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Schimpfen auf Italienisch / italienische Schimpfwörter

Mit dem Schimpfen und dem Fluchen ist es in Italien wie bei der Gestik: Es empfiehlt sich nicht, es selbst auszuprobieren. Im besten Fall macht man sich damit lächerlich. Was einem Italiener, je nach Umfeld und Gege­ben­heit gerade noch verziehen werden kann, kann einem Aus­län­der sehr übel ge­nom­men werden. Also bitte die folgenden Infos als reines passives Wissen aufnehmen.
Beschimpfungen
asino „Esel"
cretino „Trottel"
stupido „Depp"
rimbambito „Hornochse"
imbecille „Schwachsinniger“, „Vollidiot"
maledetto/a „verdammter/e
minchione Trottel, Sturkopf. Stammt von „minchia“, die süditalienische Variante von „cazzo“ (siehe weiter unten)
salame „Tollpatsch"
stramaledetto die Steigerungsform von „maledetto
cornuto „Gehörnter"
Das soll bedeuten, dass die Frau oder Freundin eines Mannes ihm untreu war. Für dieses Schimpfwort gibt es auch eine Geste, die Auto­fah­rer gerne ihren „Gegnern" auf der Autobahn vorführen. Dabei wird die Hand zu einer Faust geformt und der Zeige- und der kleine Finger weg­ge­spreizt.
Aber Achtung: Die gleiche Geste, aber mit der nach unten gerichteten Hand, die mehrmals auf und ab bewegt wird, be­kommt die Bedeutung einer „Beschwö­rung" (wie bei uns „auf Holz klopfen“).
porco Als Hauptwort: „Schwein“, „Sau“, „Schwei­nehund"
vigliacco „feiger Hund"
tagliagola „Halsabschneider"
coglione „Arschloch" (coglioni = Hoden)
rompiballe / rompicoglioni „nervtötend“, „Quälgeist“, einer der ei­nem auf die E... geht. (Balle, coglioni = Hoden)
rompiscatole Die „zivilisiertre" Form für das oben beschriebenen
pezzo di merda! Mistkerl, Dreckskerl
stronzo




