandstreifen, an dem sich die Wellen brechen“.;, den Teil des Stran­des also, der aufgrund des Wellengangs ab­wech­selnd nass und trocken wird. Korrekt wäre hier aber das Wort battigia“.

Aber seit dem berühmten „Discorso del bagnasciuga“ von Benito Mussolini hat der Begriff „bagnasciuga“ im Volksmund den (korrekten) Begriff „bat­ti­gia“ ver­drängt. In der Rede, die der Duce am 24. Juni 1943 hielt, sagte er voraus, dass, sollten die Alliierten ein Landeversuch wagen, man sie „auf der Linie, die von den Matrosen 'bagnasciuga' genannt wird, 'einfrieren' würde“.;. Mussolini irrte sich: sprachlich und die historische Perspektive betreffend.


a bizzeffe
In Hülle und Fülle, haufenweise, wie Sand am Meer
Etymologie: aus dem arabischen „bi-zaf“ (viel).
Alla festa abbiamo mangiato pasticcini a bizzeffe. (Auf der Feier haben wir Süßgebäck in großen Mengen gegessen.)
Paperon de' Paperoni ha soldi a bizzeffe. (Dagobert Duck hat Geld wie Sand am Meer.)

blitz
Ja, Sie haben richtig gelesen, es ist ein deutsches Wort, das in die italienische Sprache eingegangen ist, ein Germanismus, also. Allerdings steht das Wort nicht für das meteorologische Ereignis, welches „fulmine“ genannt wird, son­dern für Blitz­aktion, Handstreich, Razzia. Der italienische Begriff wäre „colpo di mano“, aber die Medien sind verliebt in „blitz“. Man liest/hört kaum noch was anderes.
Etymologie: aus dem deutschen „Blitzkrieg“.

In die italienische Sprache kam das Wort während des Zweiten Weltkriegs als Abkürzung für das Wort „Blitzkrieg“. Im heutigen Sprachgebrauch wird der Be­griff „blitz“ verwendet, um eine den Gegner unvorbereitet treffende Aktion zu bezeichnen, der ihn ohne jede wirksame Verteidigungsmöglichkeit über­wäl­tigt. Der Begriff wird auch für politische oder wirtschaftliche Übernahmen verwendet.

Blitz della polizia a Trento, 9 arresti tra cui 7 richiedenti asilo. (Polizeirazzia in Trento. 9 Verhaftete, unter ihnen 7 Asylsuchende.)
Blitz su litorale romano: 99 ditte irregolari su 147 ispezioni. (Blitzaktion der Carabinieri an der römischen Küste: Bei 147 Inspektionen 99 rechtswidrige Firmen aufgespürt.“)

brindisi
Trinkspruch, Gläseranstoßen, Zuprosten
Etymologie: aus dem spanischen „brindis“. „Echar un brindis“ = „einen Toast ausbringen“. Ursprünglich kommt der Begriff aus dem deutschen „bring dir's“ (gemeint ist das Glas). Der Ausdruck soll über deutsche Lanzenknechte bei den spanischen Truppen angekommen sein.
Dabei sagt man „salute“, „alla tua salute“, „alla vostra“ oder „cin cin“. Letz­terer Ausruf wurde von Seeleuten aus China gebracht, wo der Trink­spruch „ts'ing ts'ing“ (was „bitte, bitte“ bedeutet) lautet. Da der Spruch laut­ma­le­risch dem Klang zweier zu­sam­men­gesto­ßener Gläser ähnelt, wurde ihm ein großer Erfolg beschert.
In den 1960er Jahren diente dieser Spruch der geschickten Werbung der Firma Cinzano („Cin cin, cin cin Cin­zano“). Berühmt ist der ge­sun­ge­ne Werbespot der Sän­ge­rin Rita Pavone mit dem Lied „Cin cin, c'in­namoriamo“ („Cin cin, wir verlieben uns“).

bufala
Büffelkuh, Zeitungsente, Fälschung, Ammenmärchen
Etymologie: aus „bufalo“ (Büffel)
Dieses Wort hat in seiner metaphorischer Bedeutung von „Lügengeschichte“ einen außerordentlichen Erfolg erlebt, dank insbesondere dem Internet. Im englischen Sprachraum wird das Wort „hoax“ dafür verwendet.
Etymologen streiten sich darüber, wie der Übergang von der Bedeutung „Büf­felkuh“.; zur „Zeitungsente“.; erfolgen konnte. Eine der vorgebrachten Er­klä­run­gen ist jene, die eine Analogie zwischen der Büffelkuh und einer un­ge­ho­bel­ten, dummen Person sieht. Weswegen die „bufala“ eine Nachricht für Dumm­köpfe wäre. Es könnte aber auch mit der Gepflogenheit in der Landwirtschaft zu tun haben, Büffel mit einem durch die Nase gezogenen Ring zu ziehen, al­so an der Nase herumzuführen. Tatsächlich hat der Satz „menare per il naso“ (jemanden an der Nase herumführen) die gleiche Bedeutung „anlügen“, „täu­schen“ wie in der deutschen Sprache.

buontempone
Frohnatur, Spaßvogel
Etymologie: aus „buontempo“ (Vergnügen, Kurzweil), von „buon“ (gute) und „tempo “ (Zeit).
Cerchi nel grano: extraterrestri o scherzo di un buontempone?“ (Korn­krei­se: Außer­ir­di­sche oder Scherz eines Spaßvogels?)

