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Wortschatz für Fortgeschrittene

Gängige Begriffe wie "amore", "arri­ve­derci", "bellissima", "grazie", "prego" "vino" etc. sind in dieser Auflistung nicht zu finden. Denn diese kann man in jedem Italienisch-Lehrbuch ab Stufe A1 sowie in allen Online-Kursen finden.
Die folgende ist eine Zusammenstellung von interessanten Wörtern, die über den Grund­wort­schatz hinausgehen. Es handelt sich aber keineswegs um aus­gefallene, selten verwendete Wörter oder um Wörter, die nur von einer Bil­dungselite ver­wendet werden. Sie werden im Alltag durchaus häufig von jedermann verwendet.

antifona
Anspielung
Etymologie: Der aus dem altgr. "antiphonos" (entgegentönend, antwortend) stammende Begriff be­deutet zwar Gegengesang oder Wechselgesang, in der Alltagssprache wird er aber meistens in der Bedeutung "Anspielung", "Wink" verwendet.
"Hai capito l'antifona?": ("Hast du den Hinweis/die Anspielung verstanden?")

baggianata
Quatsch, Unsinn
Etymologie: aus dem lateinischen "(fava) bajana" (dicke Bohne [] aus der Stadt Baia). "Baggiano" steht für Dummkopf.
Gemüsenamen wurden im Laufe der Jahrhunderte oft als Schimpfwort ver­wen­det. Beispiel "testa die cavolo" (Kohlkopf). Alessandro Manzoni [] er­zählt, dass "baggiano" der Schimpfname war, mit dem die Einwohner von Ber­ga­mo die Mailänder bezeichneten.
"Ma non dire baggianate! ("Red kein dummes Zeug!")

buontempone
Frohnatur, Spaßvogel
Etymologie: aus "buontempo" (Vergnügen, Kurzweil), von "buon" (gute) und "tempo " (Zeit).
"Cerchi nel grano: extraterrestri o scherzo di un buontempone?" ("Korn­krei­se: Außer­ir­di­sche oder Scherz eines Spaßvogels?")

ciurma
Schiffsbesatzung, Gesindel
Etymologie: aus dem lateinischen "celeusma" (Aufmunterungsgesang der Ruderer) vom altgriechischen "κέλευσμα " (Takt, der den Ruderern vor­ge­geben wird).

coccolare
Hätscheln, liebkosen
Etymologie: von "coccolo" (lautmalerisch für "hübsches, pummeliges Kind")

combriccola
Gruppe von Personen, die nicht sehr löbliche Ziele verfolgen.
Etymologie: Stammt wahrscheinlich von "briccone" (Schelm, Gauner, Ha­lun­ke). Dieses Wort wird üblicherweise mit einem wohlwollenden und iro­ni­schen Beiklang ausgesprochen. Ein "briccone" wird also eher mit Sympathie ge­sehen.

farabutto
Halunke, Schurke, Gauner
Etymologie: aus dem deutschen Wort "Freibeuter".

fiatone
Kurzatmigkeit
Etymologie: Von "fiato" (Atem) kommt "fiatone" (großer Atem).
"Quando vado un po' in salita ho subito il fiatone." ("Wenn ich ein wenig bergauf gehe, bin ich gleich außer Atem")

garbo
Artigkeit, die feinen Formen, Charme
Etymologie: vom arabischen "qālib" (Vorbild). Meistens wird das ent­spre­chen­de Adjektiv "garbato" verwendet.
"È una persona molto garbata." ("Er/sie ist eine sehr artige/ wohlerzogene Person")

imboscato
Drückeberger, Wehrdienstverweigerer
Etymologie: von "in" und "bosco" (im Wald). Also einer, der sich im Wald versteckt.

imbranato
Ungeschickt, linkisch, tollpatschig
Etymologie: Ist wahrscheinlich auf das venetische "imbrenà", von "brena" (Zügel), zurückzuführen. Es ist kein "gehobenes" Wort, es wird aber gerne und oft verwendet, um einen Menschen zu beschreiben, der in seinen Be­we­gun­gen und/oder in seinem Verhalten ungeschickt und unbeholfen ist.

infatuazione
Starke kurzlebige Leidenschaft
Etymologie: aus dem lateinischen "infatuare" (betören), von "fatuus" (albern, töricht).