Sei proprio uno stronzo

„Schweinehund" (wörtlich „Stück Schei­ße“). Das Wort stronzo ist inzwi­schen abge­schwächt in seiner Bedeutung und wird sogar mal neckisch unter Freunden verwendet.
Du bist wirklich ein Schweinehund!
maledetto stronzo etwa „Verfluchtes Arschloch"
coglione „Arsch“, „Blöder Hund“, (wörtlich: „Hoden“)
figlio di puttana „Hurensohn"
figlio di una brava donna Wie oben, euphemistisch (wörtlich: „Sohn einer guten Frau“)
Vai a cagare! Verpiss dich! (wörtlich: „Geh scheißen!“)
Vai al diavolo! „Geh zum Teufel!"
Vai a farti fottere Etwa dem englischen „Fuck You" ent­spre­chend.
Vai a puttane! Scher dich zum Teufel! (Wörtlich: Geh zu den Huren)
Vai quel paese! Milder Form für das oben genannte (Wörtlich: Geh in jenes Land)
Và a morire ammazzato! Etwa „Geh zum Teufel" (Wörtlich: Auf dass du getötet wirst!)
Vai a farti benedire! Elegante Form für oben genanntes (Wörtlich: Geh und lass dich segnen!)
testa di cazzo Etwa „Arsch“, „Vollidiot"
Cazzo ist im umgangssprachlichen Ita­lie­nisch ein weit verbreiteter und in vielen abgeleiteten Formen gebrauchter Vulgär­ausdruck für „Penis“.
faccia di culo „Arschgesicht"
Wobei der Ausdruck „faccia come il culo“ die bedeutung hat: „unver­schämt“, „sau­frech“.
Vaffanculo Etwa dem Spruch von Götz von Berli­chin­gen entsprechend."
Flüche, Ausdrücke des Unmuts
Im Italienischen überwiegen als allgemeine Kraftausdrücke blasphemische Flüche, etwa porco dio (wörtlich: „Sau-Gott“), Wobei das Adjektiv „porco“ (Schwein) etwa die Bedeutung unseres „verdammter/e, bzw. „verfluch­ter/e" hat).
perbacco, accidenti
Accidenti a lui
Donnerwetter, Mist
etwa: „Der Schlag soll ihn treffen
mannaggia „verflixt“, „verflucht" (eher ein neapo­li­tanischer Ausdruck). Etymologisch kommt es vom dialektalen "male 'n aggia", ital. „male ne abbia“ (Deutsch: Dass es ihm Unheil bringe!)
piove, governo ladro „Es regnet! Scheiß Regierung" (wörtlich: diebische Regierung)
porco cane „Verdammter Mist" (wörtlich Schweine-Hund)
porca miseria „Elender Mist!" (miseria=Armut)
porca vacca „Verdammt nochmal" (wörtlich: ver­damm­te Kuh)
porca puttana „Verdammte Scheiße" (wörtlich: Schweineschlampe)
porca madonna „Verdammte Madonna"
porco dio „Verfluchter Gott"
Varianten des Schmähworts „Prostituta
Wenn es um Formulierungen geht für Objekte oder Tatbestände, die eine negative Wertung beinhalten, sind die Italiener niemals verlegen. So gibt es für die Bezeichnung einer Prostituierten unzählige Varianten:
Prostituta, puttana, sgualdrina, troia, donnaccia, peripatetica
(mehr lite­ra­risch: „die auf und ab Gehende“), bagascia, meretrice, baldracca, lucciola (Leuchtkäfer), passeg­gia­trice (die „Spaziergängerin" des Straßenstrichs), battona (das kommt von „battere il marciapiede“, „auf den Bürgersteig treten“), nur um einige zu nennen.
Aus call-girl haben die Italiener eine „ragazza squillo“ (Klingelmädchen) ge­macht. Poetischer ist der Begriff „venditrice d'amore“ („Liebesverkäuferin“), der aber kaum noch als Beschimpfung verwendet wird. Und - ja! - im nea­po­li­ta­nischen Dialekt sagt man auch „Ciabatta“ zu einer Prostituierten. Aber Regionalausdrücke gibt es wie Sand am Meer.
Vulgäre Ausdrücke in der Umgangssprache
Man kommt bei einer derartigen Zusammenstellung nicht darum herum, das Wört­chen zu erwähnen, das in Italien in fast jedem Ge­spräch auf­taucht: cazzo! Cazzo bedeutet zwar Penis und wird auch dazu benutzt je­man­den zu beschimpfen („testa di cazzo“ bedeutet etwa „Arschloch“), aber dieser Be­griff wird auch als Ausdruck der Überraschung, des Ärgers, der starken Emotion, oder sogar Freude in einem Gespräch benutzt, häufig um eine gegen­tei­li­ge Meinung zum Ausdruck zu bringen, je nachdem wie das Wort betont wird. Obwohl die Verwendung des Wortes durchaus als vulgär ange­sehen wird, ist sie den­noch in der Umgangssprache weit verbreitet und wird von allen Schichten benutzt.
Es gibt auch zahlreiche abgeleitete Begriffe, die eine we­niger vulgäre Kon­notation haben und von vielen Personen in der informellen Unter­hal­tung verwendet werden.
Cazzo! „Kann" Erstaunen oder sogar Freude ausdrücken.
Cazzata eine völlig sinnlose Aktion (etwa „Schwach­sinn“)
Incazzarsi sich stark aufregen
cazzi tuoi / cazzi miei
Sono cazzi miei!
meine, bzw. deine Angelegenheiten
Das geht dich nichts an!
Che cazzo dici? Was erzählst du für einen Scheiß?
Ma che cazzo vuoi? Was zum Teufel willst du?


 
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