campanilismo
Lokalpatriotismus
Etymologie: von „campanile“ (Kirchturm). Aus der Geschichtsperspektive ist es der Kirchturm, um dem sich die Dorfgemeinschaft versammelt und ein Ge­meinschaftsgefühl entwickelt. Aus der Sicht des „campanilismo“ ist der eige­ne Heimatort der lebenswerteste, schönste und wichtigste Ort. Aus dieser Liebe kann aber auch häufig Abneigung, Rivalität oder gar Hass für die Nach­bar­ge­meinden entstehen. „Campanilismo“ äußert sich daher re­gel­mä­ßig in dem Versuch, die Nachbarn zu übertreffen – im günstigsten Fall nur im sport­lichen Wettstreit.

cattività
Gefangenschaft
Zustand der Inhaftierungen, Sklaverei. Der Begriff wird heutzutage in den allermeisten Fällen für gefangene Tiere verwendet, die in Käfigen oder in einem Gehege leben müssen.
Etymologie: vom lateinischen „captìvitas“ (Gefangenschaft), von „captivus“ (Ge­fan­gener). Dieser Zusammenhang wäre nicht besonders interessant, wä­re da nicht das italienische Wort „cattivo“, welches „bö­se“, „schlecht“, „ge­mein“ etc. bedeutet und als Hauptwort entsprechend „der schlech­te/ böse Mensch“. Ist also ein Gefangener böse? Offensichtlich herrschte in der An­ti­ke die Auf­fassung, dass wer sich im Krieg ergibt und gefangen nehmen lässt, ein schlech­ter Mensch sei. Laut anderen Sprachforschern stammt die Bedeutung „böse“ des Wortes aus der Abkürzung des lateinischen Begriffs „captivus diaboli“
   Foto von Pawel Ryszawa (Lizenz)     („Gefangener des Teufels“).

ciurma
Schiffsbesatzung, Gesindel
Etymologie: aus dem lateinischen „celeusma“ (Aufmunterungsgesang der Ruderer) vom altgriechischen „κέλευσμα “ (Takt, der den Ruderern vor­ge­geben wird).

il clandestino
Blinde Passagier, Illegale
Etymologie: Dieses im aktuellen politischen Kontext sehr interessante Wort hat dieselbe Wurzel des deut­schen Wortes „klammheimlich“. Dieses ist eine Tautologie (Wieder­ho­lung von bereits Gesagtem), denn das lateinische „clam“ bedeutet nichts anderes als „heimlich“, „hinter jmds. Rücken“.

coccolare, auch fare le coccole
Hätscheln, liebkosen
Etymologie: von „coccolo“ (lautmalerisch für „hübsches, pummeliges Kind“)

combriccola
Gruppe von Personen, die nicht sehr löbliche Ziele verfolgen.
Etymologie: Stammt wahrscheinlich von „briccone“ (Schelm, Gauner, Ha­lun­ke). Dieses Wort wird üblicherweise mit einem wohlwollenden und iro­ni­schen Beiklang ausgesprochen. Ein „briccone“ wird also eher mit Sympathie ge­sehen.

cozze (Mehrzahl von „cozza“.;)
Miesmuscheln
Etymologie: „Cozza“ ist die süditalienische Variante von „coccia“ (Ge­häu­se von Weich­tieren). Der (kaum verwendete) offizielle Name lautet „mitili“.
In Mittel- und Süditalien steht der Begroff „cozza“ für „Miesmuscheln“ aber auch für (umgangssprachlich/dialektal) „sehr hässliche Frau“. In manche Ge­genden Siziliens werden Miesmuscheln „cozzole di Messina“ genannt. In Ligurien und an Teilen der Toskaner Küste werden sie „muscoli“ genannt und haben somit die selbe Etymologie wie in der deutschen Sprache, nämlich aus dem latei­ni­schen „musculus“. Im Dialekt der Region um Comacchio sagt man „denti di vecchia“ (Altweiberzähne) dazu.
Die „muscoli di Spezia“ (Mies­mu­scheln aus La Spezia) werden vom berühmten Genueser Autor und Sänger Fabrizio de Andrè [] in seinem Album „Crêuza de mä“ genannt. Und zwar am Anfang des Lieds „Jamina“.
In diesem Zusammenhang ist es interessant, eine Episode zu erwähnen, die sich vor einiger Zeit ereignet hat. Der Begriff „muscoli“ ist, wie gesagt, die traditionelle Bezeichnung für Miesmuscheln in Ligurien. Vor einiger Zeit zwang die Guardia di Finanza (Finanzpolizei) ein Fischgeschäft in der ligu­ri­schen Stadt La Spezia dazu, den Namen auf den Preisschildern der Mies­mu­scheln von „muscoli“ auf „cozze“ umzuändern. Und dies aufgrund einer Verfügung des Ministerium für Landwirtschafts-, Ernährungs- und Forstpolitik zur Eti­ket­tierung von Produkten, die wiederum auf einer EU-Verordnung ba­siert. Und weil für Miesmuscheln die EU das Wort „cozze“ aufgelistet hatte aber nicht das Wort „muscoli“ vorgesehen hatte, fand sich die Finanzpolizei gezwungen zu intervenieren. Kein Wunder, dass solche Episoden zu Eu­ro­pafeindlichkeit führen können!