infinocchiare
Betrügen, übers Ohr hauen

Etymologie: von "finocchio" (Fenchel). Dazu muss man wissen, dass im Mittelalter, als Pfeffer noch rar und fast unbezahlbar war, Speisen häufig mit Samen des wilden Fenchels gewürzt wurden, die auch ein köstliches Aroma verliehen. Ein Beispiel ist die "Finocchiona", eine Salami aus der Toskana, die mit Fenchelsamen gewürzt wird. Das Aroma der Fenchelsamen ist so stark, dass es den Geschmack von Gerichten verdecken kann. So war es bereits im 18. Jahrhundert üblich, dass Wirte Fenchelsamen nutzten, um den abge­stan­de­nen Geschmack einer Speise zu kaschieren, oder, indem sie mit Fenchel ge­würzte Antipasti servierten, um den säuerlichen Geschmack eines min­der­wer­ti­gen Weins zu verdecken. Deshalb wird der Begriff "infinocchiare" (wört­lich: "Fenchel zugeben") verwendet, wenn jemand gefoppt oder zum Narren gehalten wird.


magari
Und wie! Schön wär's! Möglicherweise, vielleicht, selbst wenn
Etymologie: aus dem griechischen "makarios" (glücklich).
"Magari" als Aufruf drückt einen Wunsch aus.
"Vai al mare questo finesettimana?" - "Magari! Purtroppo devo lavorare." ("Fährst du ans Meer am Wochenende" - "Schön wär's! Ich muss leider arbeiten.")
"Magari smettesse di pio­vere!" ("Wenn es nur aufhören würde zu regnen!")
"Magari domani vado al cinema." ("Vielleicht gehe ich morgen ins Kino.")

magnanimo
Großzügig
Etymologie: aus dem lateinischen "magnus" (groß) und "animus" (Seele).

manicaretto
Laut Wörterbuch: Leckerbissen
Diese Übersetzung ist nicht ganz korrekt. Denn ein "Leckerbissen" wird de­fi­niert als ein "sehr gut schmeckendes Nah­rungs­mittel" oder als "etwas be­son­ders Wohlschmeckendes". Süße, reife Früchte können demnach auch ein "Leckerbissen" sein. Ein "manicaretto" ist aber per Definition ein sehr gut schmeckendes, sorgfältig zubereitetes Gericht.
Etymologie: Aus dem lateinischen "manducare" (sich ernähren, kauen)
"La moglie di Gianni cucina manicaretti squisiti."("Giannis Frau kann köstliche Gerichte zubereiten.")

moratoria
Moratorium, Stillhalteabkommen, Aufschub, Stundung
Etymologie: Substantivierung des Adjektivs "moratorio" vom spätlateinischen "moratorius" (aufhaltend, verzögernd).

precipitevolissimevolmente
Schnellstens, Hals über Kopf
Etymologie: Gesteigerte Form des Adverbs "precipitevolmente", von "pre­cipitare" (stürzen, überstürzen, übereilen). Es wird meist scherzhaft ver­wen­det. Dieses herrliche Wort gilt als eines der längsten der italieni­schen Spra­che. Es handelt sich um eine sprachliche Schöpfung des umbrischen Astronomen, Dichters und Mönchs Francesco Moneti aus dem Jahr 1677.
Auch wenn es längere (wenn auch kaum ver­wen­dete) Wörter in der italienischen Sprache gibt, glänzt precipitevolissimevolmente durch seine Musikalität. "Quando ci sorprese il nubifragio do­vemmo fuggire precipitevolissimevolmente" ("Als uns der Wolkenbruch überraschte, mussten wir Hals über Kopf fliehen.")
E da tal forza spinto assai s’inalza
Verso del cielo, ed il fermarsi è vano,
Finché alla terra alfin torna repente
Precipitevolissimevolmente.
Von dieser Kraft getrieben, steigt er auf
In Richtung Himmel, zu halten ist unmöglich,
Bis er dann plötzlich zur Erde wiederkehrt
Auf allerschnellstem Wege.

raccapezzarsi
Sich zurechtfinden, sich auskennen
Etymologie: vom lateinischen "caput" (Kopf).
"Non mi ci raccapezzo più" ("Daraus werde ich nicht mehr schlau")

scialbo
Fahl, blass, nichtssagend, geistlos
Etymologie: vom lateinischen "exalbare" (bleich werden). Letzteres von "albus" (weiß, blass).
"La monotonia e la banalità della vita quotidiana lo avevano reso scialbo e vuoto " ("Die Eintönigkeit und die Banalität des Lebens hatten ihn geistlos und innerlich leer gemacht.")