falò
Freudenfeuer, Lagerfeuer
Etymologie: ungewiss, eventuell vom griechischen „fanos“ (leuchtend).
Wenn man in Italien von Feuer spricht, gibt es zunächst den „physikalischen“ Begriff „fuoco“ für die Verbrennung mit Flammenbildung, bei der Wärme und Licht entstehen. Neben diesem Wort für „Feuer gibt es zahlreiche weitere Wör­ter, die eine Aussage treffen über die Um­stän­de, unter denen das Feuer ent­stan­den ist.
Unter „incendio“ versteht man eine „Feuers­brunst“ bzw. einen „Flä­chen­brand“. Ein „incendio“ kann „fortuito“ (durch Zufall entstanden) oder „doloso“ (vorsätzlich gelegt) sein.
Das Wort „rogo“ hat eine ausdrücklich negative Konnotation. Historisch steht es für den „Scheiterhaufen“, der zur Ver­bren­nung eines Toten oder zur Hin­rich­tung eines Menschen durch Verbrennen (Feuertod) diente. Im weiteren Sinne bedeutet „rogo“ dann auch die „Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen" selbst. „Condannare qualcuno al rogo" bedeutet z. B. „jemanden zum Schei­ter­hau­fen verurteilen“.
Heute wird das Wort „rogo“ – ähnlich wie „incendio“ – auch für ein sehr starkes Feuer verwendet, das ungewollt entstanden ist und sich aus eigener Kraft unkontrolliert ausbreitet. „Il rogo ha distrutto l'albergo completamente“ („Das Feuer hat das Hotel völlig zerstört“).
Das Wort „falò“ hat hingegen eine ausdrücklich positive Konnotation. Es steht für ein Nutzfeuer wie das „Lagerfeuer“ oder für ein Feuer, das aus festlichen Gründen entfacht wurde. Beispiele dazu sind die zahlreichen „falò di San Giovanni“ („Jo­hannisfeuer“) [] und das „falò di San Giuseppe“. Letzteres soll z. B. bei der „Festa di San Giuseppe“ in Itri (Latium) zur "Vertreibung des Winters" dienen.

falsariga
Linienblatt, Vorbild, Muster
Etymologie: von „falsa“ (falsch) und „riga“ (Linie)
Ein Wort, das im Zeitalter der Computer nur noch in seiner metaphorischen Bedeutung verwendet wird. Eine falsariga ist ein Blatt mit aufgedruckten Linien, das, unter das Schreibpapier gelegt, als Hilfsmittel zum Schreiben gerader Zeilen dient.
Der Begriff hat später, in der Form von „sulla falsariga di“, die Bedeutung „nach dem Vorbild von“, „nach dem Muster von“ angenommen.
I mercati finanziari hanno iniziato il nuovo anno sulla falsariga di fine 2014, cioè all’insegna della volatilità.
(Die Finanzmärkte haben das neue Jahr nach dem Muster von Ende 2014 begonnen, nämlich durch Volatilität gekennzeichnet.)
Il gruppo folcloristico usa costumi autentici ed ha fatto eseguire nuovi costumi sulla falsariga di quelli originali.
(Die Folkloregruppe verwendet echte Kostüme und lässt alle neuen Kostüme nach dem Vorbild der Originale anfertigen.)

farabutto
Halunke, Schurke, Gauner
Etymologie: aus dem deutschen Wort „Freibeuter“.

fiatone
Kurzatmigkeit
Etymologie: Von „fiato“ (Atem) kommt „fiatone“ (großer Atem).
Quando vado un po' in salita ho subito il fiatone.“ (Wenn ich ein wenig bergauf gehe, bin ich gleich außer Atem.)

garbo
Artigkeit, die feinen Formen, Charme
Etymologie: vom arabischen „qālib“ (Vorbild). Meistens wird das ent­spre­chen­de Adjektiv „garbato“ verwendet.
È una persona molto garbata.“ („Er/sie ist eine sehr artige/ wohlerzogene Person“.;)

iettatore
Unglücksbringer
Etymologie: vom neapolitanischen „iettare“ (werfen), das wiederum vom lateinischen „iactare“ stammt. Sie erinnern sich? „Alea iacta est“ (wörtlich: „Der Würfel ist geworfen worden“).
Ein „iettatore“.; ist nach neapolitanischem und sizilianischem Volksglauben ein Mensch, dem man die Gabe, bzw. die Macht zuschreibt, einen unheilvollen Einfluss auf die Mitmenschen auszuüben, Pech zu bringen, Missgeschicke und Unheil zu ver­ur­sa­chen. Obwohl hin und wieder unterschieden wird zwischen „iettatore di presenza“ („presenza“ = Anwesenheit) und „iettatore d'inten­zio­ne“ („intenzione“ = Absicht), im Sinne, dass der Erste völlig ohne Absicht Unglück bringt, der Zweite aber den bösen Willen dazu hat, ist die traditionelle Figur des „iettatore“ eher durch das Fehlen einer bösen Absicht charak­te­ri­siert.
Die vermeintliche Fähigkeit, Unglück und Unheil zu bringen, wird „iettatura“ genannt. Um sich vor dem unheilvollen Einfluss eines „iettatore“ zu schützen, greift man zurück auf Amulette und verschiedene Be­schwö­run­gsgesten, wie z. B. das Anfassen eines metallenen Gegenstands.
Im Episodenfilm „Questa è la vita“, der auf Erzählungen von Luigi Pirandello basiert, spielt der berühmte italienische Komiker Totò [] in einer Episode die Rolle von Rosario Chiarchiaro, eines einfachen Mannes, der im kleinen Dorf, in dem er lebt, als „iettatore“ verschrien ist, was ihm und seiner Familie das Leben schwer macht. Zunächst denkt er daran, seine Mitbürger zu ver­kla­gen, kommt aber dann auf eine bessere, weil einträglichere Idee. Er lässt sich ein „Diplom“ als „iettatore“ offiziell verleihen. Dank dieses Titels kann er sich von den Personen, die sich von seinem unheilvollen Einfluss fürchten, dafür bezahlen lassen, dass er sich von ihnen fernhält.

Totò war als echter Neapolitaner auch sehr abergläubig und hatte Angst vor „iettatori“. Er war erst dann bereit, die Rolle des Chiarchiaro anzunehmen und sich als „iettatore“ zu verkleiden (schwarzer Anzug, schwarzer Hut, schwarze Brille, Spazierstock mit Eulenkopfknauf), nachdem er sich eine ganze Reihe von Amuletten und Glücksbringern besorgt hatte.


imboscato
Drückeberger, Wehrdienstverweigerer
Etymologie: von „in“ und „bosco“ (im Wald). Also einer, der sich im Wald versteckt.

imbranato
Ungeschickt, linkisch, tollpatschig
Etymologie: Ist wahrscheinlich auf das venetische „imbrenà“, von „brena“ (Zügel), zurückzuführen. Es ist kein „gehobenes“ Wort, es wird aber gerne und oft verwendet, um einen Menschen zu beschreiben, der in seinen Be­we­gun­gen und/oder in seinem Verhalten ungeschickt und unbeholfen ist.

infatuazione
Starke kurzlebige Leidenschaft
Etymologie: aus dem lateinischen „infatuare“ (betören), von „fatuus“ (albern, töricht).

lapalissiano
Offensichtlich, auf der Hand liegend
Etymologie: von Jacques de La Palice, Marschall von Frankreich aus dem 16. Jahrhundert. Als er starb, komponierten seine Soldaten für ihn ein Lied. Aber leider wurde der Text versehentlich falsch niedergeschrieben, und aus „Wenn er noch nicht gestorben wäre, würde man ihn beneiden.“ wurde „Wenn er noch nicht gestorben wäre, wäre er noch am Leben.“ Seitdem nennt man eine Äußerung, die derart offensichtlich ist, dass sie nahezu lächerlich ist, „lapa­lissiana“. Eine „verità lapalissiana“ ist also nichts anderes als eine „Bin­sen­wahrheit“.

infinocchiare
Betrügen, übers Ohr hauen
Etymologie: von „finocchio“ (Fenchel). Dazu muss man wissen, dass im Mittelalter, als Pfeffer noch rar und fast unbezahlbar war, Speisen häufig mit Samen des wilden Fenchels gewürzt wurden, die auch ein köstliches Aroma verliehen. Ein Beispiel ist die „Finocchiona“, eine Salami aus der Toskana, die mit Fenchelsamen gewürzt wird. Das Aroma der Fenchelsamen ist so stark, dass es den Geschmack von Gerichten verdecken kann. So war es bereits im 18. Jahrhundert üblich, dass Wirte Fenchelsamen nutzten, um den abge­stan­de­nen Geschmack einer Speise zu kaschieren, oder, indem sie mit Fenchel ge­würzte Antipasti servierten, um den säuerlichen Geschmack eines min­der­wer­ti­gen Weins zu verdecken. Deshalb wird der Begriff „infinocchiare“.; (wört­lich: „Fenchel zugeben“) verwendet, wenn jemand gefoppt oder zum Narren gehalten wird.

magari
Und wie! Schön wär's! Möglicherweise, vielleicht, selbst wenn
Etymologie: aus dem griechischen „makarios“ (glücklich).
Magari“ als Aufruf drückt einen Wunsch aus.
"Vai al mare questo finesettimana?" - "Magari! Purtroppo devo lavorare." („Fährst du ans Meer am Wochenende“ - „Schön wär's! Ich muss leider arbeiten.“)
Magari smettesse di pio­vere!“ (Wenn es nur aufhören würde zu regnen!)
Magari domani vado al cinema.“ (Vielleicht gehe ich morgen ins Kino.)

magnanimo
Großzügig
Etymologie: aus dem lateinischen „magnus“ (groß) und „animus“ (Seele).

manicaretto
Laut Wörterbuch: Leckerbissen
Diese Übersetzung ist nicht ganz korrekt. Denn ein „Leckerbissen“.; wird de­fi­niert als ein „sehr gut schmeckendes Nah­rungs­mittel“ oder als „etwas be­son­ders Wohlschmeckendes“. Süße, reife Früchte können demnach auch ein „Leckerbissen“ sein. Ein „manicaretto“ ist aber per Definition ein sehr gut schmeckendes, sorgfältig zubereitetes Gericht.
Etymologie: Aus dem lateinischen „manducare“ (sich ernähren, kauen)
La moglie di Gianni cucina manicaretti squisiti.“ (Giannis Frau kann köstliche Gerichte zubereiten.)

moratoria
Moratorium, Stillhalteabkommen, Aufschub, Stundung
Etymologie: Substantivierung des Adjektivs „moratorio“ vom spätlateinischen „moratorius“ (aufhaltend, verzögernd).

movida
Nachtleben, die Szene
Etymologie: Das Wort ist eine Anleihe aus dem Spanischen. Es wurde zum ersten Mal im Jahr 1990 in einem schriftlichen italienischen Text fest­ge­stellt.
Im Spanischen bezeichnet dieses Wort die Atmosphäre von großer Vi­talität im kulturellen und künstlerischen Bereich und die besondere intel­lek­tu­el­le Dy­na­mik, die seit Anfang der 1990er Jahre, nach dem Ende der Diktatur von Ge­ne­ral Francisco Franco (1892 - 1975), Spanien charakterisierte.
In der italienischen Sprache erhielt dieses Wort die alleinige Bedeutung: „Unterhaltung und jugendliches Nacht­le­ben typisch für die großen Städte“.
mozzafiato
Atemberaubend
Etymologie: aus„mozzare“ (abhacken, abschneiden) und „fiato“ (Atem).
Etwas wird als „mozzafiato“ bezeichnet, wenn es einen derart beeindruckt, dass einem der Atem wegbleibt.
Un paesaggio mozzafiato“ (eine atemberaubende Landschaft), „una ragazza mozzafiato“ (ein außerordentlich schönes Mädchen).