scimmiottare
Nachäffen, jemanden in übertriebener Weise nachahmen
Etymologie: von "scimmiotto" (kleiner Affe)
"Ha scimmiottato la voce di Jack Sparrow" ("Er hat die Stimme von J. S. nachgeäfft")

sgobbare
Schuften
Etymologie: von "gobba" (Buckel). Vor lauter Arbeit einen Buckel bekommen.
"Hai un' idea di quanto io abbia sgobbato per arrivare dove sono ora?" ("Hast du eine Ahnung, wie hart ich gearbeitet habe, um dahin zu kommen, wo ich heute bin?")

silurare
Torpedieren, absägen, kaltstellen
Etymologie: von "siluro" (Torpedo).
"Rossi è stato silurato perchè non condivideva le opinioni del ca­po­reparto" ("Rossi wurde abgesägt, weil er dem Abteilungsleiter widersprochen hat")
"Silurare un progetto" ("ein Projekt torpedieren")

sosia
Doppelgänger / Doppelgängerin

Etymologie: von "Sosia", einer Figur aus der Tragikomödie Amphitruo des römischen Dichters Plautus. Das Stück behandelt den Mythos vom Beischlaf des Jupiter in Gestalt von Amphitruo mit Amphitruos Frau Alcumena. Jupiter wird unterstützt von seinem Sohn Mercur, der ebenfalls in die Gestalt eines anderen schlüpft, nämlich in die von Sosia, Amphitruos Diener.


spauracchio
Angstmacher, Schreckgespenst, Kinderschreck, Vogelscheuche
Etymologie: von "paura" (Angst). Der Suffix "acchio" hat eine ironische Kon­notation.
"Colesterolo: spauracchio della società occidentale" ("Cholesterin: Angst­macher der westlchen Gesellschaft")
"Lo spauracchio della multa riduce il numero dei portoghesi." ("Die Angst vor dem Strafzettel drückt die Zahl der Schwarzfahrer.") "Fare il portoghese" (wörtlich: "Den Portugiesen machen") steht für "sich ohne Eintrittskarte / Fahrkarte einschmuggeln" [].

la spesa
Die Kosten, die Geldausgabe, der Einkauf, das Eingekaufte
Etymologie: aus dem spätlateinischen "expensa" (Aufwand, Kosten)
Eine Besonderheit bildet der Satz "fare la spesa". Damit ist ausschließlich "Le­bensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs einkaufen" gemeint. "La spesa" ist in diesem Fall auch "das Eingekaufte". "La lista della spesa" steht für "der Einkaufszettel". Zum Einkaufen von Klei­dung, Schuhen etc. sagt man "fare spese", "fare (le) compere" oder "fare shopping".

strampalato
Sonderbar, wunderlich, unberechenbar, verquer
Etymologie: unbekannt. Vielleicht con "strano" (merkwürdig) und "trampoli" (Stelzen)
"Una famiglia aristocratica, uno sguattero sfortunato e un investigatore stram­pa­lato sono i protagonisti di quel film" ("Eine aristokratische Familie, ein glück­loser Küchenjunge und ein wunderlicher Detektiv sind die Hauptfiguren in diesem Film.")

tergiversare
Auf Zeit spielen, zögern, ausweichen, abwarten
Etymologie: vom lateinischen " tergiversari", bestehend aus "tergum" (Rücken) und "versare" (hinwenden).
"L'indeciso tergiversa rinviando un acquisto a tempi migliori" ("Der Unentschlossene verschiebt einen Einkauf auf einen günstigeren Augenblick.")

troglodita
Höhlenbewohner, metaphorisch für: grober Mensch, Primitivling, oder auch Person, die noch nicht in der Moderne angekommen ist.
Etymologie: vom griechischen "troglodýtes" (Höhlenbewohner), bestehend aus "trógle" (Höhle) un "dýein" (hinuntergehen).
Der Begriff wird tatsächlich (meist scherzhaft) benutzt. "Sei proprio un trog­lodita, non hai neppure un telefonino." ("Du bist wirklich rückständig: Du hast nicht einmal ein Handy")
 
 
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