pacchiano
geschmacklos, grob, ordinär, protzig, knallig, provinziell
Etymologie: Das Wort ist typisch für Dialekte des italienischen Südens. Die Etymologie ist unsicher: Vielleicht stammt es vom griechischen „pachys" (dick, breit).
Es ist ein sehr aufschlussreiches Wort, das von dem spricht, was man nicht kaufen kann: Geschmack.
Im Süden hat das Wort (Adjektiv und Substantiv) noch seine ursprüngliche Bedeutung von Bauernlümmel be­wahrt, meistens bezogen auf eine weibliche Person: eine Bäuerin in traditioneller, bunter und auffälliger Kleidung. Aber es wurde um einen metaphorischen Sinn erweitert, nämlich den des Groben, des Vulgären und Auffälligen, das stilvoll sein möchte. Der Ge­schmacklose neigt nämlich dazu, Eleganz als Prahlerei und Zurschaustellung von Reichtum zu missverstehen. Pacchiana" ist beispielsweise die Frau, die im Pelz­mantel und mit Schmuck überladen ins Theater geht, oder ein protzig eingerichtetes Zimmer.
Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit errore" (Fehler) verwendet. Ein errore pacchiano" ist aber nicht ein ordinärer, geschmackloser Fehler, sondern ein auffälliger, grober Fehler. Beispielsweise: „È un errore pacchiano che rivela la sua profonda ignoranza della materia.“ (Es ist ein grober Fehler, der seine tiefe Unkenntnis der Materie verdeutlicht.)

pandemonio
Großes Durcheinander, Höllenspektakel
Etymologie: Neologismus des englischen Schriftstellers John Milton für die Hauptstadt der Hölle im epischen Gedicht „Paradise Lost“ (1667). Zu­sam­men­gesetzt aus den griechischen Wörtern „pan“ (alles) und „daimonion“ (Teufel).
Meistens zusammen mit dem Verb „scatenare“ (auslösen, entfesseln) ver­wen­det. „La fuga del gorilla dallo zoo ha scatenato un pandemonio. (Der Aus­bruch des Gorillas aus dem Zoo hat ein riesiges Durcheinander ver­ur­sacht.)

precipitevolissimevolmente
Schnellstens, Hals über Kopf
Etymologie: Gesteigerte Form des Adverbs „precipitevolmente“, von „pre­cipitare“ (stürzen, überstürzen, übereilen). Es wird meist scherzhaft ver­wen­det. Dieses herrliche Wort gilt als eines der längsten der italieni­schen Spra­che. Es handelt sich um eine sprachliche Schöpfung des umbrischen Astronomen, Dichters und Mönchs Francesco Moneti aus dem Jahr 1677.
Auch wenn es längere (wenn auch kaum ver­wen­dete) Wörter in der italienischen Sprache gibt, glänzt precipitevolissimevolmente durch seine Musikalität. „Quando ci sorprese il nubifragio do­vemmo fuggire precipitevolissimevolmente. (Als uns der Wolkenbruch überraschte, mussten wir Hals über Kopf fliehen.)
E da tal forza spinto assai s’inalza
Verso del cielo, ed il fermarsi è vano,
Finché alla terra alfin torna repente
Precipitevolissimevolmente.
Von dieser Kraft getrieben, steigt er auf
In Richtung Himmel, zu halten ist unmöglich,
Bis er dann plötzlich zur Erde wiederkehrt
Auf allerschnellstem Wege.

raccapezzarsi
Sich zurechtfinden, sich auskennen
Etymologie: vom lateinischen „caput“ (Kopf).
„Non mi ci raccapezzo più.“ (Daraus werde ich nicht mehr schlau.)

ragazzo
Junge, Bursche, Bub, Freund (Beziehung)
Selbstverständlich kennt jeder, der auch nur in Ansätzen Italienisch versteht, dieses Wort. Aber wussten Sie Folgendes?
Etymologie: Laut einer Theorie stammt „ragazzo“ vom arabischen „raqqas“ (Bote, Briefträger), von dem das vulgärlateinische „ragatius“ stammen soll.
Laut einer weiteren Theorie soll „ragatius“ auf das altgriechische „rhákos“ (zerlumptes Kleid) zurückzuführen sein. Es bedeutete also ursprünglich „zerlumpte Person“.
Last but non least: Es soll vom kabylischen „argaz“ (Mann), bzw. vom ara­bischen „rağul“ (Mann) stammen.
Von „ragazzo“ leitet sich „ragazza“ ab (Mädchen, junge Frau). Mit „ragazzo“ ist zwar ein junger Mann gemeint, aber man kann auch als älterer Jahrgang noch als „ragazzo“ bezeichnet werden. „È un caro ragazzo.“ (Er ist ein lieber Kerl.)
Es ist wichtig zu erwähnen, dass „ragazzo“ und „ragazza“ in der italienischen Umgangssprache auch die Bedeutung „Freund“ (bzw. „Freundin“) im Sinne ei­ner Liebesbeziehung haben. „Meine Freundin“ wird also übersetzt mit „la mia ragazza“. Entsprechend: „il mio ragazzo“. („La mia amica“ bzw. il mio amico“ stehen hingegen ausschließlich für eine reine Freund­schaftsbeziehung. Üblich ist auch (bei Liebesbeziehungen) von „la mia compagna“ und „il mio com­pa­gno“ zu sprechen.
Ragazzi“ im Plural bedeutet ei­ner­seits "Jugendliche", als Gegenstück zu "bambini“ (Kinder), andrerseits steht es auch für Freunde, Leute, Kumpel. „Ciao ragazzi“ bedeutet demnach etwa „Hallo Leute/Freun­de“. Berühmt ist die „canzone“ „Ciao ragazzi ciao“ von Adri­ano Celentano. Zum Text [].

salamelecco
Das übertriebene Kompliment, der Bückling, die exzessive Förmlichkeit
Etymologie: aus dem arabischen „salam alaikum“ (der Friede sei mit Dir).
Ein „salamelecco“ ist die übertrieben höfliche Begrüßung, die Schmeichelei, mit der man etwas erreichen will. Üblicherweise sagt man „fare i salamelecchi a qualcuno“, wenn man jemanden allzu ehrerbietig und übermäßig freundlich begrüßt / behandelt.

scalogna
Missgeschick, Pech, Unglück, unheilvolle Fügung
Etymologie: ungewiss. Vielleicht aus dem lateinischen „calumnia“ (Ver­leum­dung). Neben dieser Bedeutung von falscher Anschuldigung bedeutet „calum­nia“ auch „Hintergehen“, „Betrug“, „Intrige“.
Eine weitere Hypothese leitet das Wort von „scalogno“ (Schalotte) ab. Laut ei­nem alten Aber­glau­ben führte das Anfassen einer Zwiebel zu Pech im Spiel.
Mit „scalogna“ wird immer ein zufälliges, plötzlich auftretendes Unglück ge­meint. Es handelt sich um „scalogna“, wenn ein plötzlicher Stau einen daran hin­dert, rechtzeitig ins Theater zu kommen; wenn man sich bückt und dabei die Hausschlüssel in einem Gully landen.

scaricabarile
Gegenseitige Schuldzuweisung
Etymologie: von „scaricare“ (abladen) und „barile“ (Fass)
Scaricabarile“ ist ursprünglich der Name eines Kinderspiels, bei dem sich zwei Kinder Rücken ge­gen Rücken stellen, die Arme ineinander verschränken und sich abwechselnd hoch­he­ben. Daraus hat sich die heutige Bedeutung entwickelt. So bedeutet fare a scaricabarile/scaricabarili immer, die Ver­ant­wor­tung „ab­la­den“ und sie einem Anderen aufbürden. Dabei wird die Gegenseitigkeit be­tont. Wenn also zwei Personen einander die Schuld für etwas zuschieben.

scialbo
Fahl, blass, nichtssagend, geistlos
Etymologie: vom lateinischen „exalbare“ (bleich werden). Letzteres von „albus“ (weiß, blass).
„La monotonia e la banalità della vita quotidiana lo avevano reso scialbo e vuoto.“ (Die Eintönigkeit und die Banalität des Lebens hatten ihn geistlos und innerlich leer gemacht.)

scimmiottare
Nachäffen, jemanden in übertriebener Weise nachahmen
Etymologie: von „scimmiotto“ (kleiner Affe)
Ha scimmiottato la voce di Jack Sparrow.“ (Er hat die Stimme von J. S. nachgeäfft.)

scoglio
Fels, Felsen, Klippe, Riff, Hindernis (bildhaft)
Es gibt in der italienischen Sprache zahlreiche Dialektismen, Wörter, die aus einem Dialekt stammen und in die Standardsprache übernommen wur­den.
Etymologie: vom ligurischen „scogiu“, welches vom lateinischen „scopulus“ kommt. Dies wiederum aus dem griechischen „skópelos“ (Fels).
Achtung:Scoglio“ bedeutet zwar „Fels“, aber es handelt sich ausschließlich um einen aus dem Wasser ragenden Fels. Eine „scogliera“ ist hingegen ein „Felsenriff“ (eine Reihe zusammenhängender Klippen im Meer).
Mit „di scoglio“ sind meistens Meerestiere bezeichnet, deren Habitat die fel­sigen Meeresgründe sind. Beispielsweise „Polpo di scoglio“. Oder „triglie di scoglio“ (Streifenbarbe), im Gegensatz zu den „triglie di fango“ (Rotbarbe).
Ein geschichtsträchtiger „scoglio“ ist der berühmte „Scoglio di Quarto“, ein Felsen in Quarto (Genua), von wo aus in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 1860 sich Giuseppe Garibaldi und seine „Tausend“ einschifften [], um Sizi­lien und Süditalien zu „befreien“.

sgobbare
Schuften
Etymologie: von „gobba“ (Buckel). Vor schwerer Arbeit einen Buckel be­kom­men.
Hai un' idea di quanto io abbia sgobbato per arrivare dove sono ora?“ („Hast du eine Ahnung, wie hart ich gearbeitet habe, um dahin zu kommen, wo ich heute bin?“)

scombussolare
Durcheinander bringen, verwirren, kaputt machen
Etymologie: Hier gibt es zwei Interpretationen. „Bussola“ bedeutet auf Ita­lienisch „Kompass“. Somit könnte der Begriff „die Orientierung verlieren“ be­deuten. Laut einer anderen Meinung käme das Wort von „bussolo“ („Kno­bel­becher“). Es leuchtet ein, dass die Würfel „durcheinander“ geraten.
Il suo ritorno inaspettato mi ha scombussolato tutti i piani.“ (Seine unerwartete Rückkehr hat alle meine Pläne durcheinandergebracht.)

silurare
Torpedieren, absägen, kaltstellen
Etymologie: von „siluro“ (Torpedo).
Rossi è stato silurato perchè non condivideva le opinioni del ca­po­reparto.“ (Rossi wurde abgesägt, weil er dem Abteilungsleiter widersprochen hat.)
„Silurare un progetto“ („ein Projekt torpedieren“)

sorbire
Schlürfen, nippen, über sich ergehen lassen
Etymologie: aus dem mittellateinischen „sorbere“ (etwas Flüssiges zu sich nehmen). Der Begriff kam wiederum aus dem arabischen „šarāb“ (Trank), von dem auch die Begriffe „Sorbet“ und „Sirup“ stammen.
Sorbire“ bedeutet „in kleinen Schlucken trinken, langsam, langsam“. Man hält beim Trinken an, fängt wieder an: bedächtig, gemessen, gelassen.
Die metaphorische Bedeutung des Wortes setzt auf die Gelassenheit, mit der man etwas über sich ergehen lässt.
Ogni volta che vado a trovare Gianni devo anche sorbirmi le ciance di suo fratello.“ (Jedes Mal wenn ich Gianni besuche, muss ich auch das Geschwätz seines Bruders über mich ergehen lassen.)

sosia
Doppelgänger / Doppelgängerin
Etymologie: von „Sosia“, einer Figur aus der Tragikomödie Amphitruo des römischen Dichters Plautus. Das Stück behandelt den Mythos vom Beischlaf des Jupiter in Gestalt von Amphitruo mit Amphitruos Frau Alcumena. Jupiter wird unterstützt von seinem Sohn Mercur, der ebenfalls in die Gestalt eines anderen schlüpft, nämlich in die von Sosia, Amphitruos Diener.

spauracchio
Angstmacher, Schreckgespenst, Kinderschreck, Vogelscheuche
Etymologie: von „paura“ (Angst). Der Suffix „acchio“ hat eine ironische Kon­notation.
Colesterolo: spauracchio della società occidentale!“ („Cholesterin: Angst­macher der westlchen Gesellschaft!“)
Lo spauracchio della multa riduce il numero dei portoghesi.“ (Die Angst vor dem Strafzettel drückt die Zahl der Schwarzfahrer.)
Dazu muss man die Redewendung „Fare il portoghese“ (wörtlich: „Den Portugiesen machen“) kennen. Sie steht für „sich ohne Eintrittskarte / Fahrkarte einschmuggeln“ [].

la spesa
Die Kosten, die Geldausgabe, der Einkauf, das Eingekaufte
Etymologie: aus dem spätlateinischen „expensa“ (Aufwand, Kosten)
Eine Besonderheit bildet der Satz „fare la spesa“. Damit ist ausschließlich „Le­bensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs einkaufen“ gemeint. „La spesa“ ist in diesem Fall auch „das Eingekaufte“. „La lista della spesa“ steht für „der Einkaufszettel“. Zum Einkaufen von Klei­dung, Schuhen etc. sagt man „fare spese“, „fare (le) compere“ oder „fare shopping“.

stamberga
Elende Wohnung, Spelunke
Etymologie: nicht sicher. Vielleicht aus dem langobardischen „stainberga“ (Haus aus Stein).
Abitava proprio in una stamberga, misera, spoglia e sbilenca.“ (Er wohnte tatsächlich in einer Spelunke, armselig, schmucklos und schief.)

strampalato
Sonderbar, wunderlich, unberechenbar, verquer
Etymologie: unbekannt. Vielleicht con „strano“ (merkwürdig) und „trampoli“ (Stelzen).
Una famiglia aristocratica, uno sguattero sfortunato e un investigatore stram­pa­lato sono i protagonisti di quel film.“ (Eine aristokratische Familie, ein glück­loser Küchenjunge und ein wunderlicher Detektiv sind die Hauptfiguren in diesem Film.)

tafferuglio
Handgemenge, Rauferei, lautes Gerangel
Etymologie: aus dem arabischen und persischen „tafarrug“ (Unterhaltung, unterhaltsames Schauspiel).
Dieses Wort kam zunächst mit der Bedeutung „Trubel, Lustigkeit, lärmendes Feiern“ in die italienische Sprache. Erst im Laufe der Zeit bekam es die Be­deu­tung von „chaotischem Durcheinander“, „Rauferei“. Aber nach wie vor ist die Komponente „Gewalt“ nicht ausschlaggebend. Ein „tafferuglio“, selbst wenn es nicht mehr lustig ist, ist dennoch nicht allzu ernst zu nehmen. Es ist eine laute Auseinandersetzung, die auch wieder schnell vorbei ist.
Quando fu pronunciata la sentenza scoppiò un tafferuglio in aula.“ (Als das Urteil verkündet wurde, brach ein lautes Gerangel im Saal aus.)

tergiversare
Auf Zeit spielen, zögern, ausweichen, abwarten
Etymologie: vom lateinischen “ tergiversari“, bestehend aus „tergum“ (Rücken) und „versare“ (hinwenden).
L'indeciso tergiversa rinviando un acquisto a tempi migliori.“ (Der Unentschlossene verschiebt einen Einkauf auf einen günstigeren Augenblick)

tintarella
Sonnenbräune
Etymologie: Diminutiv, bzw. Verniedlichungsform von „tinta“ (Farbe, Farb­ton, Anstrich), aus dem lateinischen „tincta“ (gefärbt).
Prendere la tintarella“ = „sich in der Sonne bräunen“.
Tintarella“ ist ein Wort aus dem romanesco (der römischen Mundart), das in die italienische Um­gangs­sprache eingegangen ist. In der Hochsprache sagt man „abbron­za­tu­ra“.
Tintarella di luna“ ist ein Schlager aus den 1960er Jahren. Die Sän­ge­rin Mina, die „Tigerin von Cre­mo­na“ („tigre di Cre­mo­na“), machte aus dem Song einen großen Erfolg. Im Ge­gen­satz zur „tintarella di sole“ (Son­nen­bräu­ne) wird von einer „Mond­blässe“ gesungen.
Klassiker haben bekanntlich ein langes Leben. Fast 60 Jahre nach der Ers­ter­schei­nung interpretiert der er­folg­reiche italienische Newcomer in Deutschland, Armando Quattrone, diesen italienischen Klassiker neu.
Tintarella di luna,
tintarella color latte,
tutta notte sopra il tetto,
sopra al tetto come i gatti,
e se c'è la luna piena
tu diventi candida.
Mond-Tintarella,
milchfarbene Tintarella
die ganze Nacht auf dem Dach,
auf dem Dach wie die Katzen,
und wenn es Vollmond gibt,
wirst du strahlend weiß.

troglodita
Höhlenbewohner, metaphorisch für: grober Mensch, Primitivling, oder auch Person, die noch nicht in der Moderne angekommen ist.
Etymologie: vom griechischen „troglodýtes“ (Höhlenbewohner), bestehend aus „trógle“ (Höhle) un „dýein“ (hinuntergehen).
Der Begriff wird tatsächlich (meist scherzhaft) benutzt. „Sei proprio un trog­lodita, non hai neppure un telefonino.“ (Du bist wirklich rückständig: Du hast nicht einmal ein Handy.)


 
ITALIENISCH ONLINE LERNEN

uovo canta che ti passa: imparare l’italiano con la musica e le canzoni / Buch mit Audio-CD
Canta che ti passa:
Italienisch lernen
mit Musik und Liedern

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Das große Fressen
Das große Fressen
(Aufs Bild klicken, um
die DVD zu bestellen)

Flüssiges Italienisch (Mit Redensarten zu mehr Eloquenz)
Flüssiges Italienisch (Mit Redensarten zu mehr Eloquenz)
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Grund- und Aufbauwortschatz Italienisch: 8 000 Wörter zu über 100 Themen
Grund- und Aufbauwortschatz Italienisch: 8 000 Wörter
zu über 100 Themen
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Novelle per un anno: Italienische Lektüre für das 3., 4. Lernjahr
Novelle per un anno
(Luigi Pirandello)
Italienische Lektüre
für das 3., 4. Lernjahr

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Sette racconti Alberto Moravia
Sette racconti
(Alberto Moravia)
Italienische Lektüre
für das 3., 4. Lernjahr

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Compact Bildwörterbuch Italienisch: Die 500 wichtigsten Wörter in Bildern zum Lernen und Zeigen
Compact Bildwörterbuch Italienisch: Die 500 wich­tigsten Wörter in Bildern
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Delitti di mare: Schmunzelkrimis zum Üben und Auffrischen - Italienisch A1
Delitti di mare: Schmunzel-
krimis zum Üben und Auf­frischen - Italienisch A1.

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Volevo i pantaloni
(Laura Cardella)
Italienische Lektüre
für das 3., 4. Lernjahr

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

PONS Grund- und Aufbauwortschatz Italienisch: Nach Themen sortiert. Mit MP3-CD zum Üben der richtigen Aussprache und Vokabeltrainer-App für unterwegs.
PONS Grund- und Auf­bau­wortschatz Italienisch
Nach Themen sortiert.

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Italienisch für Touristen, die ihre Reisegruppe verloren haben
Italienisch für Touristen,
die ihre Reisegruppe
verloren haben

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)
 

Crêuza de mä
Don Camillo und seine Herde
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen ...)

Dizionario etimologico (Italienisch)
Dizionario etimologico (Italienisch)
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen ...)

 

Crêuza de mä
(Aufs Bild klicken, um die
MP3-Files herunterzuladen ...)

 

Questa è la vita
Questa è la vita
(Aufs Bild klicken, um die
DVD [] zu bestellen)

 

Die echte italienische Küche: Typische Rezepte und kulinarische Impressionen aus allen Regionen
Die echte italienische Küche
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

 
 

PONS 250 Grammatik-Übungen Italienisch: Für Anfänger und Fortgeschrittene. Mit ausführlichen Lösungen.
PONS 250 Grammatik-Übungen Italienisch: Für Anfänger und Fortgeschrittene.
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

Troubleshooter Italienisch: Typische Fehler vermeiden
Troubleshooter Italienisch: Typische Fehler vermeiden
(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

 

Du Jane, ich Goethe
Du Jane, ich Goethe
Eine Geschichte der Sprache

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen ...)

 
 

Brot und Tulpen
Brot und Tulpen (/)
(Aufs Bild klicken, um
die DVD zu bestellen ...)


Carrellata sull'Italia Italien in kleinen Geschichten
Carrellata sull'Italia
Italien in kleinen Geschichten

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen)

L'ispettore Decieco. 3 leichte italienische Kurzkrimis mit Übersetzungshilfen
L'ispettore Decieco.
3 leichte italienische Kurzkrimis mit Übersetzungshilfen

(Aufs Bild klicken, um
das Buch zu bestellen ...)

Una valigia misteriosa: Lernkrimi Hörbuch Italienisch - Niveau A2
Una valigia misteriosa: Lernkrimi Hörbuch Niveau A2
(Aufs Bild klicken, um das
Hörbuch zu bestellen ...)

Ho capito! - Typische Italienisch-Fehler sicher vermeiden: Niveau A2 - B2
Ho capito! - Typische Italienisch-Fehler sicher vermeiden: Niveau A2 - B2
(Aufs Bild klicken, um
Buch und CD zu bestellen)